05.02.13

Ski alpin

Lindsey Vonns Horrorsturz überschattet WM-Start

Beim wegen Nebels um mehrere Stunden verschobenen Start der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Schladming stürzt Olympiasiegerin Lindsey Vonn im Super-G. Weltmeisterin wurde Tina Maze aus Slowenien.

Foto: dpa

Lindsey Vonn stürzte beim Super-G in Schladming, dem ersten Rennen der alpinen Ski-WM, schwer.

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Die neue Weltmeisterin Tina Maze riss beim fürchterlichen Sturz von Lindsey Vonn entsetzt den Mund im Zielraum auf. Nur wenige Sekunden nachdem sich die slowenische Gesamtweltcupführende am Dienstag in einem fragwürdigen ersten WM-Rennen an die Spitze des Super-G-Klassements vorgeschoben hatte, ereilte ihre amerikanische Konkurrentin bei der risikoreichen Attacke auf die Bestzeit ein schwerer Unfall.

Die Abfahrts-Olympiasiegerin schrie im Schnee liegend vor Schmerzen, musste nach einer Viertelstunde Behandlung mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Im Krankenhaus wurde ein Kreuzbandriss diagnostiziert. Für Maria Höfl-Riesch war die Fahrt direkt nach der amerikanischen Freundin nach nicht einmal 20 Sekunden vorbei.

Veronique Hronek fuhr als Startnummer 29 mit überraschender Top-Zwischenzeit an einem Tor vorbei, Viktoria Rebensburgs verfehlte auf Platz acht die erhoffte Medaille. Die Kreutherin ("Das war kein leichtes Rennen heute") hob im Ziel etwas ratlos die Arme.

Der schlimme Sturz der viermaligen Gesamtweltcupsiegerin Vonn prägte das Bild einer denkwürdigen ersten Medaillen-Entscheidung in Schladming. Und längst nicht alle waren mit dem Start des Rennens einverstanden gewesen. "Wir müssen uns der Jury beugen", zeigte sich der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier schon vor der ersten Skirennfahrerin des Wettbewerbs nicht glücklich. "Wenn man nicht garantieren kann, dass es für alle gleich ist, soll man es sein lassen." Und nach 36 Skirennfahrerinnen wurde dann auch wieder abgebrochen, das Ergebnis aber zählte.

Deutsches Team-Ergebnis zufriedenstellend

Maier musste sich damit begnügen, dass seine vier Sportlerinnen gesund davon gekommen waren. Das Team-Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Hronek brachte ihre gute Fahrt mit drittbester Zwischenzeit nicht ins Ziel, Lena Dürr landete auf Rang 30. Zuvor konnte Höfl-Riesch bei ihrer Fahrt am späten Nachmittag gerade noch einen Sturz verhindern, die Chance auf ein gutes Resultat war aber zuvor schon dahin.

Verärgert schlug sie mit dem Stock auf den Schnee. "Ich bin jetzt erstmal froh, an so einem verrückten Tag, wo Einiges passiert ist, dass ich heil unten bin", sagte die 28-Jährige, die vor ihrer Fahrt lange wegen der Behandlung von Ski-Freundin Vonn hatte warten müssen.

Am besten kam Maze, der Medaillen in allen fünf Einzel-Wettbewerben zugetraut werden, mit den Widrigkeiten zurecht. Erst die ewige Warterei am Start, dann noch eine Unterbrechung nach einem Sturz eines Pistenarbeiters. "Ich denke, ich habe einen guten Lauf gemacht", befand die Riesenslalom-Weltmeisterin von Garmisch. An den TV-Mikrofonen fand sie nach ihrem Sieg vor der Schweizerin Lara Gut und die Amerikanerin Julia Mancuso schnell ihr Lachen wieder und sandte Rivalin Vonn via TV Genesungswünsche. "Es war ein Schock, es ist nie schön zu sehen, wenn jemand stürzt. Ich hoffe, Lindsey geht es gut."

Darauf hoffte auch Renn-Direktor Atle Skaardal, der zum WM-Auftakt das "Okay" für den Wettkampf gegeben hatte. Stundenlang hatte er in seiner grünen Jacke auf der Piste gestanden und per Funk die Sicht auf den einzelnen Strecken-Abschnitten abgefragt. Mehr als zehnmal war wegen des Nebels über der Streicher-Abfahrt der Start verschoben worden.

War der Start richtig?

Als sich Österreichs Ski-Legende Franz Klammer gerade ins VIP-Zelt zum Essen zurückgezogen, wurde der Super-G doch noch eingeläutet. Die stundenlange Warterei, die sich die Fahrerinnen mit Sudoku-Rätseln, eigen kreierten Spielchen oder in der Wirtschaft vertrieben, hatte ein Ende – doch nach dem Rennen könnte die Diskussion um die Richtigkeit dieser Entscheidung erst richtig losgehen.

Auf bessere Bedingungen hoffen an diesem Mittwoch (11 Uhr/ARD und Eurosport live) die Herren. Dann sind auch Tobias Stechert und Stephan Keppler als deutsche Starter den Super-G dabei. In die Reichweite der Favoriten, wie Weltmeister Christof Innerhofer (Italien) oder Olympiasieger Aksel Lund Svindal (Norwegen) werden sie wohl nicht fahren können, Zuversicht haben sie aber dennoch.

Quelle: dpa/jr
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