15.12.12

Unglück bei Koblenz

Brückeneinsturz – alle Arbeiter werden geborgen

Die Retter befürchteten das Schlimmste. Am Ende konnten sie aber alle sechs Menschen befreien, die beim Einsturz einer Brücke bei Koblenz verschüttet wurden. Ein Opfer ist lebensgefährlich verletzt.

Foto: dapd
Einstuerzende Bruecke begraebt Arbeiter unter sich
Weil die Statik der Brücke schon nachgab, gestaltete sich die Rettungsaktion "äußerst schwierig". Erst nach Stunden konnten die Retter zum letzten der Verschütteten vordringen

Dramatische Rettungsaktion nach einem Brückeneinsturz in der Nähe von Koblenz: Am Samstagabend sind mehrere Menschen in Urbar unter Trümmern begraben worden. Zwei Bauarbeiter wurden lebensgefährlich verletzt, eine Person trug schwere Verletzung davon und drei weitere Menschen wurden leicht verletzt, sagte ein Notarzt. Ein Bauarbeiter war mehrere Stunden lang unter den herabgestürzten Stahl- und Betonteilen eingeklemmt.

Das Unglück ereignete sich um kurz nach 18.00 Uhr. Die Brücke über die Bundesstraße 42 und die angrenzenden Bahnschienen sollte am Samstag regulär abgerissen werden. Daher war auch die viel befahrene Bundesstraße ab 14.00 Uhr voll gesperrt. Laut Feuerwehr brach plötzlich ein Teil herunter und begrub die Arbeiter unter sich. Die Rettungsarbeiten seien "äußerst schwierig" gewesen, sagte Feuerwehrsprecher Norbert Gras

Drei Personen konnten sich aus eigener Kraft befreien, drei weitere waren unter den Trümmern begraben. Der Versuch, die Verschütteten mit einem Kran zu bergen, scheiterte zunächst. Zwei Arbeiter konnten dennoch schnell gerettet werden, die dritte Person blieb jedoch bis kurz vor 21.00 Uhr eingeklemmt. Während der Rettungsaktion mussten Ingenieure immer wieder die Statik des zerstörten Bauwerks prüfen. Der Einsatz sei sehr riskant gewesen, sagte Gras.

Einsatz von speziellen Plasmaschneidern

Die Feuerwehrmänner machten sich mit speziellen Plasmaschneidern an die Arbeit und konnten den Mann schließlich retten. Die Einsatzleitung hatte damit gerechnet, den Mann nur noch tot bergen zu können. Es sei großes Glück gewesen, dass er noch am Leben war, sagte der Feuerwehrsprecher. Sein Zustand sei aber lebensbedrohlich.

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Fred Pretz, sagte, es stehe noch keine genaue Ursache für das Unglück fest. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen. Laut Pretz stürzte das Brückenteil plötzlich herab. Die sechs betroffenen Arbeiter befanden sich dabei auf und unter der Brücke. "Wir hoffen jetzt, dass es den Verletzten bald wieder besser geht", sagte Pretz. Die Fuß- und Fahrzeugbrücke sollte angerissen werden, weil sie marode war und nicht mehr genutzt werden konnte.

Laut Pretz werden die Bundesstraße und die rechtsrheinische Bahnstrecke vermutlich längere Zeit gesperrt bleiben. An der Rettungsaktion waren etwa 90 Einsatzkräfte beteiligt.

Quelle: dapd/bas
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