01.02.13

DFB-Aufgebot

Löw spielt gegen Frankreich mit Adler im Tor

Im ersten Länderspiel 2013 am Mittwoch gegen Frankreich verzichtet Bundestrainer Joachim Löw auf große Experimente. Aber HSV-Torwart Rene Adler erhält nach starker Hinrunde eine Chance von Anfang an.

Foto: dpa

Rene Adler feiert gegen Frankreich sein Comeback im Tor der Nationalelf
Rene Adler feiert gegen Frankreich sein Comeback im Tor der Nationalelf

René Adler darf nach seiner wundersamen Rückkehr zu alter Stärke erstmals seit 27 Monaten wieder für Deutschland spielen. Weitere Personalveränderungen hat Joachim Löw für das Prestigeduell gegen Frankreich aber nicht vorgesehen. Der Bundestrainer gab dem Schlussmann vom Hamburger SV am Freitag bei der Nominierung seines Kaders für die Auftaktpartie 2013 am Mittwoch (21 Uhr/ARD und welt.de live) eine Einsatzgarantie. "Rene Adler hat in der Bundesliga eine sehr starke Hinserie gespielt. Nachdem er gegen die Niederlande in unser Aufgebot zurückgekehrt ist, hat er nun eine Chance verdient, sich gegen Frankreich zu beweisen", sagte Löw.

"Das ist eine schöne Überraschung für mich. Gegen Holland saß ich ja nur auf der Bank, deswegen fühlt es sich jetzt wie ein richtiges Comeback an", sagte Adler am Freitag. "Ich kann mich nur bedanken für das Vertrauen. Auch beim HSV. Ohne den Wechsel nach Hamburg und den Rückhalt, den ich hier erfahren habe, wäre auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft nicht möglich gewesen", erklärte der 28-Jährige.

Wie erwartet verzichtete Löw auf sonstige personelle Überraschungen für das Nachbarschaftsduell im Stade de France vor den Toren von Paris, wo auch Edelfan Angela Merkel live die Daumen drücken will. Alle 23 Spieler gehörten bereits mehrfach zum DFB-Aufgebot. Außer Adler, Schalkes Julian Draxler und HSV-Verteidiger Heiko Westermann waren alle auch schon bei der EM 2012 dabei. "Ich denke, dass wir einen sehr guten Kader haben, den wir aber auch benötigen, um den technisch enorm starken Franzosen auf Augenhöhe begegnen zu können", sagte Löw.

Der letzte Sieg gegen die Équipe tricolore datiert bereits aus dem Jahr 1987 (2:1). Seitdem gab es fünf Niederlagen und ein Unentschieden. Vor zwölf Monate war der Jahresauftakt ins EM-Jahr beim 1:2 in Bremen gegen die Bleus um Bayern-Star Franck Ribéry schiefgegangen. Überhaupt hat Löw eine denkbar schlechte Startbilanz. Seit 2008 (3:0 in Österreich) konnte die DFB-Elf keine ihrer Auftaktpartien mehr gewinnen. Am Mittwoch können Mesut Özil und Co. immerhin auf Unterstützung ihres prominentesten Fans zählen. Bundeskanzlerin Merkel will mit dem französischen Präsidenten François Hollande die Partie besuchen.

Adler reagierte erfreut auf die Löw-Ankündigung. "Das ist eine schöne Überraschung für mich. Gegen Holland saß ich ja nur auf der Bank, deswegen fühlt es sich jetzt wie ein richtiges Comeback an. Ich kann mich nur bedanken für das Vertrauen. Auch beim HSV. Ohne den Wechsel nach Hamburg und den Rückhalt, den ich hier erfahren habe, wäre auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft nicht möglich gewesen", sagte der 28-Jährige.

Neuer bleibt die Nummer eins

Adler hatte letztmals im November 2010 in Schweden (0:0) für Deutschland gespielt. Seinen Stammplatz hatte er durch seine Rippenverletzung bereits im Sommer 2010 an Manuel Neuer verloren, der durch eine gute WM-Leistung zur Nummer eins aufstieg. Dieser Status ist ihm trotz des Adler-Einsatzes in Paris weiter gewiss, versicherte Löw: "Aktuell ist er unsere klare Nummer eins."

In den März-Spielen, wenn es gegen Kasachstan (22./26. März) wieder um Punkte für die WM-Qualifikation geht, werde Neuer wieder spielen, kündigte Löw an. Dessen bisherige Stellvertreter Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach) und Ron-Robert Zieler (Hannover 96) müssen den Adler-Einsatz als klare Rückstufung verstehen.

Mit dem Aufgebot vom Novemberspiel in den Niederlanden (0:0) ist der DFB-Kader nicht zu vergleichen. Damals hatten unter anderen Mario Gomez, Sami Khedira, Miroslav Klose und Özil verletzt oder angeschlagen abgesagt. Diesmal hat Löw bis auf den langzeitverletzten Münchner Holger Badstuber (Kreuzbandriss) wieder sein stärkstes Personal zur Verfügung. Nachrücker wie Roman Neustädter, Sebastian Jung oder U21-Kapitän Lewis Holtby müssen wieder ins zweite Glied.

Kießling muss weiter warten

Nicht nominiert wurde Stefan Kießling von Bayer Leverkusen. Löw setzt im Angriff weiter auf Klose und Gomez. "Mario Gomez ist nach seiner langen Verletzung wieder in guter körperlicher Verfassung", sagte Löw. "Wie auch Miroslav Klose bringt er auf der Position des zentralen Stürmers alle Voraussetzungen mit, um unsere Spielphilosophie umzusetzen."

Ein Einsatz von Gomez würde auch Bayern-Coach Jupp Heynckes freuen. "Es wäre positiv für einige zu spielen, zum Beispiel Mario Gomez", sagte Heynckes, bei dem der Angreifer derzeit nur zweite Wahl ist. Gleiches gilt für Verteidiger Jêrome Boateng.

Die "Bild"-Zeitung hatte am Freitag berichtet, dass Kießling für die Spiele im März gegen Kasachstan wieder nominiert werde. Dazu äußerte sich der Bundestrainer in der DFB-Pressemitteilung nicht.

Das DFB-Aufgebot für das Länderspiel am 6. Februar in Frankreich:

Tor: René Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Heiko Westermann (Hamburger SV)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Schalke 04), Mario Götze, Ilkay Gündogan (beide Borussia Dortmund), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos, Thomas Müller (beide Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Lukas Podolski (FC Arsenal), Marco Reus (Borussia Dortmund), André Schürrle (Bayer Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München)

Sturm: Mario Gomez (Bayern München), Miroslav Klose (Lazio Rom)

Quelle: sid/jr
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