13.02.13

Berlinale-Liveblog

"Nachtzug nach Lissabon" - Starauflauf am Potsdamer Platz

Tag 7 der Berlinale. Die Berliner Morgenpost berichtet vom Schaulaufen der Stars in Berlin, aus den Kinos und vom Drumherum.

Foto: AFP

Schon auf der Pressekonferenz hatten die beiden sichtlich gute Laune: Jeremy Irons und Martina Gedeck strahlen auch auf dem roten Teppich.

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Für Tag 7 wird mit Spannung das neue Werk des dänischen Regisseurs Bille August erwartet. Die Bestsellerverfilmung "Nachtzug nach Lissabon" läuft allerdings außer Konkurrenz.

In der hochkarätig besetzten Geschichte geht es um einen Lehrer, der sich auf die Lebensspuren eines portugiesischen Dichters und Freiheitskämpfers begibt.

Neben Hauptdarsteller Jeremy Irons spielen Martina Gedeck, August Diehl, Bruno Ganz und Charlotte Rampling.

+++ 22.20 Uhr: Einfach irgendwo Fahrkarten finden, in den Zug steigen und losfahren... Träumen wir eigentlich nicht alle davon? In diesem Moment begibt sich der Berlinale-Palast auf eine Reise nach Lissabon mit Jeremy Irons. Ob der Film genauso überzeugt wie das Buch? Das werden wir bald erfahren.

+++ 20.49 Uhr: Für Frieda geht ein anstrengender Tag zu Ende. Sie arbeitet im "The Coffee Shop" am Potsdamer Platz. "Bei der Berlinale ist es extrem voll. Aber die Leute sind nett, geben viel Trinkgeld, es ist eine super Stimmung." Ins Kino schafft es Frieda dieses Jahr nicht: "Keine Zeit."

+++ 20.12 Uhr: Filmpartner Marcello Mastroianni habe in der Angler-Gummistiefel getragen, sich vor dem Wasser gefürchtet und mindestens eine Flasche Wodka geschluckt. Er sei zögerlich hineingestiegen und dann hingefallen – "drei Mal!", sagt Ekberg.

+++ 19.53 Uhr: Die schwedische Filmlegende Anita Ekberg (81) hat beim Bad im Trevi-Brunnen in Rom, einer der berühmtesten Szenen der Kinogeschichte, mächtig gefroren. Die Szene zu Federico Fellinis "Das süße Leben" (1960) wurde im Januar gedreht worden, erzählt Ekberg. "Das war nicht so angenehm." Sie habe in dem eiskalten Wasser nur ein Abendkleid angehabt. Bei der Podiumsdiskussion im Theater Hebbel am Ufer erzählte die Schauspielerin auch, sie habe zwar keine Lust auf Fernsehen, wohl aber auf eine Filmrolle, wenn ihre Hüfte wieder okay sei. "Warum nicht?", Bette Davis habe noch mit über 90 gespielt.

+++ 19.19 Uhr: Die verspäteten Zuschauer rennen zum Berlinale-Palast. Im Foyer unterschreiben die Schauspieler eigene Porträts - eine schöne Berlinale-Tradition. Jetzt wird's aber dunkel im Kino. Ein bisschen magisch ist dieser Moment schon!

+++ 19.10 Uhr: Fröhliche Musik, roter Teppich. Dieter Kosslik mit schwarzem Hut und rotem Schal begrüßt das Team vom Film "Prince Avalanche." Gleich geht die Premiere los.



+++ 19.06 Uhr: Der dänische Regisseur Bille August hat mit der Bestsellerverfilmung "Nachtzug nach Lissabon" bewusst keinen politischen Film machen wollen. "Es ist die Geschichte eines Mannes mit einem eintönigen, langweiligen Leben, der plötzlich zu der Suche nach seiner eigenen Identität aufbricht", sagt August. "Dabei erfährt man auch etwas über die Geschichte Portugals, aber das ist nicht der Kern." Der Film erzählt vom Widerstand gegen Salazars Diktatur.

+++ 18.45 Uhr: Der britische Oscar-Preisträger und Hauptdarsteller Jeremy Irons sagt, ihn habe die Buchvorlage von Pascal Mercier sehr berührt. "Ich habe versucht, dieses Gefühl mit meiner Figur rüberzubringen."

