15.11.12

Blackout

Defekte Starkstromleitung legte München lahm

Stromausfall in der bayerischen Landeshauptstadt München: In mehreren Stadtteilen gab es mehr als eine Stunde keinen Strom mehr. Ampeln fielen aus, der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen.

Quelle: Reuters
15.11.12 1:38 min.
Ein großflächiger Stromausfall hat am Donnerstag in der bayerischen Landeshauptstadt München für Chaos gesorgt. Der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen, der Strom fiel über eine Stunde aus.

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In weiten Teilen Münchens ist am Morgen vorübergehend der Strom ausgefallen. Es kam zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen aufgrund ausgeschalteter Ampeln und Störungen bei U- und S-Bahn sowie Tram. Wie viele Haushalte betroffen waren, ist noch unklar.

Anwohner im Münchner Osten berichteten im Lokalradio, dass etwa früh um sieben Uhr bei ihnen zuhause der Strom stark geschwankt habe und die Lichter an- und ausgegangen seien. Dann sei auf einmal alles dunkel geworden.

Mittlerweile haben die Stadtwerke München die Ursache für den Stromausfall bekannt gegeben. Es habe einen Defekt an einem Versorgungskabel (110 kV) zwischen München und der nördlich gelegenen Stadt Moosburg gegeben. Die 18.000-Einwohnerstadt ist derzeit noch immer ohne Strom.

Die Feuerwehr war zuvor davon ausgegangen, dass der Blackout seine Ursache durch eine Explosion im Umspannwerk in der Elektrastraße im Stadtteil Bogenhausen hatte. "In dem 110 kV-Umspannwerk sind drei Isolatoren explodiert. Es hat zwar nicht gebrannt, es gab aber eine starke Rauchentwicklung. Das war der Auslöser für den Blackout in München", so die Aussage eines Feuerwehrsprechers. Die Feuerwehr war vor Ort und hat eigenen Angaben zufolge die Situation schnell unter Kontrolle gebracht.

Die Stadtwerke München konnten bis zum Mittag keine Ursache für den Ausfall angeben. Ein Sprecher bestätigte aber am Morgen, einen Feuerwehreinsatz, den es gegen 7 Uhr wegen Rauchentwicklung in einem Umspannwerk gegeben habe. Er "nicht spekulieren, ob das Ursache oder Wirkung war", sagte der Sprecher zu diesem Zeitpunkt.

Via Twitter schrieb die "Süddeutsche Zeitung", ein Schaden im Heizkraftwerk Nord sei Ursache für den Stromausfall.

Die Stadtwerke hätten sich sofort daran gemacht, den Fehler zu beheben. "Um 7.35 Uhr waren die meisten Stadtbezirke wieder versorgt, um 8 Uhr hatten alle Haushalte wieder Strom", twitterte der Stromversorger.

Die Stadtwerke waren zuvor telefonisch nicht zu erreichen gewesen. Dort schaltet sich nur ein Anrufbeantworter ein mit der Bitte, eine Telefonnummer zu hinterlassen. Man rufe umgehend zurück.

Es gab Stromausfälle in vielen Stadtteilen der Millionenstadt, so etwa in Schwabing, Haidhausen, Giesing, Neuperlach, Riem, Berg am Laim.

Als Folge des Zusammenbruchs der Energieversorgung kam der öffentliche Nahverkehr mitten im Berufsverkehr weitgehend zum Erliegen, U-Bahnen und Straßenbahnen konnten nicht weiterfahren. Die S-Bahn auf der viel befahrenen Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Hackerbrücke stand still. Zahllose Pendler stiegen auf das Auto um.

Die Berufsfeuerwehr hatte so gut wie alle Kräfte im Einsatz. Sie war bei insgesamt 50 Einsätzen zugegen. Bei 25 Einsätzen befreiten die Feuerwehrleute Menschen aus Aufzügen. Einmal musste sie einen Mann aus einer Tankstelle holen, weil die elektrische Tür nicht aufging. Auch ging ein Notruf einer Pflegeeinrichtung ein, weil vier Beatmungsplätze plötzlich ausfielen. Dort sei aber umgehend wieder der Strom zurückgekommen, sagte ein Sprecher der Münchner Berufsfeuerwehr.

