10.10.12

Neuer Starttermin

Baumgartners Rekordsprung für Donnerstag geplant

Der Countdown lief bereits, Felix Baumgartner saß in seiner Startkapsel. Dann wurde sein geplanter Aufstieg in die Stratosphäre doch abgesagt: zu viel Wind. Jetzt soll es am Donnerstag losgehen.

Foto: dapd

Sichtlich enttäuscht: Felix Baumgartner beim Verlassen des Startplatzes in der Wüste von New Mexico. Es war der erste Versuch der abgebrochen werden musste.

6 Bilder

Starker Wind hat den spektakulären Sprung des Extremsportlers Felix Baumgartner aus der Stratosphäre erneut verhindert. Der Extremsportler saß am Startplatz in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico schon in seiner Kapsel und war bereit für den Aufstieg in die Stratosphäre als das Aus kam.

Grund für den Abbruch am Dienstagabend war der für den hauchdünnen Heliumballon zu starke Wind: Livebilder vom Befüllen des Ballons zeigten, welche Schwierigkeiten das Team mit den Wetterverhältnissen hatte. Die Außenhülle, die zehnmal dünner ist als eine herkömmliche Plastiktüte, wurde von einer Böe erwischt und zu Boden gedrückt.

Dabei könnte die Hülle verletzten worden sein. Der Bruder des Österreichers sagte in einem TV-Interview: "Wir sind froh, dass abgebrochen wurde. Wir haben gesehen, dass der Ballon den Boden leicht gestreift hat. Ein kleines Steinchen kann die Ballonhülle aufritzen." Sicherheit gehe vor, so Gerald Baumgartner.

"Donnerstag ist ein Tag mit Potenzial"

Ein zweiter Ballon steht dem Team um Baumgartner zur Verfügung. Damit könnte noch diese Woche ein neuer Versuch gestartet werden. Der technische Leiter des Projekts hielt einen Start am Donnerstag für machbar. "Donnerstag ist ein Tag mit Potenzial", sagte auch der Wetterexperte Don Day. Das Zeitfenster sei allerdings klein, weil Regen angekündigt ist.

An der Spitze des fast 170 Meter hohen Ballons herrschten Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometern. Die Sicherheit der Mission war damit nicht mehr gewährleistet: Zu großer Windwiderstand könnte zu einem Absturz bereits kurz nach dem Start führen. Fallschirme könnten Baumgartner in dieser Distanz vermutlich nicht ausreichend schützen. Der Salzburger stieg sichtlich enttäuscht aus seiner Kapsel. "Das Glück war nicht auf unserer Seite", schrieb er später auf seiner Facebook-Seite.

Bereits am Montag wollte Baumgartner zu seinem Rekordvorhaben in die Stratosphäre aufbrechen, doch eine Kaltfront verhinderte dies. Am Dienstag verschob das Team den Start zunächst für sechs Stunden bevor das finale Aus kam. Bei einem erfolgreichen Sprung würde der Salzburger gleich vier Rekorde brechen: die höchste bemannte Ballonfahrt, den längsten freien Fall, die höchste im freien Fall erreichte Geschwindigkeit und den höchsten Absprung der Welt.

Schallmauer für 20 Sekunden durchbrechen

Baumgartner will mit einem Heliumballon rund drei Stunden lang in die Stratosphäre aufsteigen. Währenddessen wird Baumgartner in einer handgefertigten Kapsel sitzen, die ein Käfig zusätzlich schützt. Das Modul soll den Extremsportler unter anderem vor der extremen Kälte und dem niedrigen Sauerstoffgehalt in der Stratosphäre schützen.

Sobald Baumgartner in 36 Kilometern Höhe angekommen ist, will er aus der Kapsel steigen und eine Plattform als stabile Absprungmöglichkeit nutzen. Dabei schützen ihn nur noch ein spezieller Druckanzug und ein Helm. Etwa 30 Sekunden nach dem Sturz in die Tiefe – in etwa 32 Kilometern Höhe – will Baumgartner die Schallmauer für 20 Sekunden durchbrechen. Dafür muss er es schaffen, seinen Körper extrem starr und stabil zu halten.

Nach Expertenangaben wird es dabei keinen Knall zu hören geben, wie er etwa beim Überschall-Jet Concorde typisch war, da der Luftwiderstand in so großer Höhe zu gering ist. Etwa fünfeinhalb Minuten wird dann der freie Fall des Extremsportlers dauern. Im Idealfall zieht Baumgartner in einer Höhe von 1500 Metern selbst einen Fallschirm und landet wieder heil auf der Erde.

Erblindung, Genickbruch, Ohnmacht sind möglich

Der Sprung ist äußerst gefährlich: Erblindung, Genickbruch, Blutgerinnsel oder Ohnmacht könnten dabei auftreten und für Baumgartner zu einem fatalen Ende führen. Der Sponsor Red Bull wollte das gesamte Abenteuer mit zahlreichen Kameras im Internet übertragen. Die Organisatoren kündigten mit Blick auf die Möglichkeit eines tragischen Ausgangs der Aktion an, dass die Übertragung mit 20 Sekunden Verzögerung erfolgen würde.

Sollte er noch in der Luft ins Trudeln geraten, wird sich ein Fallschirm automatisch öffnen. Das 1315 Kilogramm schwere Modul wird nach dem Absprung per Fernsteuerung vom Heliumballon losgelöst und mittels eines Fallschirm-Systems langsam auf die Erde abgesenkt.

Quelle: dpa/dapd/chm
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