30.07.2012, 20:38

Amoklauf "Batman"-Schütze wegen Mordes angeklagt

Holmes

Foto: AFP/Archiv

Nach dem Massaker bei einer "Batman"-Premiere im US-Bundesstaat Colorado ist der mutmaßliche Täter formell des Mordes angeklagt worden. Insgesamt wurden 140 Anklagepunkte verlesen.

In einem US-Kino soll er zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt haben, nun muss sich James H. wegen Mordes und versuchten Mordes in insgesamt 140 Anklagepunkten vor Gericht verantworten.

Hinzu kommt laut der offiziellen Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft in Centennial bei Denver am Montag der Vorwurf des illegalen Besitzes von Sprengstoff.

Experten gehen davon aus, dass sich der Prozess um den Amoklauf von Aurora aber vor allem um die Frage der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten drehen wird. Wie schon bei seinem ersten Auftritt vor Gericht in der vergangenen Woche machte der 24-Jährige am Montag einen verwirrten Eindruck.

Todesstrafe möglich

Es werde im Prozess nicht darum gehen, wer es getan hat, sagte der frühere Staatsanwalt Craig Silverman vor der Sitzung. Die einzige mögliche Verteidigung sei der Nachweis von Geisteskrankheit. Sollte James H. hingegen für zurechnungsfähig befunden werden, könnte die Staatsanwaltschaft am Ende die Todesstrafe fordern.

Nach Einschätzung des an der Universität Denver lehrenden Juristen Sam Kamin dürfte eine Plädoyer auf Unzurechnungsfähigkeit schwierig werden. Schließlich gebe es deutliche Beweise dafür, dass die Tat vorbereitet worden sei.

"Worüber wir aber nichts wissen, und davon wird das Verfahren abhängen, ist sein Geisteszustand", sagte Kamin. Nach Medienberichten hatte sich James H. über Monate Waffen und Munition verschafft, bevor er laut Anklage am 20. Juli während einer Mitternachtspremiere des neuen "Batman"-Films "The Dark Knight Rises" ein Blutbad unter Kinobesuchern anrichtete.

(dpa/fp)
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