13.01.13

Nachgebühr

Postboten kennen kein Erbarmen bei zu wenig Porto

Zum Jahreswechsel hat die Post die Preise für Standard- und Maxibrief erhöht. Wer keine Ergänzungsmarken hat und den Brief trotzdem abschickt, riskiert, dass der Empfänger eine Strafe zahlen muss.

Von Lina Panitz

Die neuen Portopreise
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In den meisten Fällen geht es nur um drei Cent – also ein Geldbetrag, der bei den wenigsten Verbrauchern sofort für Sorgenfalten sorgt. Dennoch sind dieser Tage viele Postkunden genervt von den neuen Tarifen für Standard- und Maxibriefe.

Denn seit dem ersten Januar sind für den Standardbrief bei der Post statt 58 statt 55 Cent fällig, der Maxibrief kostet 2,40 statt 2,20 Euro. Da die meisten eher selten große Briefe verschicken, sind sie es gewohnt, vorher noch mal die Tarife zu checken und eine Extra-Marke zu kaufen.

Engpässe in Filialen

Ganz anders sieht die Sache beim Standardbrief aus. Die lieb gewonnenen 55er-Marken hat wahrscheinlich noch jeder auf dem Schreibtisch herumliegen. Sie verfallen auch nicht, aber sie müssen um drei Cent ergänzt werden. Was so einfach klingt, hat viele Verbraucher zu Jahresbeginn einige Nerven gekostet.

Denn die Deutsche Post hat zwar von den 3-Cent-Ergänzungsmarken 450 Millionen Stück drucken lassen, die Filialen aber zunächst nur mit kleinen Mengen ausgestattet. "Wir wurden von der hohen Nachfrage überrascht", heißt es dazu bei der Deutschen Post. Mittlerweile sollte der Engpass aber in allen Filialen weitgehend beseitigt sein.

Für drei Cent mussten Briefeschreiber also zu Jahresbeginn zum Teil mehrere Filialen ablaufen. Zwar kann auch jede beliebige Markenstückelung am Automaten gezogen werden. Das beruhigt aber nur dann die Verbraucher-Nerven, wenn auch gerade Cent-Stücke im Portemonnaie griffbereit sind.

Die Automaten des gelben Riesen geben nämlich kein Rückgeld, sondern spucken nur Briefmarken aus. Bei einem Ein-Euro-Stück also gleich 33 Mal 3 Cent und ein Mal eine bedruckte Marke über einen Cent.

Verbraucherschützer kritisieren zu wenig Information

Verbraucherschützer bemängeln, dass die Post nicht ausführlich genug über die neuen Briefgebühren informiert habe und Kunden daher eine Übergangsfrist einräumen sollte. Das sieht man beim Unternehmen naturgemäß etwas anders: Seit Oktober wäre großflächig geworben und informiert worden. Außerdem dürfe man rein rechtlich gar keine Kulanz walten lassen. "Die Bundesnetzagentur hat die Tarife genehmigt, also sind sie auch rechtswirksam", heißt es dazu aus dem Unternehmen.

Doch was bedeutet diese Nicht-Kulanz in der Praxis? Im Extremfall geht ein einfacher Brief innerhalb Deutschlands, etwa vom Enkel aus Berlin an die Großeltern in Frankfurt zum neuen Jahr, zurück an den Absender. Denn der Postbote muss von den Großeltern bei einem mit 55 Cent unzureichend frankierten Brief neben den drei Cent auch noch 51 Cent Nachgebühr einfordern.

Sind diese nicht vor Ort, geht der Brief an die Poststelle und wird er dort nicht innerhalb der üblichen Frist von sieben Werktagen abgeholt, führt ihn sein Weg zurück nach Berlin. Ganz schön viel Lärm um drei Cent.

Wertvolle Dreier

Das sieht man auf Nachfrage auch bei der Deutschen Post so. Man könne sich vorstellen, dass der Bote bei Abwesenheit des Empfängers auch mal ein Auge zudrückt und den Brief einfach einwirft. Aber eine generelle Übergangs- oder Kulanzregel sei rechtlich nicht möglich und auch nicht gewollt.

Wer also den Empfänger seiner Neujahrswünsche wirklich beglücken und nicht verärgern will, sollte mit den Ergänzungsmarken auf Nummer sicher gehen.

Kleiner Trost: Briefmarkensammler finden die 3-Cent-Marke zwar ausgesprochen hässlich, rechnen aber damit, dass sie mal wertvoll wird. Beim Onlineauktionshaus Ebay werden die "weißen Dreier" mit Ersttagsstempel schon für mehrere Euro verkauft.

Quelle: dapd
01.01.13 1:41 min.
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