+++ 17.47 Uhr Martina Gedeck wird auf ihre sprachlichen Leistungen angesprochen. Nach Französisch spricht sie nun in "Nachtzug nach Lissabon" Englisch mit portugiesischem Akzent. Sie sagt, die Kommunikation in fremden Sprachen gefalle ihr sehr: "Dadurch entsteht so etwas wie ein Gesang."

+++ 17.27 Uhr Es ist noch nicht dunkel, aber der Potsdamer Platz leuchtet schon seit Stunden. Gespart wird hier nicht. Gleich geht die Pressekonferenz zum Film "Nachtzug nach Lissabon" los. Martina Gedeck trägt ein Rosa-Schwarzes Shirt.

+++ 17.19 Uhr Der "Straßenfeger"-Verkäufer verkauft nicht nur die Obdachlosen-Zeitung am Potsdamer Platz, sondern auch die Kinokarten. Nun versucht er ein Ticket für den Film "Reaching for the Moon", das er geschenkt bekommen hat, loszuwerden. Selbst kann er nicht ins Kino, denn er "muss ackern".



Spannend dabei ist, dass er ganz genau weiß, worum es im Film geht. Die Passanten, die den Film schon gesehen haben, haben es ihm verraten.

Doch die Versionen stimmen nicht überein: ein Liebesdreieck, ein lesbisches Drama oder eine wahre Geschichte über die Dichterin Elisabeth Bishop ? Alles stimmt wohl!



+++ 15.51 Uhr Der britische Oscar-Preisträger Jeremy Irons will wieder eine Auszeit nehmen. Er habe jetzt zwei Jahre lang praktisch am Stück gearbeitet, sagte der 64-Jährige. "Jetzt werde ich für zwei, drei Monate aufhören. Ich könnte weitermachen. Aber ich weiß, dass es wichtig für mich ist, die Batterien wieder aufzuladen und neu Lust zu bekommen."

Irons spielt bei der Berlinale die Hauptrolle in Bille Augusts Bestsellerverfilmung "Nachtzug nach Lissabon". Die Dreharbeiten seien ein "absolutes Vergnügen" gewesen, sagte er. Besonders die Zusammenarbeit mit Martina Gedeck habe ihm Spaß gemacht. "Es war wunderbar. Sie ist eine großartige Schauspielerin."



+++ 14.45 Uhr Zum Ende der Pressekonferenz gibt es "Paul Rudd zum Anfassen": Der Partnerin eines Journalisten wünschte er beispielsweise per Video einen "Happy Valentine's Day!".

+++ 14.41 Uhr Auch nach etlichen Filmen fühle sich Green eher hinter der Kamera wohl - alles, was davor stattfinde, würde ihn nervös machen.

+++ 14.39 Uhr David Gordon Green: "In der Nähe meines Hauses in Texas war dieses abgebrannte Waldstück - da wollte ich unbedingt etwas drehen." Die "Hässlichkeit großer Zerstörung" habe ihn fasziniert, der vom Feuer zerstörte Wald sei eine "einzigartige Umgebung".

+++ 14.37 Uhr Vorgestellt wird jetzt "Prince Avalanche", ein Film von Regisseur David Gordon Green: Auf dem Podium finden sich neben Regisseur und Produzentin auch die beiden Hauptdarsteller Paul Rudd und Emile Hirsch ein.



+++ 14.10 Uhr Fliegender Wechsel, nicht Teppich. Alles neu - und keiner hat es gemerkt. Wenn die Promi-Damen an den Fotografen vorbei flanieren, muss einer unter ihren spitzen Hacken leiden - auch kleine Steinchen und die ein oder andere Zigarettenkippe tun dem geschundenen roten Teppich nicht gut.

Vor dem Berlinale-Palast war er so "ausgelatscht" und von Schneematsch verschmutzt, dass er zur Halbzeit des Festivals ausgetauscht wurde. Auch für die späteren Gäste soll alles noch einmal frisch aussehen.

