29.08.12

Parteitag in Tampa

Republikaner küren Romney zum Obama-Rivalen

Die Delegierten haben auf dem Parteitag der US-Republikaner Mitt Romney offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekrönt. Zuvor hatten Anhänger seines Rivalen Ron Paul für Aufregung gesorgt.

Foto: AFP
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Vor der Auszählung kam es zu tumultartigen Szenen in Tampa

Der Republikaner Mitt Romney ist nun offiziell der Herausforderer von US-Präsident Barack Obama. Die Partei kürte den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts auf ihrem Parteitag in Tampa in Florida zum Kandidaten für die Präsidentenwahl Anfang November.

Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Delegierten stimmte für Romney. Dieser will die Nominierung am Donnerstag in einer Rede offiziell annehmen. Auch Paul Ryan ist jetzt offiziell zum Vizepräsidentschaftskandidaten von Mitt Romney gekürt worden. Bei der Nominierung gab es keine Gegenkandidaten. Romney hatte den 42-jährigen Ryan aus Wisconsin vor gut zwei Wochen zu seinem Vize ernannt.

Angesichts des herannahenden Hurrikans "Isaac" war der Parteitag am Montag zwar eröffnet, aber nach wenigen Minuten auf Dienstag vertagt worden. "Isaac" sollte voraussichtlich noch im Laufe des Tages die Golfküste der USA als Hurrikan erreichen.

Romney soll endlich menscheln

Mit der Ernennung Romneys zu ihrem Kandidaten eröffneten die US-Republikaner formell das Kopf-an-Kopf-Rennen um das Weiße Haus. Die Republikaner wollen die öffentliche Aufmerksamkeit nutzen, um ihre Parteibasis zu mobilisieren, unentschlossene Wähler zu gewinnen und ihrem Kandidaten, der vielen abgehoben erscheint, ein menschliches Gesicht zu verleihen.

Dafür haben die Parteistrategen seiner Frau eine besondere Rolle zugedacht. Ann Romney soll in ihrer Rede ein persönliches Bild von ihrem Mann zeichnen und zeigen, dass mehr in ihm steckt als bloß ein erfolgreicher Geschäftsmann und früherer Gouverneur.

Buh-Rufe von Ron-Paul-Anhängern

Vor der Auszählung kam es allerdings zu turbulenten Szenen und offenen innerparteilichen Protesten. Die Anhänger der Fraktion des radikalliberalen Ron Paul reagierten mit wütenden Buh-Rufen auf eine Änderung der Parteitagsstatuten, von denen sie sich schwer benachteiligt fühlten. Die Proteste dauerten über mehrere Minuten an.

Die Ron-Paul-Anhänger werfen dem Spitzenkanditaten Mitt Romney vor, innerparteiliche Kritiker mundtot machen zu wollen. Paul war bei den Vorwahlen im Frühjahr chancenlos ausgestiegen. Er tritt etwa dafür ein, die US-Zentralbank aufzulösen und zum Goldstandard zurückzukehren.

Die sogenannten National Conventions, wie die Parteitage der Republikaner und Demokraten in den USA genannt werden, zählen zu den am aufmerksamsten verfolgten Ereignissen während des gesamten Präsidentschaftswahlkampfs.

Sie bieten Kandidaten die Möglichkeit, ihre Standpunkte vor Millionen Fernsehzuschauern zu präsentieren. Für Romney ist der Parteitag vor allem eine Möglichkeit, den rechten Flügel der Partei für sich zu gewinnen, dem er als zu liberal gilt.

Der Nominierungsparteitag der Demokraten ist in der kommenden Woche in Charlotte im US-Staat North Carolina.

Quelle: dapd/dpa/mac
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