14.12.12

Mord an Journalistin

Elf Jahre Haft für Ex-Polizisten im Fall Politkowskaja

Im ersten Prozess um den Mord an der kremlkritischen Anna Politkowskaja trat er als Zeuge auf, nun wurde Ex-Polizist Pawljutschenkow wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Er besorgte die Tatwaffe.

Foto: AFP
Der russische Ex-Polizist Dmitri Pawljutschenkow (M.) im Gerichtssaal in Moskau. Er hatte einen Deal mit der Staatsanwaltschaft geschlossen
Der russische Ex-Polizist Dmitri Pawljutschenkow (M.) im Gerichtssaal in Moskau. Er hatte einen Deal mit der Staatsanwaltschaft geschlossen

Mehr als sechs Jahre ist es her, dass die regierungskritische russische Journalistin Anna Politkowskaja in Moskau ermordet wurde, nun ist die Justiz einer Klärung des Falles zumindest einen kleinen Schritt näher gekommen. Am Freitag verurteilte ein Gericht in der Hauptstadt einen der Hintermänner wegen Beihilfe zum Mord zu elf Jahren Haft.

Die russische Justiz hatte zuvor eine Vereinbarung mit dem geständigen Ex-Polizisten Dmitri Pawljutschenkow getroffen – gegen den Protest von Politkowskajas Familie. In dem Deal hatte die Staatsanwaltschaft dem früheren Oberstleutnant bei einer Zusammenarbeit mit den Behörden einen deutlichen Strafnachlass versprochen. Die Forderung hatte bei zwölf Jahren Haft gelegen, allerdings war der Nachlass dort schon eingeflossen, sonst hätten Pawljutschenkow 15 Jahre gedroht.

Der Prozess hatte am Mittwoch dieser Woche begonnen. Pawljutschenkow hatte die Beschattung von Politkowskaja organisiert und die Waffe besorgt, mit der die Reporterin am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung erschossen wurde.

Journalisten führten eigene Ermittlungen

Im ersten Prozess war Pawljutschenkow nur Zeuge. Danach führten die Journalisten der Zeitung "Nowaja Gaseta", für die Politkowskaja arbeitete, ihre eigenen Ermittlung durch und fanden Beweise dafür, dass er einer der Täter war. Seine Festnahme im vergangenen Jahr wurde als Wendepunkt in dem Prozess wahrgenommen.

Er war wohl der Organisator des Mordes und musste die Auftraggeber kennen. Pawljutschenkow sagte allerdings lediglich, er habe "gehört", dass der Auftraggeber der Exil-Oligarch Boris Beresowski sein soll. Die Staatsanwaltschaft gab sich mit dieser Antwort zufrieden. Die Journalisten der "Nowaja Gaseta" und die Familie von Politkowskaja sind sich sicher, dass er die wahren Auftraggeber kennt, aber sie gehören offenbar zu den "unantastbaren" Personen im russischen Staat und werden nicht verfolgt.

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