19.12.12

Sicherheit

Kameras in allen Bahnhöfen kosten Milliarden

Nach dem vereitelten Anschlag von Bonn hat Innenminister Friedrich die Ausweitung von Videoüberwachung in Bahnhöfen gefordert. Die Bahn hat nichts dagegen – für den Steuerzahler würde es aber teuer.

Foto: dpa

Passanten lunter einer Überwachungskamera am Hauptbahnhof in Köln. Allein die Instandhaltung einer einzelnen Kamera kostet 1000 Euro
Passanten unter einer Überwachungskamera am Hauptbahnhof in Köln. Allein die Instandhaltung einer einzelnen Kamera kostet 1000 Euro

Die Ausstattung aller deutschen Bahnhöfe mit Überwachungskameras würde den Bund einem Bericht zufolge mehrere Milliarden Euro kosten. Allein für das komplette Anbringen von Kameras an den 325 am meisten genutzten deutschen Bahnhöfen müsse mit 241 Millionen Euro gerechnet werden, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Bericht der Bundespolizei. Hinzu kämen zusätzliche Personalkosten. Die Instandhaltung wird in dem Bericht mit 1000 Euro pro Videokamera beziffert.

Auf dem Bonner Hauptbahnhof hatte am Montag vergangener Woche ein Unbekannter womöglich aus der radikalislamischen Szene eine Sporttasche mit einem Sprengsatz abgestellt. Die Bombe wurde von Experten mit einem Wassergewehr zerstört. Videoaufnahmen eines Tatverdächtigen erhielten die Ermittler nur durch die Überwachungskamera in einem Fast-Food-Restaurant im Bahnhof.

Bahn-Chef offen für mehr Kameras

Bahn-Chef Rüdiger Grube zeigte sich offen für eine stärkere Videoüberwachung. Er sagte der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch, wenn die Politik mehr Überwachung und mehr Aufzeichnungen wolle, könne sie das über die Bundespolizei veranlassen. "Über die Umsetzung sprechen wir dann natürlich gemeinsam", sagte er.

Auch Grube verwies indes auf höhere Kosten: "Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Schon das Installieren der Kameras kostet Geld – ganz abgesehen von den Personalkosten für die Experten in den Überwachungszentralen", sagte er. Die Zusammenarbeit der Bahn mit der Bundespolizei bezeichnete der Bahnchef als "hervorragend".

Die Debatte war durch den versuchten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof losgetreten worden. Das CSU-geführte Bundesinnenministerium will die Videoüberwachung ausweiten. SPD, Grüne und Linke sind dagegen.

Quelle: AFP/dpa/ks
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