01.09.2012, 20:12

Frankfurt siegt klar Hoffenheims nächste Blamage – Babbel ratlos

Drei Pflichtspiele hat 1899 Hoffenheim in dieser Saison absolviert, alle drei verloren, zwei davon auf peinliche Weise. Nach der Heimpleite gegen Aufsteiger Frankfurt macht sich Ratlosigkeit breit.

Leblos, ratlos und am Ende fassungslos: Als das Debakel seinen Lauf nahm, sackte Markus Babbel auf der Bank mehr und mehr in sich zusammen. Wie seine Mannschaft auf dem Platz, so ergab sich auch der Trainer von 1899 Hoffenheim beim 0:4 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt in sein Schicksal. 0:4 im Pokal beim Viertligisten Berliner AK, 1:2 bei Borussia Mönchengladbach zum Liga-Start, nun eine deftige Packung zu Hause gegen einen Aufsteiger - die Saison ist noch nicht alt, da wirkt Babbel schon ratlos.

"Ich habe keine logische Erklärung", sagte er konsterniert, "diese Leistung ist auch für mich ein Rätsel. Das ist definitiv ein Fehlstart." Genau genommen ist es der schlechteste Start der (zugegeben noch jungen) Hoffenheimer Bundesliga-Geschichte. 1899 ist Tabellenletzter.

Die Art und Weise der Niederlage war äußerst bitter, fast eine Bankrott-Erklärung. Eigentlich waren die Kraichgauer gut ins Spiel gekommen, doch mit einem Doppelschlag durch Alex Meier (39.) und Pirmin Schwegler (43.) stellte die Eintracht die Weichen vor der Pause auf Sieg. In der Schlussphase machten die Hessen erneut durch Meier (83., Foulelfmeter) und Martin Lanig (90.) die saisonübergreifend fünfte Pflichtspielniederlage der Kraichgauer in Folge perfekt.

Zweimal Gelb-Rot nach der Pause

Zudem schwächten sich die Hoffenheimer erneut mit Undiszipliniertheiten selbst. Erst benötigte Sejad Salihovic ganze vier Minuten, um sich nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte einzuhandeln (70.), dann folgte ihm nur drei Minuten später auch noch Stephan Schröck unter die Dusche.

"Das ist bitter für die Jungs, aber auch uns hat es weh getan", sagte Babbel, der beklagte, die Platzverweise hätten "alles über den Haufen geworfen". Doch schon vor dem peinlichen Auftritt von Salihovic hatte nicht viel zusammengepasst, kaum jemand stemmte sich gegen die drohende Niederlage.

Babbel bemerkte, dass nach dem Gegentreffer "alte Raster wieder hervorgerufen wurden. Schon in der letzten Saison war die Mannschaft nicht in der Lage, auf negative Erlebnisse zu reagieren." In der Vorsaison hatten sich die Hoffenheimer ebenfalls durch Platzverweise und individuelle Fehler oft um den Lohn ihrer Mühen gebracht.

Ex-Kapitän Beck flog aus dem Kader

Dabei hatte Babbel das Team gehörig umgekrempelt, um besser als im Vorjahr abzuschneiden. Die Niederländer Ryan Babel und Edson Braafheid wurden aussortiert, der bei den Fans beliebte Keeper Tom Starke ohne Not durch Tim Wiese ersetzt. Ex-Kapitän Andreas Beck flog als Bauernopfer vor dem Eintracht-Spiel ebenfalls aus dem Kader.

Das Ergebnis lässt noch auf sich warten, doch Babbel hat sich mit seinen Maßnahmen selbst unter Druck gesetzt. Die vergangene Saison beendete Hoffenheim im grauen Mittelfeld. Babbel wollte die TSG auf die europäische Bühne führen - nach zwei Spieltagen steht sie am Tabellenende.

Einziger Hoffnungsschimmer ist die anstehende Länderspielpause. "Mich freut, das es jetzt eine Pause gibt. Die Jungs, die zu ihren Nationalmannschaften fahren, sehen mal was anderes, und mit den anderen können wir konzentriert auf Freiburg hinarbeiten", sagte Babbel und stellte fest, dass "jetzt alle eine Schippe drauflegen müssen, damit wir endlich mal als Sieger vom Platz gehen." Auch Abwehrspieler Matthieu Delpierre hofft, "dass die Mannschaft in dieser Zeit weiter zusammen wächst". Und viele fragten sich: Warum weiter?

(sid/jr)
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