21.11.12

Zwölf-Stunden-Gipfel

Euro-Retter kapitulieren vor Griechenland-Details

Die Euro-Finanzminister haben sich nicht auf neue Milliardenhilfen für das verschuldete Griechenland einigen können. Bis Montag sind laut Euro-Gruppenchef Juncker technische Überprüfungen notwendig.

Foto: dapd
Belgium Europe Financial Crisis
Stundenlang haben die internationalen Geldgeber in Brüssel getagt. Eine Einigung wurde vorerst jedoch nicht erzielt

Auch nach fast zwölfstündigen Beratungen haben die internationalen Geldgeber Griechenlands in Brüssel erneut keine Einigung auf neue Hilfen für das überschuldete Land erzielt. "Da die Fragen so kompliziert sind, haben wir keine abschließende Lösung gefunden", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am frühen Mittwoch. "Deswegen werden wir uns am Montag wieder treffen."

Mehrere Optionen auf dem Tisch

Da Griechenland bei der Umsetzung seines Sparprogramms hinter den Vorgaben der internationalen Geldgeber zurückliegt, berieten die Euro-Finanzminister und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, über Wege, eine neue Finanzlücke in Milliardenhöhe zu füllen.

Dafür liege nun "eine Reihe von Optionen" auf dem Tisch, sagte Schäuble. Bekommt Griechenland einen Aufschub von zwei Jahren für die Erfüllung seiner Sparauflagen, braucht das Land weitere knapp 33 Milliarden Euro.

Mit dem IWF gibt es Uneinigkeit darüber, ob Athen zwei Jahre Aufschub bis zum Jahr 2022 zur Verringerung seines Schuldenbergs bekommen soll. Die Eurogruppe befürwortet dies, Lagarde ist strikt dagegen.

"Wir nähern unsere Positionen an", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker vor Journalisten. "Wir haben gute Arbeit geleistet, wir schließen die Lücke, sind aber noch nicht ganz fertig", sagte Lagarde. "Wir müssen noch ein bisschen mehr tun."

"Griechenland hat geliefert"

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Geldgeber keine Lösung gefunden. "Die Eurogruppe hat ihr Treffen unterbrochen, um weitere technische Arbeit an diesem Paket zu ermöglichen", hieß es in einer schriftlichen Erklärung Junckers, die kurz nach dem Ende des Treffens am Mittwochmorgen verbreitet wurde.

Juncker sagte beim Verlassen des Tagungsorts, dass damit auch noch keine Entscheidung darüber gefallen sei, weitere Milliardenhilfen für das Land freizugeben: "Wir müssen noch einige technische Überprüfungen machen." Die Regierung in Athen habe jedoch alle Auflagen der Geldgeber erfüllt: "Griechenland hat wirklich geliefert, man muss das anerkennen."

Athen benötigt dringend eine ausstehende Kreditrate in Höhe von rund 31 Milliarden Euro. Ohne weitere Hilfen der internationalen Geldgeber droht dem Land die Pleite.

Trotz des vorläufigen Scheiterns der Verhandlungen sollen die Pläne zur Unterstützung Griechenlands kein Thema auf dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs werden, wie Schäuble und Juncker sagten.

Quelle: AFP/tts
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