+++ 13.45 Uhr Hyatt, Ticketschlange - #aufschrei auf der Berlinale. In der Schlange erzählt eine Journalistin aus Italien, was ihr gestern in der Spätvorstellung passiert ist. Zwei Sitze neben ihr saß ein Mann, der immer wieder zu ihr hinüberblickte. Sie konnte es trotz der Dunkelheit immer wieder sehen. "Er saß breitbeinig da", erzählt sie, "und weil der Sitz zwischen uns frei war, legte er irgendwann seine Hand auf das Polster."

Erst habe sie sich nichts dabei gedacht, aber dann begann er irgendwann das Polster zu streicheln und sie dabei anzulächeln. "Ich wusste nicht, was ich sagen sollte", sagt sie. Schließlich lief ein sehr ernster Film, eine Doku, in der Menschen starben. "Sobald der Abspann lief, stand ich auf."

Sie fragte sich, ob das denn jemals bei einer Frau funktionieren würde. Ihr Kollegin meinte: "Ich wäre sofort aufgestanden, Hilfe." Von der aktuellen Debatte über Sexismus hatten beide nichts gehört, aber werden jetzt mehr darauf achten, wer neben ihnen sitzt.

+++ 13.50 Uhr Promi-Treff im Borchardt: Natürlich spielt sich auch diese Berlinale wieder im Restaurant "Borchardt" ab. Aus den Augenwinkeln beobachten die Gäste dort, mit wem Uschi Glas, Til Schweiger und Matthias Schweighöfer plaudern.

Kellner balancieren die Tabletts mit den Mini-Schnitzeln hoch über den Köpfen. Wer versucht, sich ungebeten eines der Schälchen herunterzufischen, handelt sich einen kleinen Anraunzer ein. TV-Kritiker Oliver Kalkofe kommt gerne zu der Party, aber: "Ich habe nie verstanden, warum das "Borchardt" so ein Hype-Ort für Hollywoodstars ist." Und er sagt auch, was gerade oft zu hören ist: "Berlin ist derzeit so cool, darum beneiden uns sehr viele Länder."

+++ 13.37 Uhr Exklusive Einladungen ins Ritz Carlton: Eine der ersten Partyeinladungen führt unter die Kronleuchter im Ballsaal im Hotel Ritz Carlton. Zehn Seiten lang ist die Gästeliste. Es kommen Soapstars, Schlagersänger, ein "Dschungelcamp"-Kandidat und ein "Germany's Next Topmodel": Die Reporter vor der Sponsorenwand üben darum die Disziplin "Erkenn' den Promi".

+++ 13.29 Uhr Die Tageskasse des Berlinale-Palastes macht erst um 14:30 auf, doch einige Kinogänger stehen schon Schlange. Einer davon ist Gerald (50). Er wartet bereits seit einer Stunde in der Kälte . Heute will er den Film "Nachtzug nach Lissabon" sehen. "Ich bin gespannt, wie die Romanverfilmung ist", sagt er.

Außerdem locken ihn die Schauspieler und die Atmosphäre einer Premiere. Diese schätzt er besonders: Fast jeden Abend sitzt Gerald im Berlinale-Palast. "Allerdings mit einem großen Aufwand", fügt er mit einem ironischen Grinsen hinzu. Für die Berlinale-Zeit hat sich Gerald Urlaub genommen und steht jeden an der Tageskasse an. "Das Schlimme ist nur, dass es in diesem Jahr keine Disziplin mehr gibt. Der Verkauf ist schlecht organisiert. Es kommt fast zu Prügeleien!" Der Kinofan ist seit 4 Jahren dabei, so schlecht sei es aber noch nie gewesen.



+++ 13.15 Uhr Die geheimen Rituale der Berlinale. Elf Tage lang wird Festivalchef Dieter Kosslick mit Hut und Schal und bei Eiseskälte die Stars empfangen und zu ihren Plätzen bringen. An jedem Wettbewerbstag sind es drei Premieren. Die Rituale: Der Gong ertönt, im Festivaltrailer funkelt der Berlinale-Bär wie ein Feuerwerk. Für Cineasten ist das ein Gänsehautmoment, den sie in 20 Kinos über die Stadt verteilt erleben können. Mit Glück kann man auch eine Karte für den Berlinale-Palast ergattern und an den Fotografen vorbei flanieren, was ein bisschen surreal ist.