Bei weiteren Einsätzen waren Feuermelder angesprungen oder plötzlich ausgefallen und hatten so Fehlalarm ausgelöst. In Krankenhäusern funktionierten die Notstromaggregate.

Auch beim Münchner Großkonzern Siemens gab es in der Zentrale am Wittelsbacherplatz und in Neuperlach Stromausfall, wie ein Mitarbeiter berichtete.

Die Computerbildschirme seien schwarz gewesen. Er sei, nachdem keine U-Bahn gefahren sei, mit dem Taxi vom Münchner Westen zur Arbeit in die Innenstadt gefahren. "Wir haben uns zu viert ein Taxi geteilt und haben uns durch den Stau gekämpft. Das hat mehr als eine Stunde gedauert." Die Lage habe sich nun nach eineinhalb Stunden normalisiert. Man könne nun wieder den Computer normal nutzen.

12.31 Uhr: "Versorgung stabil"

"Die fehlerhafte Leitung ist isoliert - die Versorgung ist stabil", twittern die Stadtwerke München.

12.23 Uhr: Wichtiges Kabel zwischen München und Moosberg

Es handelte sich um ein wichtiges Versorgungskabel (110 kV) zwischen München und Moosburg, eine Analyse des Defektes soll schnell folgen, laut Aussage der Stadtwerke.

12.11 Uhr: Schaden an Freileitung als Ursache

Die Stadtwerke geben die Ursache für den Stromausfall bekannt: Ein Schaden an einer Freileitung in Richtung Moosburg soll Schuld am Blackout sein. In Moosburg gibt es noch immer keinen Strom.

11.37 Uhr: Pressekonferenz der Stadtwerke naht

Die Stadtwerke München haben zur Pressekonferenz geladen und twittern vorher: "Die PK füllt sich. Mehrere Kamerateams und viele Journalisten vor Ort. Gleich geht's los."

10.47 Uhr: Stadtwerke äußern sich

In einer Pressemitteilung bestätigen die Stadtwerke München weitgehend, was schon bekannt ist. Ein Auszug:

"Heute Morgen um Punkt 7 Uhr gab es einen großflächigen Stromausfall in München. Davon betroffen waren rund 450.000 Kunden in der südlichen Hälfte des Stadtgebiets. Betroffen waren auch das U-Bahn- und das Trambahnnetz, Auswirkungen gab es ebenso bei der S-Bahn."

10.38 Uhr: Keine Beeinträchtigungen bei BMW

Bei BMW, einem der größten Arbeitgeber in München, gab es keinerlei Beeinträchtigungen durch den Stromausfall. "Das Werk München arbeitet wie gehabt", sagt ein Sprecher. Es sei natürlich vorgekommen, dass Mitarbeiter Probleme hatten, pünktlich zur Arbeit zu kommen. Die Stromversorgung des Werks und der Zentrale am Olympiapark sei aber gewährleistet gewesen.

10.29 Uhr: Kommunikationschaos bei Stadtwerken

Fast vier Stunden nach dem Stromausfall, sucht man auf der Internetseite der Stadtwerke München noch immer vergeblich noch Informationen. Unter "Aktuelles" rufen die Stadtwerke zur Teilnahmen an einem Gewinnspiel auf. Außerdem wird ein "Online-Energiesparberater" angepriesen. Wer Informationen möchte, muss auf den Twitter-Account der Stadtwerke zugreifen – hier wird man gut informiert.

10.22: Beim Lampenhersteller Osram wird es dunkel

Auch der Münchener Lampenhersteller Osram berichtet von Problemen am Morgen. Zwar habe man ein Notstromaggregat, doch das reiche nur für den Regelbetrieb, sagte ein Sprecher. Einige Mitarbeiter mussten in der Zentrale ihre Arbeit zeitweise unterbrechen. Mehrere Mitarbeiter seien zudem zu spät zur Arbeit gekommen. Mittlerweile arbeite man allerdings wieder normal.

10.15 Uhr: Zapfsäulen blockiert

Café in der Innenstadt: "Der Stromausfall hat vor allem den Münchner Osten lahmgelegt", sagt der Barkeeper. Er selbst hatte morgens keinen Strom, das Telefon, mit dem er sich wegen der Ausfälle von U- und S-Bahnen ein Taxi rufen, um pünktlich zur Arbeit zur kommen, blieb stumm. "Gott sei Dank hab ich auch ein Smartphone."

