02.01.13

Prophet-Karikaturen

Satire-Magazin legt mit Comic über Mohammed nach

In Frankreich könnte es Ärger geben: Das Satire-Blatt "Charlie Hebdo" hat ein Heft mit Karikaturen des islamischen Propheten veröffentlicht. Streng gläubige Muslime lehnen es ab, Mohammed zu zeigen.

Foto: dpa

Die französische Sartire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ veröffentlicht in einem 64-seitigen Sonderheft einen Comic zum Leben des Propheten Mohammed
Die französische Sartire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" veröffentlicht in einem 64-seitigen Sonderheft einen Comic zum Leben des Propheten Mohammed

Das französische Satire-Blatt "Charlie Hebdo" hat am Mittwoch einen Comic zum Leben des islamischen Propheten Mohammed veröffentlicht. Mit dem Sonderheft steht möglicherweise neuer Ärger bevor. Bereits im September hatte eine "Charlie Hebdo"-Ausgabe mit derben Mohammed-Karikaturen zu weltweiten Protesten geführt. Strenggläubige Muslime empfinden es bereits als anstößig, Mohammed als Person zu zeigen.

Der Herausgeber und Zeichner von "Charlie Hebdo", Stéphane Charbonnier, hatte die Veröffentlichung zuvor als "völlig halal" und damit auch für Muslime zulässig bezeichnet. Gleichzeitig räumte der unter dem Namen Charb arbeitende Satiriker ein: "Wenn die Leute schockiert sein wollen, werden sie schockiert sein." Es sei aber nichts Schockierendes dabei.

Sonderheft mit 64 Seiten

Das Heft schildert mit den für Charb charakteristischen gelben Männchen das Leben von Mohammed: Die Situation seiner Eltern Abdullah und Amina, seinen Geburtsort Mekka, Mohammed als Neugeborenes, Kind, Heranwachsender, Reisen, heilige Kriege.

Das als "erste Ausgabe" mit Fortsetzungshinweis erschienene Heft endet mit der Begegnung Mohammeds mit dem Erzengel Gabriel. Am Mittwoch gab es vom Verlag noch keine Informationen darüber, ob es tatsächlich Fortsetzungen geben soll.

Das 64 Seiten umfassende Sonderheft liegt für sechs Euro an französischen Kiosken aus. Der Verlag hat nach Angaben vom Mittwoch etwa 80.000 Exemplare drucken lassen. Damit liegt die Auflage rund 10.000 Stück oberhalb der regulären Auflage des Wochenblattes.

Regierungssprecherin verweist auf Meinungsfreiheit

In einer ersten Reaktion auf das Sonderheft verwies die Sprecherin der französischen Regierung, Najat Vallaud-Belkacem, auf die Meinungsfreiheit im Land. Dem Sender France 2 sagte sie gleichzeitig: "Es ist nicht notwendig, Öl ins Feuer zu gießen." Frankreich brauche ein Gleichgewicht zwischen Meinungsfreiheit und dem Respekt für öffentliche Ordnung.

Nach der Veröffentlichung im September mussten französische Einrichtungen in einigen Ländern aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Die Internet-Seite von "Charlie Hebdo" war tagelang von Hackern gestört. Die 1970 gegründete Satirezeitung ging aus dem verbotenen Vorgängerblatt "Hara-Kiri" hervor. Autoren und Zeichner von "Charlie Hebdo" scheren sich nicht um Begriffe wie politische Korrektheit. Zu den Attackierten zählen Mächtige aus Politik und Wirtschaft genauso wie Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

Noch vor der Veröffentlichung der Karikaturen im Sommer 2012 hatte ein Schmäh-Video über Mohammed zu Protesten von Muslimen gegen die westliche Welt geführt.

Bei den wochenlang anhaltenden Unruhen starben etliche Menschen. Bei Protesten nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung 2006 kamen mehr als 150 Menschen ums Leben.

Quelle: dpa/sogi
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