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12.10.12WM-Qualifikation
6:1! Deutschland feiert Schützenfest in Irland
Auf zuletzt unruhige Wochen fand die Nationalmannschaft in Dublin die passende Antwort. Angeführt vom überragenden Doppeltorschützen Marco Reus schossen die Deutschen Irland mit 6:1 aus dem Stadion.
Foto: DPA
Toni Kroos traf als Joker beim 6:1 gegen Irland doppel.
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Die deutsche Nationalmannschaft hat die jüngste Kritik mit einem Schützenfest gekontert. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw schoss Irland mit 6:1 (2:0) ab und feierte den dritten Sieg im dritten WM-Qualifikationsspiel.
Die Deutschen sind damit auch im 38. Auswärtsspiel in der WM-Qualifikation seit 1934 unbesiegt. Marco Reus (32. und 40.), Mesut Özil per Foulelfmeter (55.), Miroslav Klose (58.) und Toni Kroos (61. und 83.) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass ein weiterer Schritt in Richtung der WM-Endrunde 2014 in Brasilien gelungen ist. Für die Iren traf Andy Koegh (90.+2).
Niersbach stellt sich hinter Löw
Die Deutschen, die in Gedenken an den am Donnerstag verstorbenen 33-maligen Nationalspieler Helmut Haller mit Trauerflor aufliefen, hatten die ersten beiden WM-Qualifikationsspiele gegen die Färöer (3:0) und in Österreich (2:1) für sich entschieden. Im nächsten Spiel trifft der dreimalige Welt- und Europameister am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) im Berliner Olympiastadion auf Schweden.
Vor dem Irland-Spiel hatte es rund um die deutsche Auswahl erhebliche Unruhe gegeben. Die Teamgeist-Debatte und die Kritik von Bayern-Präsident Uli Hoeneß an Löw hatte die Vorbereitung gestört. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sah sich sogar gezwungen, ein Machtwort zu sprechen und Löw in Schutz zu nehmen.
"Unser Bundestrainer macht den gleichen erstklassigen Job, wie noch vor der Europameisterschaft", sagte der Verbandsboss. Auch Manager Oliver Bierhoff meldete sich zu Wort. "Es gibt Unruhe um das Nationalteam, aber nicht im Nationalteam. Bei uns herrscht konzentriertes Arbeiten und Geschlossenheit."
Schmelzer macht ein gutes Spiel
Zu den atmosphärischen Störungen kamen personelle Probleme in der Abwehr. Kapitän Philipp Lahm (gesperrt) und Innenverteidiger Mats Hummels (verletzt) fehlten in Dublin. Die beiden wurden durch Jerome Boateng und Per Mertesacker ersetzt. Links hinten lief der im Nationalteam umstrittene Dortmunder Marcel Schmelzer, der zuletzt von Löw öffentlich kritisiert worden war, auf.
Schmelzer bereitete den ersten Treffer vor, machte ein gutes Spiel und dankte nach Abpfiff für die große Hilfe der Mitspieler: "Ich habe so viel Unterstützung bekommen, dass ich voll konzentriert in das Spiel gehen konnte."
Die 50.000 Zuschauer sahen eine mäßige Anfangsphase. Das deutsche Kombinationsspiel kam nicht in die Gänge. Die irische Mannschaft des Defensiv-Fanatikers Trapattoni, der seit dem Vorrunden-Aus bei der EM nicht mehr unumstrittenen ist, igelte sich vor dem eigenen Strafraum ein.
Doppelpack von Marco Reus
In der 30. Minute forderte Reus einen Foulelfmeter, stattdessen sah er wegen einer angeblichen Schwalbe die Gelbe Karte - es war allerdings weder das eine noch das andere. Zwei Minuten später machte es der Dortmunder nach Vorarbeit seines Klubkollegen Schmelzer besser und erzielte sein viertes Länderspieltor. Wenig später war Reus mit einem Schuss aus spitzem Winkel erneut erfolgreich.
Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde der angeschlagene Sami Khedira durch Kroos ersetzt. Kurz darauf tauche Klose erstmals gefährlich vor dem irischen Tor auf (48.). Nach einem Foul an Klose verwandelte Özil souverän den fälligen Strafstoß. Klose erzielte wenig später sein 65. Länderspieltor, Kroos war aus der Distanz erfolgreich.
