05.12.2012, 10:38

Raumfahrt Nasa schickt Doppelgänger von "Curiosity" zum Mars


Nach sechsjähriger Entwicklungsarbeit und acht Monate langem Flug durch das Weltall: Die Bildkombination zweier künstlerischer Darstellungen zeigt den Anflug des Marsrover „Curiosity“ auf den Mars

Foto: pa

Space-Shuttle-Programm abgesägt, Budget gekürzt: Die Nasa fürchtete um ihr Image. Doch dann landete „Curiosity“ auf dem Mars. Nach den Erfolgen des Rovers soll schon bald der nächste Marsroboter starten.

Die Wende kam per Ultrahochfrequenz-Signal. Über eine Sonde und mehrere Antennen erreichten die sehnlichst erwarteten Töne am Morgen des 6. August 2012 das Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena.

"Landung bestätigt", rief Ingenieur Allen Chen laut durch den Raum. "Wir sind sicher auf dem Mars." Nach sechsjähriger Entwicklungsarbeit und acht Monate langem Flug durch das Weltall war der Nasa-Forschungsroboter "Curiosity" auf dem Roten Planeten gelandet – und in den Jubel im Kontrollzentrum mischte sich vor allem ein Gefühl: Erleichterung.

Wäre auch nur eine winzige Kleinigkeit schief gegangen, dann wäre "Curiosity" zu einem Haufen Schrott und einer riesigen Blamage für die Nasa geworden. Aber der Rover schaffte die Landung auf dem Mars – und brachte die Raumfahrtbehörde so mit einem Schlag zurück auf die Erfolgsspur.

Bemannte Mars-Mission als Ziel

Nun will die Nasa mit einer weiteren Mars-Mission sicherstellen, dass sie auch künftig führende Nation bei der Erforschung des Roten Planeten bleibt. Bereits im Jahr 2020 soll der nächste Forschungsroboter zum Mars fliegen. Nasa-Chef Charles Bolden erklärte, die Regierung von US-Präsident Barack Obama sei ernsthaft an der Erforschung des Mars interessiert. Zugleich sei dies ein weiterer bedeutsamer Schritt auf dem Weg zu bemannten Missionen zum Mars in den 2030er Jahren.

Die Ankündigung erfolgte einen Tag, nachdem Nasa-Wissenschaftler mitteilten, der Mars-Rover "Curiosity" sei bei seiner Mission auf organische Teilchen gestoßen, die auf Leben auf dem Roten Planeten hindeuten könnten.

Geplant ist ein "Curiosity"-Doppelgänger

Der noch namenlose neue Rover soll ähnlich wie "Curiosity" aussehen und funktionieren – auch aus Spargründen.

"Curiosity" war Anfang August nach einer mehr als achtmonatigen Reise durchs All auf dem Mars gelandet. Die Mission des 2,5 Milliarden Dollar teuren Rovers ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. Der Forschungsroboter soll nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen.

Wegen Einschnitten in ihren Haushalt hatte die Nasa ihr Gemeinschaftsprogramm mit der Europäischen Raumfahrtagentur Esa zur Erkundung des Mars im Februar vorerst eingestellt. Zwei für die Jahre 2016 und 2018 geplante Missionen des Programms ExoMars zur Erkundung des Roten Planeten wurden deswegen abgesagt. Mittlerweile stieg Russland in das Programm ein.

(AFP/dpa/oc)
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