Bundesliga
Schalke trennt sich von seinem Trainer Huub Stevens
Als Konsequenz aus dem Absturz in der Bundesliga hat Schalke 04 den Coach beurlaubt. Am Abend zuvor hatte das Team eine Niederlage kassiert.
Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat seinen Trainer Huub Stevens beurlaubt. Nach Angaben des Vereins vom Sonntag wird der bisherige U17-Coach Jens Keller Nachfolger des Niederländers. Er wird mindestens bis zum Saisonende Trainer der Königsblauen bleiben. Das sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies im Sport1-Interview.
Die Entscheidung zur Trennung von Stevens fiel einen Tag nach der 1:3-Heimniederlage der Schalker gegen den SC Freiburg "im persönlichen Gespräch mit Huub Stevens im beiderseitigen Einvernehmen", hieß es.
Nach zuletzt sechs sieglosen Ligaspielen in Serie geht Schalke nur als Tabellensiebter in die Winterpause. Stevens hatte noch einen Vertrag bis zum Saisonende. Er hatte den Verein aus Gelsenkirchen bereits von 1996 bis 2002 trainiert.
Die Entscheidung trafen die Verantwortlichen am Sonntagmorgen in einer Unterredung mit Stevens. Sie sei allen Beteiligten "angesichts der großen Verdienste, die sich der 59-Jährige um den Verein erworben hat, alles andere als leicht gefallen". Auch Co-Trainer Markus Gisdol wurde freigestellt.
Sechs Spiele ohne Sieg
Nach dem sechsten sieglosen Bundesliga-Spiel in Serie wollte oder konnte am Sonnabend auch Schalke-Sportdirektor Horst Heldt kein Treuebekenntnis zum Trainer ablegen. "Ich muss das erst mal sacken lassen und meine Gedanken sammeln. Es war kein guter Tag für uns. Alle weiteren Fragen werden wir dann beantworten, wenn es so weit ist. Wir werden Antworten liefern, aber nicht direkt nach dem Spiel", sagte Heldt im Interview des TV-Senders "Sky".
Stevens hatte auf seinen "Vertrag bis Ende der Saison" verwiesen und dass der Verein diese Fragen beantworten müsse. "Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich nicht mehr bei den Spieler ankomme", fügte Stevens hinzu. Die Leistung seines Teams lässt jedoch andere Rückschlüsse zu.
"Man merkt, dass wir in einer Scheiß-Phase sind. Wir haben sehr gut angefangen, aber nach dem Gegentor fallen wir in uns zusammen", sagte Schalke-Profi Christoph Metzelder. Der Verteidiger sprach davon, dass die Elf teilweise "Ordnung und Nerven" verloren habe.
Dritter vorzeitiger Trainerwechsel in der laufenden Saison
Stevens betreute die Schalker bereits vom 9. Oktober 1996 bis zum 30. Juni 2002. Sein größter Erfolg war der Gewinn des Uefa-Pokals 1997. Zudem holte er mit dem Team zweimal den DFB-Pokal. Wegen dieser Triumphe wählten ihn die Fans des Klubs 2004 zum "Jahrhunderttrainer".
Nach dem Rücktritt des damaligen Schalker Chefcoachs Ralf Rangnick aus gesundheitlichen Gründen übernahm Stevens die Profimannschaft der Gelsenkirchener am 27. September 2011 zum zweiten Mal und führte das Team in die Champions League. Hier erreichte er in dieser Saison als Gruppensieger das Achtelfinale.
Die Trennung von Stevens ist der dritte vorzeitige Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Zuvor mussten Felix Magath beim VfL Wolfsburg und Markus Babbel bei 1899 Hoffenheim gehen.


