Kapitän Schweinsteiger äußerte sich nach Abpfiff sehr zufrieden: "Wir sind insgesamt auf einem sehr guten Weg, ich möchte aber sagen, dass wir den einen Schritt mehr gehen müssen, um Titel zu gewinnen. Wir müssen an jedem kleinen Rad gut sein, um die großen Spanier auch mal zu schlagen."
Manuel Neuer:
Wenig geprüft, aber immer konzentriert. Rettete in der 21. Minute bei einem langen Ball per Kopf und kurz nach der Pause bei einer der wenigen irischen Chancen mit dem Fuß.
Note: 3
Jerome Boateng:
Musste wieder einmal auf der rechten Seite aushelfen. Vertrat den gelbgesperrten Kapitän Philipp Lahm insgesamt solide. Half einige Male auch innen aus. Ihm fehlte bei seinen Vorstößen etwas die Entschlossenheit.
Note: 3
Per Mertesacker:
Nachdem der 28-Jährige bei der EM nur Zuschauer war, zeigte er in Abwesenheit des verletzten Mats Hummels, dass Löw jederzeit auf ihn bauen kann. Bis auf wenige Ausnahmen gut im Zweikampf und im Aufbau.
Note: 3
Holger Badstuber:
Stand sicher und fand sich in der Innenverteidigung gleich wieder gut zurecht, obwohl er die letzten Wochen beim FC Bayern auf der linken Seite gespielt hatte.
Note: 3
Marcel Schmelzer:
Wirkte nach der Kritik von Löw zunächst leicht verunsichert. War erst einmal sehr auf Sicherheit bei seinen Pässen bedacht, wurde aber etwas mutiger und war indirekt sogar an der deutschen Führung beteiligt. Auch defensiv ohne größere Probleme.
Note: 3
Sami Khedira:
Nach verhaltenem Start mit einigen dynamischen Vorstößen und immer präsenter. Gutes Zusammenspiel mit Schweinsteiger. Blieb nach der Pause wegen einer Muskelverhärtung in der Kabine.
Note: 3
Bastian Schweinsteiger:
Zeigte gleich, dass er der Chef ist. Wurde immer wieder gesucht, übernahm Verantwortung, viel unterwegs. Sorgte im Verbund mit Khedira und dann Kroos für die gewünschte Stabilität in der Defensive, aber auch für Schwung nach vorne und leitete das 1:0 sowie das 4:0 ein.
Note: 2
Thomas Müller:
Wie so oft ein Aktivposten im deutschen Spiel. Wechselte einige Male die Seite, spielte aber auch einige Fehlpässe. Allerdings diesmal nicht so torgefährlich wie sonst. Baute nach gut einer Stunde ab.
Note: 3
Mesut Özil:
Benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Hatte in der Folge viele Ballkontakte, die großen Momente gingen vom Real-Star aber nicht aus. Beim Elfmeter zum 3:0 aber eiskalt.
Note: 3
Marco Reus:
Sorgte mit seinen schnellen und leichtfüßigen Antritten immer wieder für Unruhe. Wurde mit seinen Länderspieltreffern vier und fünf belohnt. Sehr ballsicher und entschlossen im Abschluss. Wenn er im Nationalteam weiter so stark spielt, wird es für Lukas Podolski sehr schwer, sich seinen Stammplatz zurück zu erkämpfen.
Note: 1
Miroslav Klose:
Der 34-Jährige hing in seinem 125. Länderspiel in der ersten Hälfte meist in der Luft. Nach der Pause aber wesentlich besser im Spiel. Holte den Elfmeter heraus, der zum 3:0 führte. Erzielte dann seinen 65. Länderspieltreffer und unterstrich so einmal mehr seine Klasse.
Note: 2
Toni Kroos:
Ersetzte nach der Pause Khedira. Ohne Anpassungsprobleme. Gleich Taktgeber und Antreiber. Erzielte das 5:0 und das 6:0.
Note: 2
Lukas Podolski:
Kam in der 66. Minute für Reus und zu seinem 104. Länderspiel. Konnte sich nicht mehr groß in den Vordergrund spielen.
Keine Note
Andre Schürrle:
Wurde für Miroslav Klose, der offensichtlich für das Spiel am Dienstag gegen Schweden geschont werden sollte, in der 72. Minute eingewechselt.
Keine Note
Quelle: sid/SUF
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