22.07.12

Aurora-Massaker

Sturmgewehr des Massenmörders hatte Ladehemmung

Das Massaker von Aurora mit zwölf Toten hätte noch schlimmer enden können: Eine der drei Waffen des Täters blockierte. Unter normalen Umständen feuert die Waffe 50 bis 60 Schüsse pro Minute ab.

Foto: AFP
Aurora-Massaker
James Holmes soll mit einer Waffe vom Modell AR-15 geschossen haben

Das Blutbad von Colorado, bei dem ein Amokläufer zwölf Menschen in einem Kino tötete, hätte nach neuesten Ermittlungen noch schlimmer ausfallen können. Wie die Zeitung "Washington Post" berichtete, hatte ein Sturmgewehr des Täters eine Ladehemmung.

Es handele sich dabei um eine halbautomatische Waffe, die 50 bis 60 Schüsse pro Minute abfeuern könne, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Justiz-Informanten. Der verdächtige James Holmes hatte nach Angaben der Polizei bei seinem Angriff am Freitag zudem ein Jagdgewehr und eine Pistole benutzt.

Außerdem schrieb das Blatt, dass es dem mutmaßlichen Todesschützen nach seinem Amoklauf möglicherweise beinahe gelungen wäre, zu entkommen. Er habe versucht, sich als Polizist einer Sondereinheit in Zivil auszugeben.

Obama besucht Angehörige von Opfern

Der 24 Jahre alte Ex-Student Holmes wird beschuldigt, während der Mitternachtspremiere des neuen Batman-Films "The Dark Knight Rises" in der Nacht zum Freitag wahllos ins Kino-Publikum geschossen zu haben. 12 Menschen starben, 58 wurden verletzt.

Das Massaker bewegt auch die amerikanische Politik. US-Präsident Barack Obama sprach den Verletzten des Kino-Massakers in Aurora (Colorado) sowie Angehörigen der zwölf Todesopfer Mut zu. "Ich hatte Gelegenheit, einige Umarmungen zu schenken und Tränen zu vergießen", sagte Obama in einer kurzen, bewegenden Rede am Sonntagabend (Ortszeit) im Universitätskrankenhaus der Stadt. Obama sprach von einer "bösen Tat". Der Schuldige werde die "volle Wucht des Gesetzes zu spüren bekommen".

Die Universität von Colorado prüft unterdessen, ob der mutmaßliche Todesschütze von Aurora seine Position als Student für die Vorbereitung der Tat genutzt hat. Nach Polizeiangaben erhielt Holmes über vier Monate in seiner Wohnung und an der Hochschule Päckchen. Über deren Inhalt wurde nichts mitgeteilt.

Doktorand der Neurowissenschaft

Eine Sprecherin der Universität sagte, diese Lieferungen würden nun überprüft. Möglicherweise habe Holmes Material zum Bau von tödlichen Sprengfallen bestellt, die laut Polizei nach dem Massaker in seiner Wohnung entdeckt und entschärft wurden.

Holmes war an der Universität als Doktorand der Neurowissenschaft eingeschrieben. Aus einem Stipendiatenprogramm zog er sich nach Angaben der Universität im Juni zurück, ohne Gründe zu nennen.

Quelle: dpa/dapd/cl
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