+++ 13.02 Uhr Die Hauptstadt fiebert dem Samstag entgegen: Dann wird der tote Eisbär Knut als Präparat ausgestellt. Die Besucherschlange könnte länger werden als beim Film. Denn noch mehr als Stars mag der Berliner den Zoo und die Tiere.

+++ 11.44 Uhr Vor dem Berlinale Palast leuchtet der rote Teppich – ein Parcours für den Jahrmarkt der Eitelkeiten. Die Übertragungswagen und Kameras stehen bereit. Jane Fonda dreht sich im Gold-Kleid vor einer Wand aus Objektiven.

Die versammelte deutsche Film-Prominenz steigt die Stufen zum Saal hoch, vorbei an einem hellblauen Kunstwerk, das aussieht, als hätte jemand Salamischeiben darauf geklebt. Nach der Gala feiern die Gäste im Kellerclub, in einer Kulisse wie im Fantasy-Themenpark.

+++ 11.39 Uhr Im Soho House, wo Berlin so aussieht wie ein hipper Club in London, sortiert Visagist Markus Zilling vor Beginn der Berlinale sein Handwerkszeug: Lidschatten, Lippenstiftpinsel, Puder. Gleich soll Iris Berben kommen. Das "Interview"-Magazin hat eine Beauty-Lounge eingerichtet, so wie in Hollywood.

"Hier werden wichtige Menschen schöner gemacht", sagt die PR-Frau. Zilling nimmt sich Zeit für einen Test. Ein Notfall-Programm: Nach einer Viertelstunde sind die Augenringe weg, die Wangen konturiert und die Lippen rot. Der Visagist ist zufrieden. "Bei Ihnen ist jetzt alles tutti frutti."

+++ 11.31 Uhr "Ich habe diesen Film nicht geplant, er ist mir geschehen", sagt der bosnische Regisseur Danis Tanovic bei der Pressekonferenz, der mit seinem "no budget"-Beitrag "An Episode in the Life of an Iron Picker" in den Wettbewerb geschafft hat. Nun sind wir aber gespannt, wie die Kritiken sind, müssen uns aber leider noch bis zur Premiere heute um 16 Uhr gedulden.

+++ 11.03 Uhr Eine herzzerreißende Pressekonferenz. "Ich habe mich nie dafür geschämt, dass ich ein Roma bin", sagt Nazif Mujic, Protagonist des bosnischen Films "An Episode in the Life of an Iron Picker", dessen Geschichte dem Film zugrunde liegt. Regisseur Danis Tanovic äußert sich gegen rechte Stimmungen in Europa. Es gibt Applaus.

+++ 10.53 Uhr Amanda Seyfried feiert im "Ficken 3000". Sie ist hübsch, jung, blond - die perfekte Besetzung für einen High-School-Film. In dem Streifen "Lovelace" mimt sie allerdings eine Pornodarstellerin - und auch sonst scheint sie Gefallen an Etablissements der anderen Art zu pflegen. Sie wurde im Kreuzberger Schuppen "Ficken 3000" gesehen. Der Name steht für sich...

+++ 10.47 Uhr Oh, die Schauspieler aus dem Film "An Episode in the Life of an Iron Picker" haben ein Baby zum Photocall mitgebracht, ihren Sohn. Auch im realen Leben sind sie ein Paar. Und sogar mehr: im ganzen Film gibt es keine professionellen Schauspieler - nur echte Menschen und echte Ereignisse.

+++ 10.43 Uhr Die kleine Kritik zu: "Geschlossener Vorhang" ("Pardé") von Jafar Panahi und Kambozia Partovi - Heimlich und ohne Genehmigung der iranischen Behörden gedrehter Film über von dem Regime verfolgte Menschen.

Ein symbolisch aufgeladenes Werk, das die Eingeschlossenheit der von ihrem eigenen Land drangsalierten Menschen spürbar macht. Zugleich wirkt der Film aber auch wie ein Kammerspiel, das ein gewisses Vorwissen über die Lage der iranischen Filmemacher voraussetzt.