In der Café-Bar trudeln Stammgäste ein, später als sonst, und erzählen die abenteuerlichsten Geschichten: "Wenigstens bin ich mit meinem Auto noch aus der Garage gekommen. Gleich, nachdem ich draußen war, ging das Tor nicht mehr." Ein paar Straßen weiter dann das nächste Problem: "Wegen des Stromausfalls waren auch die Zapfsäulen blockiert. Nichts ging mehr."

9.55 Uhr: Angst, den Flug zu verpassen

Am Harras: Die U-Bahnen haben weiterhin viel Verspätung, die Leute drängen sich so eng, dass die Türen kaum schließen. Einige bleiben lieber draußen. Auf der Anzeige steht, die nächste Bahn kommt in drei Minuten. Ein Mädchen schreit auf: "Oh nein, jetzt sind es 23."

Bei den S-Bahnen sieht es besser aus. Am Bahnsteig steht ein japanisches Pärchen und versteht nichts. Sie müssen ihren Flug zurück nach Tokio erreichen, bekommen Panik, als sie vom Stromausfall erfahren. "Passiert so etwas hier öfter?" Nein, aber hilft das? Doch die Bahn kommt und das Pärchen hievt seine drei Koffer in den Wagen. Es bekommt sogar noch einen Sitzplatz.

9.45 Uhr: Stromausfall ist Topthema

Giselastraße: Noch immer kommen Mitarbeiter der Allianz und der Münchener Rück zur Arbeit. Viele unterhalten sich darüber, wie sie den Stromausfall erlebten. Einer fragt im Scherz: "Werden wir heute den Aufzug benutzen?"

9.15 Uhr: Alarmanlage springt an

Eine Anzeige an der U-Bahn-Station Münchner Freiheit informiert, es komme wegen eines Stromausfalls zu "größeren Verspätungen". Die U2 (Klinikum Großhadern, Garching) scheint gar nicht mehr zu fahren. An einem Kiosk am Bahnsteig ist die Alarmanlage angesprungen. Zahlreich ist Personal zur Stelle für Informationen. Doch Fragen hat kaum jemand.

9.00 Uhr: "Endlich" am Arbeitsplatz

Twitter-Nutzer berichten, "endlich" am Arbeitsplatz eingetroffen zu sein, beklagen aber, "so" nicht arbeiten bzw. keinen Kaffee kochen zu können.

8.55 Uhr: "Das dauert noch"

Ein Polizeisprecher sagt: " Es sind viele Ampeln ausgefallen, so dass unsere Beamten ausrücken mussten, um den Verkehr zu regeln. Nun ist zwar wieder Strom da, aber einige Ampeln müssen wieder manuell eingeschaltet werden. Das dauert noch, bis alle wieder funktionieren. Der Strom fiel um 07.01 Uhr aus, war dann nach einem Blackout mal kurzzeitig wieder da und dann wieder weg."

8.50 Uhr: Autofahrer regeln den Verkehr selbst

In der Innenstadt sind einige Ampelanlagen ausgefallen, so dass die Autofahrer per Handzeichen die Vorfahrt absprechen. Es finden sich so gut wie keine Polizisten, die an den betroffenen Kreuzungen den Verkehr regeln würden. Die meisten Ampelanlagen aber funktionieren. Viele Polizeiautos sind mit Blaulicht unterwegs.

8.35 Uhr: Der Strom fließt

Die Stadtwerke melden, dass die Stromversorgung wieder flächendeckend in München hergestellt ist. Die Arbeiten der Einsatzkräfte dauern aber noch an.

8.28 Uhr: Die Stadtwerke München melden sich

Die Stadtwerke München twittern: "Stromausfall in Teilen Münchens: Die Wiederherstellung der Versorgung steht jetzt im Vordergrund - Wir werden hier weiter informieren!"

8.14 Uhr: Meldung über Störungen bei der U-Bahn

Die Münchner Verkehrsgesellschaft informiert über Betriebsstörungen auf den U-Bahn-Linien U1, U2, U3 und U6.

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Quelle: mit dpa/AFP/dapd/kami/omi/sara
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