Nach Kritik an Buch
Die Deutschen haben kein Mitleid mit Bettina Wulff
Einer Umfrage zufolge haben 81 Prozent der Deutschen nichts von den Gerüchten über Bettina Wulff im Internet gewusst. Die Mehrheit der Bürger hält die Ex-First-Lady für nicht glaubwürdig.
Die frühere First-Lady Bettina Wulff erntet für Ihr Buch "Jenseits des Protokolls" nicht nur Hohn und Spott. Sie hat womöglich auch ein Eigentor in ihrem Kampf gegen die Rotlicht-Gerüchte geschossen: 81 Prozent der Deutschen geben an, vorher nichts von den hauptsächlich im Internet verbreiteten Unterstellungen gewusst zu haben. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag".
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (54 Prozent) glaubt zudem, dass Bettina Wulff ihrem als Bundespräsident zurückgetretenen Mann Christian mit ihrem Buch und öffentlichen Auftritten schadet. Weitere Ergebnisse: Die ehemalige First Lady genießt in der Bevölkerung nur wenig Vertrauen. Eine Mehrheit von 45 Prozent der Befragten hält Bettina Wulff für nicht glaubwürdig, während gerade mal 15 Prozent der Befragten Mitleid mit ihr empfindet.
Nach der heftigen Kritik an ihrem Buch und ihrer Interview-Offensive hat Wulff offenbar die Reißleine gezogen und mehrere Fernsehauftritte abgesagt – darunter die Sendungen "Menschen bei Maischberger" und "3nach9".
Rückzug aus der Öffentlichkeit
Auf der Website der ARD-Show hieß es: "Bettina Wulff hat sich entschlossen, derzeit keine Medientermine wahrzunehmen." Sandra Maischberger hatte Wulff zusammen mit der Feministin Alice Schwarzer und dem Politikberater Michael Spreng befragen wollen.
Ebenfalls abgesagt wurde der geplante Auftritt in der NDR-Talk-Sendung "3nach9". Eine genaue Begründung habe ihr Verlag nicht gegeben, teilte Radio Bremen mit. In "3nach9" wollten Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo Bettina Wulff neben dem Schauspieler Til Schweiger, dem Sänger Peter Maffay und der Affenforscherin Julia Fischer befragen.
Nach Informationen der "Bild am Sonntag" steht Bettina Wulff auch nicht mehr für Lesereisen und Signierstunden in Buchhandlungen zur Verfügung. Vielmehr wolle sie sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Grund dafür sei "Furcht vor weiteren öffentlichen Anfeindungen". Auch ihr Mann, der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, habe sie zu diesem Schritt gedrängt.
Wulffs Buch "Jenseits des Protokolls" wurde in den vergangenen Tagen von vielen Seiten kritisiert. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast etwa sagte der Zeitung Berliner Morgenpost: "Ich verstehe nicht, wie sich jemand über zu viel Öffentlichkeit beklagen kann, der gleichzeitig sein Leben mit intimsten Details nach außen kehrt."


















