18.12.12

Internet

Instagram will Fotos ohne Entschädigung verkaufen

Nutzer der Foto-Plattform haben künftig nur noch begrenzt Kontrolle. Der Anbieter darf Bilder verkaufen, ohne Urheber zu beteiligen. Wer den neuen Regeln widersprechen will, erlebt eine Überraschung.

Foto: AFP

Instagram bereitet seine Nutzer auf neue Regeln vor. Der von Facebook übernommene Anbieter will künftig Fotos, die von Nutzer n eingestellt wurden, verkaufen dürfen – ohne die Urheber an den Einnahmen zu beteiligen
Instagram bereitet seine Nutzer auf neue Regeln vor. Der von Facebook übernommene Anbieter will künftig Fotos, die von Nutzern eingestellt wurden, verkaufen dürfen – ohne die Urheber an den Einnahmen zu beteiligen

Der Fotodienst Instagram erlebt nach der Übernahme durch Facebook seinen ersten Nutzeraufstand. Die Mitglieder stören sich an einem Punkt in den neuen Regeln, laut denen Instagram Bilder und andere Daten der Nutzer Werbetreibenden zur Verfügung stellen und dafür Geld kassieren kann.

Die Formulierung legt nahe, dass Werbekampagnen auf der Instagram-Plattform gemeint sein dürften – im Netz verbreitete sich aber rasant die generelle Meinung, dass Instagram Bilder verkaufen wolle. Von dem Unternehmen gab es zunächst keine klärenden Worte. Die neuen Regeln sollen am 16. Januar in Kraft treten.

Urheber geht leer aus

Die strittige Passage in den am späten Montagveröffentlichten Nutzungsrichtlinien lautet: "Der Dienst kann teilweise oder ganz von Werbeeinnahmen unterstützt werden. Um uns zu helfen, interessante bezahlte oder gesponsorte Inhalte oder Werbung zu platzieren, erklären Sie sich damit einverstanden, dass ein Unternehmen oder eine andere Einheit uns dafür bezahlt, Ihre Benutzernamen, Abbild, Fotos (zusammen mit allen anhängenden Metadaten) und/oder Aktionen, die sie vornehmen, im Zusammenhang mit bezahlten oder gesponsorten Inhalten oder Werbekampagnen anzuzeigen, ohne jede Vergütung für Sie."

Außerdem warnt Instagram, dass bezahlte Services oder gesponsorte Inhalte nicht unbedingt als solche ausgezeichnet werden. Weitere neue Bestimmungen hängen vor allem mit der Übernahme durch Facebook zusammen. So behält sich Instagram das Recht vor, sämtliche Informationen inklusive Geodaten mit anderen zu teilen.

Instagram mit mehr als 100 Millionen Nutzer

Facebook hatte im Frühjahr rundeine Milliarde Dollar für Instagram mit damals rund 30 Millionen Nutzern geboten. Angesichts der massiven Kursverluste der Facebook-Aktiefiel der tatsächliche Kaufpreis am Ende einige hundert Millionen Dollar niedriger aus.

Facebook machte von Anfang an keinen Hehl daraus, dass sich die teure Übernahme am Ende rechnen soll. Nach jüngsten Angaben hat Instagram mehr als 100 Millionen Nutzer, Facebook knackte im Herbst die Milliarden-Marke. Auf Facebook-Seite wurden die Schleusen für Instagram-Daten bereits vor kurzem mit neuen Datenschutz-Regeln geöffnet.

Kein Widerspruch möglich

Mit Instagram können per Smartphone geschossene Fotos kostenlos bearbeitet und anschließend auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken im Internet veröffentlicht werden. Dort zählt das Teilen von Bildern mit anderen Nutzern zu einer der Hauptaktivitäten.

Auf Instagram sind mehrere Hundert Millionen Fotos gespeichert. Es gibt für Nutzer keine Möglichkeit, den neuen Regeln zu widersprechen. Wer die Bedingungen nicht akzeptieren will, muss folglich sein Konto bei Instagram löschen.

Quelle: dpa/heu
Quelle: Reuters
10.04.12 0:59 min.
Kurz vor seinem Börsengang übernimmt das soziale Netzwerk Facebook für eine Milliarde Dollar den Fotodienst Instagram. Dabei handelt es sich um den teuersten Zukauf der Firmengeschichte.
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