18.07.12

Burgas

Drei Israelis sterben bei Bus-Explosion in Bulgarien

Nach einer Explosion auf einem Flughafen in Bulgarien sind drei israelische Touristen getötet worden. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, teilte das Innenministerium mit.

Foto: WON
Bulgarien
TV-Nachrichten zeigen erste Bilder des brennenden Busses

Bei einer Explosion eines Busses mit israelischen Jugendlichen sind am Flughafen der bulgarischen Küstenstadt Burgas mindestens drei Menschen getötet worden. Mindestens 27 weitere hätten Verletzungen erlitten, teilte die bulgarische Polizei am Mittwoch mit. Die Passagiere des Busses seien unmittelbar zuvor in Bulgarien gelandet, berichtete die israelische Zeitung "Jerusalem Post".

Das israelische Außenministerium bestätigte die Explosion: Etwa 150 Israelis seien mit einem Charterflug in Bulgarien angekommen, sagte Sprecher Paul Hirschson. Sie seien in mehrere Busse eingestiegen. "In einem der Busse gab es eine Explosion."

Man wisse noch nicht sicher, ob es sich um einen Anschlag handele. "Aber man kann zwei und zwei zusammenzählen." Jerusalem sei über mehrere Tote informiert worden, man könne jedoch noch nichts zur Identität der Opfer sagen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, im Falle der Explosion "deuten alle Zeichen auf Iran".

Selbstmordanschlag vermutet

Nach den Worten einer israelischen Augenzeugin sei es wahrscheinlich ein Selbstmordanschlag gewesen. Die Zeugin berichtete telefonisch dem israelischen Armeerundfunk: "Wir gehen davon aus (dass es ein Selbstmordanschlag war)". "Wir haben uns hingesetzt und nur Sekunden später hörten wir einen lauten Knall und dann rannten wir weg. Wir entkamen durch ein Loch im Bus", berichtete Awiwa Malka vom Ort des Zwischenfalls. "Wir haben Leichen gesehen und viele Verletzte."

Israelische Medien meldeten, einige der Touristen seien in Panik aus dem brennenden Bus gesprungen. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman habe mit seinem bulgarischen Amtskollegen telefoniert.

Die Israelin Schoschi Eiler erzählte der Nachrichtenseite ynet: "Der Bus neben uns ist in die Luft geflogen. Schwarzer Rauch stieg auf und die Menschen liefen hysterisch in Richtung Terminal."

Verdächtiges Päckchen im Bus

Erst im Januar war dem Bericht der "Jerusalem Post" zufolge ein verdächtiges Päckchen an Bord eines Busses gefunden worden, der israelische Touristen von der Türkei nach Bulgarien brachte. Die israelische Regierung hatte Befürchtungen geäußert, ihre Bürger könnten im Ausland zum Ziel von Anschlägen der radikalislamischen Hisbollah werden.

Vor vier Jahren war ein hoher Kommandant der Organisation getötet worden. Dahinter wird der israelische Geheimdienst Mossad vermutet. Israel hatte deshalb um verstärkte Sicherheitsvorkehrungen gebeten, etwa in der Hauptstadt Sofia.

Quelle: AFP/dapd/dpa/Reuters/sara
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