08.07.12

DIHK-Umfrage

Der Urlaub in Deutschland wird teurer

Die Deutschen machen gerne Urlaub, vor allem in der Heimat. Doch das wird teurer. Die Hälfte der Reisebüros will die Preise erhöhen. Bei den Hotels sind es 25 Prozent, die mehr Geld verlangen.

Von Stefan von Borstel
Foto: DPA
Urlauber sitzen in Kühlungsborn in Strandkörben an der Ostseeküste. Bundesweit soll der Urlaub teurer werden
Urlauber sitzen in Kühlungsborn in Strandkörben an der Ostseeküste. Bundesweit soll der Urlaub teurer werden

Nach dem Top-Sommer 2011 sind die Geschäftserwartungen von Gastronomen und Hoteliers in dieser Sommersaison etwas zurückhaltender. Insgesamt gehen aber immer noch 85 Prozent der Hotels und Pensionen und 84 Prozent der Restaurants von einer günstigeren oder zumindest gleichbleibenden Geschäftslage aus. Das ergab eine Umfrage des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages unter 6300 Unternehmen in der Tourismusbranche.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) sprach ebenfalls von einer guten Stimmung in der Branche. DEHOGA-Präsident Ernst Fischer sagte "Welt Online": "Deutschland als Reiseland liegt in der Gunst der Gäste ganz vorne". Die Zahl der Übernachtungen in der Hotellerie stiegen von Januar bis März um sechs Prozent auf 96,2 Millionen, nachdem sie bereits im Jahr 2011 einen Rekordwert erreicht hatten.

Auslastung in großen Städten steigt

"Die Auslastung der Hotels in den großen Städten ist nach den jüngsten Zahlen noch höher als vor einem Jahr", hieß es bei dem Verband. Die Sommersaison sei auch für die Gastronomen gut angelaufen. Dazu habe die Europameisterschaft ihren Beitrag geleistet. "Gastronomen und Hoteliers sind optimistischer als vor einem Jahr und hoffen nun vor allem auf gutes Wetter", erklärte ein Sprecher.

Regional gibt es nach der DIHK-Saisonumfrage jedoch große Unterschiede. So blickt das Gastgewerbe im Harz nach einer eher schlechten Wintersaison optimistisch in diesen Sommer. Auch Betriebe im Schwarzwald, an der Mosel und in der Lüneburger Heide sind zuversichtlich.

Die Stimmung an Nord- und Ostseeküste entspricht dabei ungefähr dem Durchschnitt. Der Thüringer Wald und das Erzgebirge sind dagegen eher pessimistisch gestimmt. Generell sind die Hoteliers in den Städten optimistischer als die Kollegen auf dem Land. Sorgen bereiten den Unternehmen zunehmend die steigenden Energiekosten. 75 Prozent der Restaurants und Hotels gaben an, die hohen Energiepreise seien für sie das Geschäftsrisiko Nr.1.

Investitionsbereitschaft im Gastgewerbe ist groß

Die Investitionsbereitschaft im Gastgewerbe ist der DIHK-Umfrage zufolge aber weiterhin hoch. Allerdings bremse der leichte Pessimismus bei den Geschäftserwartungen etwas. Meistens bleibe in der Hochsaison im Sommer auch weniger Zeit für Investitionen oder Umbaumaßnahmen.

Bei den Maßnahmen stehen traditionell Modernisierungen und Ersatzbeschaffungen an erster Stelle. Wachsende Bedeutung bekommen aber auch Investitionen in den Umweltschutz. Jedes vierte Hotel plant hier im Sommer entsprechende Maßnahmen.

Der Branchenverband DEHOGA sieht als Grund für die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Betriebe neben der guten Konjunktur auch die Mehrwertsteuersenkung für Übernachtungen durch die schwarz-gelbe Koalition. So hätten Hotels, Gasthöfe und Pensionen in den vergangenen zwei Jahren fast eine Mrd. Euro zusätzlich in Neuanschaffungen, Renovierungen, Energieeffizienzmaßnahmen sowie An- und Umbauten investiert.

Gut die Hälfte der Reisebüros will Preise erhöhen

Der DIHK hat die Unternehmen der Tourismusbranche auch nach ihren Preiserwartungen befragt. Danach müssen sich Touristen in diesem Sommer auf steigende Preise einrichten. 52 Prozent der Reisebüros und 41 Prozent der Reiseveranstalter wollten ihre Preise erhöhen.

Besonders stark ist der Preisanstieg bei den Omnibusunternehmen. Hier rechnen 58 Prozent der Unternehmen mit steigenden Preisen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der "Welt Online": "Die Unternehmen der Tourismusbranche sind von hohen Energiekosten betroffen. Und das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Preise.

25 Prozent der Hotels wollen höhere Preise

Unsere Umfrage zeigt, dass fast 80 Prozent der Unternehmen im Gastgewerbe und 96 Prozent der Busunternehmen von hohen Aufwendungen für Energie belastet sind. Die Unternehmen investieren daher zunehmend in energieeffiziente Maßnahmen. Auf dem Plan stehen Verbesserungen der Beleuchtungs- und Heizungsanlagen, der Gebäudedämmung sowie der Kühlsysteme.

Im Gastgewerbe wollten die meisten Betriebe ihre Preise stabil halten. 70 Prozent planten keine Erhöhung. Aber immerhin jedes vierte Hotel will die Preise anheben, bei den Restaurants sind es sogar 29 Prozent. Auch Camping dürfte tendenziell teurer werden. Jeder vierte Campingplatz will mehr für den Stellplatz verlangen.

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