10.02.13

US-Ostküste

New York atmet nach Schneesturm "Nemo" auf

Ein Blizzard ist über die US-Ostküste hinweggefegt und hat eine dicke Schneedecke hinterlassen. Viele Menschen waren zeitweise ohne Strom und Heizung – der gefürchtete Jahrhundertsturm blieb aber aus.

Foto: REUTERS

In New York scheint nach dem Schneesturm „Nemo“ wieder die Sonne. Viele Bewohner nutzen die Chance und fahren auf dem Neuschnee Schlitten
In New York scheint nach dem Schneesturm "Nemo" wieder die Sonne. Viele Bewohner nutzen die Chance und fahren auf dem Neuschnee Schlitten

Aufatmen an der US-Ostküste nach dem Durchzug von "Nemo": Der Wintersturm hat zwar eine dicke Schneedecke über die gesamte Region zwischen Maine und New Jersey gelegt, aber die schlimmsten Vorhersagen sind nicht eingetroffen. Metropolen wie Boston und New York kamen glimpflich davon.

Schlimmer traf es ländliche Regionen besonders in Massachusetts und Connecticut, wo Hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom und Heizung waren. Einige Küstenregionen in Massachusetts mussten wegen Überschwemmungen evakuiert werden.

Meteorologen hatten im Vorfeld gewarnt, der Sturm könne möglicherweise historische Ausmaße haben, sehr viele Menschenleben kosten und das öffentliche Leben über Tage lahmlegen. Doch schon am Samstag zeigte sich vielerorts wieder die Sonne, nachdem "Nemo" auf den Atlantik hinausgezogen war. Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf, Räumtrupps nahmen Straßen und Autobahnen in Angriff. "Wir haben Glück gehabt", sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, und sein Kollege aus Boston, Thomas Menino, sah das ähnlich: "Ich bin froh, berichten zu können, dass die Stadt den Sturm bislang gut überstanden hat."

Zahl der Opfer noch unklar

Der Wintersturm "Nemo" war in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) mit heftigen Schneefällen und starken Windböen über den Nordosten der USA hinweggerollt und hatte das öffentliche Leben zeitweise lahmgelegt. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren ohne Strom – und viele bei eisigen Temperaturen auch ohne Heizung. Mehr als 5000 Flüge und alle Zug- und Busverbindungen mussten gestrichen werden. Auf Autobahnen und Straßen ging nichts mehr, die Sicht war wegen des wirbelnden Schnees auf wenige Meter reduziert. Innenstädte von Metropolen wie New York und Boston wirkten zeitweise wie verwaist. Der Schnee türmte sich in einigen Gegenden bis auf fast 90 Zentimeter.

Unterschiedliche Angaben werden zur Zahl der Opfer gemacht. Bis zu neun Menschen könnte der Sturm demnach das Leben gekostet haben. Andere Quellen sprechen von vier Menschen, die ums Leben kamen, davon zwei bei Autounfällen auf schneeglatten Straßen in New York und Connecticut. Außerdem rutschte ein Mann in Connecticut auf seiner Veranda aus und wurde tot entdeckt. In Boston starb ein elf Jahre alter Junge an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, als er sich in einem Auto aufwärmen wollte, dessen Auspuff mit Schnee verstopft war.

Quelle: dpa/Reuters/fbr
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