07.01.13

Ohne Einwilligung

Enke-Tod als Theaterstück, Witwe beauftragt Anwalt

Am Maxim-Gorki-Theater in Berlin wird ein Stück aufgeführt, das vom Schicksal des Torhüters Robert Enke handelt. Eine Einwilligung der Witwe und Rechteinhaberin Teresa Enke gibt es aber nicht.

Foto: pa/dpa
Leibniz-Ring für Witwe von Robert Enke
Teresa Enke, Witwe von Nationaltorwart Robert Enke, wurde nicht über die Inszenierung informiert

Robert Enkes Freitod als Theaterstück: Grund genug für Teresa Enke, ihre Anwälte einzuschalten. Denn ohne Einwilligung der 36 Jahre alten Witwe und Rechteinhaberin wurde das Schicksal des früheren Fußball-Nationaltorwartes, der sich 2009 nach schweren Depressionen das Leben nahm, vom Berliner Maxim-Gorki-Theater aufgeführt.

"Demenz, Depression und Revolution" heißt der Titel des Schauspiels, das im erschütternden Mittelteil (55 Minuten) vom Schicksal des früheren Torhüters von Hannover 96 handelt.

"Das Stück ist ganz eng an das Buch von Ronald Reng angelehnt. Nur der Name des Torwarts wurde verändert und der Schauplatz Hannover nach Braunschweig verlagert", sagt Teresa Enkes Berater Jörg Neblung, früherer Manager des Torhüters.

Der 45-Jährige macht klar: "Vor Erscheinen des Buches wurden die Rechte für eine mögliche Verfilmung bzw. Theater-Aufführung ausdrücklich ausgeklammert. Sie liegen nicht beim Verlag, sondern bei Teresa Enke, die damit definitiv verhindern wollte, dass es zu dem nun eingetretenen Fall kommen konnte."

Inhalt des Buches 1:1 umgesetzt

Laut Neblung wurde der Inhalt des Buches 1:1 umgesetzt: "Verlag und Autor wurden nie gefragt, Teresa Enke nicht einmal informiert", sagt Neblung. Eigens war auch Teresa Enkes Status als "Person des öffentlichen Lebens" ausgesetzt worden, um eine solche Situation wie jetzt eingetreten zu vermeiden.

Neblung: "Dies war per Anwalt allen Redaktionen mitgeteilt worden, inzwischen gab es schon einige Unterlassungs-Erklärungen, wenn Dinge aus dem Privatleben berichtet wurden. Teresa Enke äußert sich öffentlich nur zu Themen der Robert-Enke-Stiftung."

Keine Stellungnahme vom Theater

Neblung geht davon aus, das die Aufführung des Vier-Stunden-Stücks an dem renommierten Berliner Theater (440 Plätze) "eine gewisse Öffentlichkeitswirkung" haben wird. Teresa Enke hat den Kölner Medienanwalt Heiko Klatt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen betraut.

Das Maxim-Gorki-Theater gab am Montag auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (SID) keine Stellungnahme ab. Hinter dem Pseudonym des Autoren "Fritz Kater" verbirgt sich Armin Petras (48), Regisseur des Abends und Leiter des Theaters. Eine Theater-Sprecherin erklärte: "Frau Enke laden wir herzlich ein, eine der kommenden Vorstellungen zu besuchen."

Quelle: sid/fb
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