+++ 10.40 Uhr Die kleine Kritik zu: "Side Effects" von Steven Soderbergh - Ein ehrgeiziger junger Psychiater will den dramatischen Nebenwirkungen eines Antidepressivums auf die Spur kommen. "Side Effects" ist ein spannender Psychothriller über die Machenschaften von Pharmakonzernen. Doch für manchen Zuschauer mag das Genrekino für solch ein brisantes Thema nicht so richtig geeignet erscheinen.

+++ 10.38 Uhr Die kleine Kritik zu: "Camille Claudel 1915" von Bruno Dumont - Die französische Bildhauerin Camille Claudel, Schwester des Dichters Paul Claudel, wird von ihrer Familie von 1915 an bis zu ihrem Tod in eine psychiatrische Anstalt gesperrt.

Der Film wird durch die brillante Schauspielleistung von Hauptdarstellerin Juliette Binoche getragen. Leider erscheint den Zuschauern dieses Films ihre Zeit im Kino fast so lang, wie Camille das Warten auf die erhoffte Befreiung aus der Anstalt.



+++ 10.30 Uhr Hey Jude! Wir wissen, wo du essen warst. Im preisgekrönten Restaurant von Tim Raue speiste Mr. Smart hinter zugezogenen Gardinen, während bullige Bodyguards mögliche Paparazzi im Blick behielten. Übrigens: die Küche Raues gilt als sehr figurfreundlich.

+++ 10.28 Uhr 5 Minuten Zeit für einen schnellen Kaffee zwischen dem Film "An Episode in the Life of an Iron Picker" und der PK. In einem Café erkennen sich plötzlich zwei Journalisten - sie haben sich letztes Mal bei der Berlinale vor drei Jahren gesehen. Nun besprechen sie Filme von 2010. Schön: Dinge ändern sich, aber das Festival bleibt.

+++ 9.59 Uhr Im Einkaufszentrum am Potsdamer Platz stehen zwei Stunden vor der Eröffnung die Kinofans in der Schlange und verfolgen die Anzeige beim Ticketverkauf. Für einen niederländischen Film namens "Boven is het stil" gibt es noch Karten, nicht aber für den deutschen Western "Gold", in dem Nina Hoss durch Kanada reitet.

Der Potsdamer Platz, sonst eher Treffpunkt von Teenagern und Touristen, summt zum Festival wie ein Bienenstock, um die 125 Millionen Euro soll das Festival angeblich in die klamme Stadt spülen. Berlinale-Gänger tragen Festivalpässe um den Hals. Weitere Kennzeichen: Smartphones, Zettelberge, Rollkoffer und ein für Berlin untypischer Stechschritt.

+++ 9.58 Uhr: Der französische Filmemacher Claude Lanzmann zeigt eine neue digitale Fassung seiner legendären Dokumentation "Shoah" über die Opfer des Holocaust. Der 87-Jährige wird am Donnerstag mit dem Ehrenpreis der Berlinale für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Außerdem laufen seine Filme "Warum Israel" (1973), "Tsahal" (1994), "Ein Lebender geht vorbei" (1997), "Sobibor, 14. Oktober, 16 Uhr" (2001) und "Der Karski-Bericht" (2010).

"Claude Lanzmann ist einer der großen Dokumentaristen", sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. "In seiner Darstellung von Unmenschlichkeit und Gewalt, von Antisemitismus und seinen Folgen hat er eine neue filmische wie ethische Auseinandersetzung geschaffen. Wir fühlen uns geehrt, ihn ehren zu dürfen".

+++ 9.37 Uhr: Bei der Berlinale fährt an diesem Mittwoch der "Nachtzug nach Lissabon" – mit hochkarätiger Besetzung. Die Bestsellerverfilmung des dänischen Regisseurs Bille August läuft allerdings außer Konkurrenz.

In der hochkarätig besetzten Geschichte geht es um einen Lehrer, der sich auf die Lebensspuren eines portugiesischen Dichters und Freiheitskämpfers begibt. Neben Hauptdarsteller Jeremy Irons spielen Martina Gedeck, August Diehl, Bruno Ganz und Charlotte Rampling.

Quelle: BM
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