23.11.12

Energiekosten

Verbraucher sollen alten Strompreis weiterzahlen

Der Bund der Energieverbraucher hat die Deutschen zu Gegenwehr gegen die drastischen Strompreiserhöhungen aufgerufen. Man solle weiter den alten Preis zahlen – und dem Anbieter einen Brief schreiben.

Foto: Infografik Die Welt
Zusammensetzung des Strompreises
Zusammensetzung des Strompreises

Der Bund der Energieverbraucher rät Stromkunden, ungerechtfertigte Anhebungen der Strompreise zurückzuweisen oder weiter den alten Preis zu zahlen. "Strompreiserhöhungen von zwölf Prozent sind sicher nicht gerechtfertigt", sagte Verbraucherbundschef Aribert Peters der "Passauer Neuen Presse".

Berechtigt wären "Preiserhöhungen in der Größenordnung von 1,8 Cent pro kWh. Das würde etwa eine Steigerung von sechs bis acht Prozent ausmachen." Zahlreiche Stromkonzerne haben für das kommende Jahr Preiserhöhungen in der Spitze bis zu 32 Prozent angekündigt.

Die Bundesregierung habe einen Großteil der Industrie von der Ökostromumlage und höheren Kosten befreit und den normalen Stromkunden aufgebürdet. "Der Mittelstand und der einfache Verbraucher sind die Dummen", beklagt Peters. Die Energiekonzerne machen seiner Ansicht nach gezielt Politik gegen die Energiewende.

Stromverbraucher rät Peters, unangemessene Preissteigerungen zu wehren. "Die Kunden sollten entweder die Preiserhöhung zurückweisen oder dem Anbieter mitteilen, dass sie den neuen Preis nicht zahlen, sondern weiter den alten."

In der Regel sei weder im Liefervertrag ein gültiges Preisänderungsrecht vereinbart noch entspräche die Preiserhöhung dem Grundsatz der Billigkeit. Sein Verband biete auf seiner Homepage dazu Musterbriefe an.

Allerdings räumt der Verband auch ein gewisses Risiko ein: Man solle den Schritt nur wagen, wenn eine Rechtsschutzversicherung bestehe.

Bundeskartellamt rät zum Anbieterwechsel

Das Bundeskartellamt rät den Kunden hingegen nur zum Wechsel des Anbieters. "Auch wenn viele Stromversorger nun Kosten der Energiewende an die Verbraucher weitergeben, kann ein Anbieterwechsel in vielen Fällen zu erheblichen Einsparungen führen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der "Süddeutschen Zeitung".

"Man kann gar nicht eindringlich genug an die Verbraucher appellieren, Preise zu vergleichen und von ihren Wechselmöglichkeiten Gebrauch zu machen."

Ähnlich äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). "Ein Blick ins Internet lohnt immer", sagte er der "SZ". "Wer Anbieter und Strompreise vergleicht, kann oft Geld sparen."

In den letzten Tagen haben Millionen Haushalte von ihren Versorgern erfahren, dass die Strompreise zum Jahresanfang steigen werden, insbesondere wegen des massiven Anstiegs der Ökostrom-Umlage.

Quelle: dapd/AFP/tts/lw
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

BVG-Tarifverhandlungen stehen vor einer kritischen Runde
13:43Kritische Tarifrunde
Bei der BVG laufen bereits Vorbereitungen für einen Streik

In Berlin drohen neue Streiks im Nahverkehr. Am Dienstag treffen sich die Gewerkschaft und die BVG-Arbeitgeberseite, um über noch einmal über den Tarifvertrag zu beraten, Streikvorbereitungen laufen. mehr...


Eine Sambatänzerin beim Festumzug des Karnevals der Kulturen der Welt teil
11:34Umzug in Kreuzberg
Karneval der Kulturen - So feierte Berlin seine Vielfalt

Pfingsten ist die Zeit der Berliner Version des Karnevals: Am Sonntag zeigte sich Kreuzberg besonders bunt - beim großen Umzug. Rund 700.000 Menschen feierten mit. Das Fest in Bildern und Videos. mehr...


Der BER war vor allem wegen Mängeln beim Brandschutz nicht gestartet - die zuständige Behörde hatte die Genehmigung der Anlage verweigert
13:07Brandschutzanlage
Am BER startet das erste Umbauprojekt seit Mehdorns Antritt

Wann der BER eröffnet, ist noch immer völlig unklar. Nun soll zumindest ein großes Manko beseitigt werden: Die Sprinkleranlage wird umgebaut, statt einer zentralen soll es drei separate Anlagen geben. mehr...


Kupferklau an Bahnschienen: Die Polizei kontrolliert einen Abschnitt in Marzahn
15:55Kriminalität
Metalldiebstahl – Kampf gegen die Wilderer der Großstadt

Erdungskabel, Grabplaketten: Vor Metalldieben ist nichts sicher. Die Deutsche Bahn registrierte 2012 Schäden von 17 Millionen Euro. Die Polizei fahndet mit modernster Technik. Wir haben sie begleitet. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Umzug Karneval der Kulturen 2013 - Berlin ist bunt
Unwetter Starke Tornados verwüsten vier US-Bundesstaaten
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
 
title
Abi 2012

Hier finden Sie eine Übersicht der Abiturienten.mehr

1085783744.jpg
Ausbildung 2013

Ratschläge zur erfolgreichen Gestaltung und zur Berufswahlmehr

Bildschirmfoto 2013-05-07 um 15.39.57.png
Outletcenter

Diese Outletcenter bieten gute Ware zu günstigen Preisen... mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Zweite Liga

Die Aufstiegsfeier von Hertha

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote