07.12.12

Wirtschaftsausblick

Bundesbank glaubt nur an Mini-Wachstum

Die Bundesbank hat ihre Prognose für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr drastisch gesenkt. Erst 2014 erwartet sie wieder ein robustes Wachstum – und auch das ist alles andere als sicher.

Quelle: Reuters
06.12.12 1:17 min.
Die Europäische Zentralbank verzichtet trotz schwacher Wirtschaftsaussichten für die allermeisten Euro-Länder vorerst auf eine weitere Zinssenkung. Sie ist aber nicht vom Tisch.

Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr nur ein Mini-Wachstum zu. Sie senkte ihre Prognose wegen der Schuldenkrise in Europa und der schwächeren Weltkonjunktur von 1,6 auf 0,4 Prozent.

Die Notenbank ist damit pessimistischer als die Bundesregierung, die ein mehr als doppelt so starkes Plus von 1,0 Prozent vorhersagt. "Die gute Grundkonstitution der deutschen Wirtschaft spricht aber dafür, dass sie die vorübergehende Schwächephase ohne größere Schäden insbesondere bei der Beschäftigung übersteht", sagte Bundesbankchef Jens Weidemann zu der halbjährlichen Vorhersage.

Erst 2014 wieder "robustes Wachstum"

Für dieses Jahr senkte er die Prognose von 1,0 auf 0,7 Prozent. Erst 2014 erwartet die Bundesbank mit 1,9 Prozent wieder ein robustes Wachstum – "wenn sich die Banken- und Staatsschuldenkrise im Euro-Raum nicht weiter verschärft und sich die Verunsicherung der Investoren und Verbraucher allmählich legt".

Am Arbeitsmarkt dürfte die Konjunkturdelle keine größeren Spuren hinterlassen. Die Arbeitslosenquote könnte im kommenden Jahr zwar leicht auf 7,2 Prozent steigen, 2014 aber wieder auf 7,0 Prozent zurückgehen. "Die Arbeitszeit wird wieder als Konjunkturpuffer dienen", erwarten die Bundesbanker.

Inflation soll fallen

Entspannung sagen sie auch bei den Preisen voraus: Die nach einheitlichen europäischen Standards berechnete Inflationsrate werde in diesem Jahr noch 2,1 Prozent betragen, 2013 aber auf 1,5 Prozent fallen. Auch 2014 soll sie mit 1,6 Prozent unter der Marke von zwei Prozent verharren, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht.

Die Ökonomen räumen aber ein, dass ihre Projektionen "durch ein hohes Maß an Unsicherheit charakterisiert" sei. "Dabei überwiegen die Abwärtsrisiken" – etwa ein stärkerer Abschwung der Weltwirtschaft oder eine Verschärfung der Schuldenkrise.

"Es ist aber durchaus vorstellbar, dass sich der Euro-Raum schneller erholt und dass sich die Weltwirtschaft stärker beschleunigt als hier unterstellt wird", sagte Weidmann. "Dann ist die Zuversicht berechtigt, dass die deutsche Wirtschaft die sich ergebenden Chancen nutzt.

Quelle: Reuters/cat
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