07.12.12

Marktsicht

Rezession in Europa – bald auch in Deutschland?

Aktienmärkte zeigen sich von den derzeitigen Gefahren unbeeindruckt, so Alexander Lukas, Senior-Portfoliomanager der Weberbank.

Foto: dpa
EZB verharrt in Wartestellung
Die EZB – hier der Neubau in Frankfurt/Main – hat ihre Wachstumsprognose gesenkt

Schwache Konjunktur, Staatsschuldenkrisen, Fiskalklippe: Es ist in diesem Zusammenhang erstaunlich, wie sich die weltweiten Aktienmärkte weitgehend unbeeindruckt von den Gefahren zeigen, die derzeit drohen. Denn seit Jahresanfang konnten fast alle Aktienmärkte deutlich zulegen.

Dazu kommen kontinuierlich fallende Unternehmens-Gewinnschätzungen für die nächsten beiden Jahre. Das ist normalerweise nicht der Stoff, aus dem Aktien-Erfolgsstorys gemacht werden. An der Börse wird ja bekanntermaßen die Zukunft gehandelt, und die ist nach wie vor von Unsicherheit geprägt. Möglicherweise kommt die nächste größere Kurskorrektur dann, wenn auch in Deutschland das Schreckgespenst der Rezession umgeht.

EZB senkt Wachstumsprognose

Die europäische Konjunktur ist derzeit noch im Winterschlaf, aus dem sie im kommenden Jahr auch nicht frühzeitig erwachen wird. Die EZB revidierte jüngst ihre Wachstumsprognose und erwartet für das Jahr 2013 in der Eurozone nun eine Rezession. Einzige Lichtblicke waren zuletzt, dass sich viele Konjunkturindikatoren leicht erholt haben. Auch der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe stieg an – wenn auch von sehr niedrigem Niveau.

Der Konsum, gemessen an den Einzelhandelsumsätzen, ist nicht nur in Europa, sondern auch in Deutschland rückläufig. Parallel geht auch das Verbrauchervertrauen zurück. Allesamt ungünstige Vorzeichen für das Weihnachtsgeschäft. Immerhin ist der ifo-Index zum ersten Mal seit April wieder angestiegen. Doch die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung ist angesichts der verschlechterten Konjunkturaussichten fraglich.

Nichtsdestotrotz: Wie weit eine von den Notenbanken herbeigeführte, liquiditätsgetriebene Rallye reichen kann, zeigt die jüngste Vergangenheit. Addiert man nun die moderaten Bewertungen und geringen Investitionsquoten oder Wachstumsimpulse aus den Schwellenländern, liegen wieder ausreichend Gründe auf dem Tisch, um zuversichtlich in das neue Jahr zu blicken.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von der Weberbank als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

www.weberbank.de

Alexander Lukas

Alexander Lukas,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Alexander Lukas ist seit 2008 in der Vermögensverwaltung der Weberbank für die Aktienauswahl im Bereich der Nebenwerte verantwortlich. Der gelernte Bankkaufmann und Chartered Financial Analyst hat Volkswirtschaftslehre in Berlin und Mailand studiert.

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