19.11.12

Seit Monaten im Koma

Prinz Friso zeigt "erste Anzeichen von Bewusstsein"

Ein Hoffnungsschimmer? Der niederländische Königssohn Johan Friso liegt seit einem Lawinenunfall vor neun Monaten im Koma, jetzt zeigt er erstmals "ab und zu Zeichen von sehr geringem Bewusstsein".

Der bei einem Lawinenunglück in Österreich schwer verletzte niederländische Prinz Johan Friso hat nach neun Monaten im Koma erstmals Anzeichen von Bewusstsein gezeigt. Dabei handele es sich um das so genannte Minimalbewusstsein, erklärte das niederländische Königshaus am Montag.

"Seit kurzem zeigt Prinz Friso ab und zu Zeichen von sehr geringem Bewusstsein", heißt es in der Erklärung. Um welche Zeichen es geht, wurde nicht mitgeteilt.

Dennoch sei die Prognose für den 44-Jährigen derzeit "sehr ungewiss", und das Londoner Ärzteteam des Prinzen weiter "sehr besorgt". Bis es Klarheit über den Zustand des Prinzen gebe, werde es noch Monate dauern. Friso war Mitte Februar bei einem Skiausflug in Lech am Arlberg abseits der Piste verschüttet worden.

20 Minuten unter den Schneemassen

Nach dem Unfall lag Friso 20 Minuten unter den Schneemassen und erlitt einen längeren Herzinfarkt, ehe er von Einsatzkräften wiederbelebt und in die Innsbrucker Uniklinik geflogen werden konnte. Nach Angaben seiner Ärzte erlitt er dauerhafte Schäden im Gehirn.

Später wurde er in das Londoner Wellington-Krankenhaus ausgeflogen. Damals waren die Ärzte nicht sicher, ob der Prinz jemals wieder zu Bewusstsein kommen werde. Zum Zeitpunkt des Unglücks galt in der Region die zweithöchste Lawinen-Warnstufe.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung hatte die österreichische Staatsanwaltschaft zunächst gegen Frisos Begleiter, einen Hotelier, ermittelt. Das Verfahren wurde jedoch Mitte Oktober eingestellt, weil beide bei dem Ausflug abseits präparierter Pisten gemeinsam für das Unglück verantwortlich gewesen seien.

Friso war aus Thronfolge ausgeschieden

Der zweite Sohn von Königin Beatrix, der mit seiner nicht vom Königshaus gebilligten Hochzeit aus der Thronfolge ausgeschieden war, hatte vor dem Unfall bei der US-Investmentbank Goldman Sachs und bei einem britischen Lieferanten für atomare Brennstoffe gearbeitet.

Die königliche Familie bedankte sich für die Zurückhaltung der Medien seit dem Unglück. "Dies ist die schwerste Zeit meines Lebens", wird die Frau des Prinzen, Prinzessin Mabel, in der Erklärung zitiert. "Meine Liebe für Friso, die Unterstützung von Familie und Freunden sowie das große Mitgefühl von Vielen geben mir Kraft in dieser schwierigen Zeit."

Quelle: dpa/AFP/mak
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