07.02.13

Insel Hokkaido

Japan lässt Kampfjets gegen Russen aufsteigen

Zwei russische Kampfflugzeuge sind nahe der nordjapanischen Insel Hokkaido aufgetaucht. Japan reagiert sofort und setzte eigene Jets in Alarmbereitschaft. Der Tag des Vorfalls ist wohl kein Zufall.

Foto: AP

Gefährliches Muskelspiel: Eine russische SU-27 nahe der japanischen Insel Hokkaido am Donnerstagnachmittag
Gefährliches Muskelspiel: Eine russische SU-27 nahe der japanischen Insel Hokkaido am Donnerstagnachmittag

Japan hat Russland die Verletzung seines Luftraums durch zwei Kampfflugzeuge vorgeworfen. Als Reaktion ließ das japanische Militär am Donnerstag eigene Abfangjäger aufsteigen, wie das Außenministerium in Tokio mitteilte. Gleichzeitig legte die Regierung formell gegen die angebliche Luftraumverletzung Protest ein.

Das Verteidigungsministerium in Moskau wies die Vorwürfe zurück. Die Flüge seien "absolut in Übereinstimmung mit den internationalen Vorschriften zur Nutzung des Luftraums und berührten nicht die Grenzen anderer Staaten", zitierten russische Medien Roman Martow, Sprecher der Luftwaffe.

Der Vorfall ereignete sich nach japanischen Angaben unweit der nördlichen Insel Hokkaido. Dort befinden sich einige Inseln, die in Folge des Zweiten Weltkriegs an die Sowjetunion gegangen sind. Japan fordert ihre Rückgabe. Russland bezeichnet die Inselgruppe als Südkurilen, Japan spricht von seinen Nördlichen Territorien.

Der Streit verhindert bis heute einen offiziellen Friedensvertrag zwischen den einstigen Kriegsgegnern. Derzeit hält Russland Militärmanöver rund um die Kurilen ab. Im Juli hatte Ministerpräsident Dmitri Medwedew die Regierung in Tokio erzürnt, als er der entlegenen Inselkette einen Besuch abstattete.

Vorfall am Gedenktag

Japan beging am Donnerstag seinen traditionellen "Tag der Nördlichen Territorien". Ministerpräsident Shinzo Abe sagte auf einer dazu angesetzten Veranstaltung, er werde auf Verhandlungen mit Russland über die Rückgabe der Inseln dringen.

Präsident Wladimir Putin habe er in einem Telefonat gesagt, er würde gerne daran arbeiten, eine für beide Seiten akzeptable Lösung "dieses letzten, noch verbliebenen Problems zwischen Japan und Russland" zu finden. Noch in diesem Monat wird der ehemalige japanische Regierungschef Yoshiro Mori in Moskau erwartet, um Territorial-Ansprüche zu besprechen.

Quelle: Reuters/ks/pku
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