05.06.12

iPhone und iPad

Apple bereitet Rauswurf von Google Maps vor

Erbitterter Kampf um die digitale Vormachtstellung: Apple plant laut Medienberichten, den Kartendienst Google Maps von iPhone und iPad zu entfernen – und durch eine Neuentwicklung zu ersetzen.

Foto: REUTERS
Google Maps auf dem iPad
Google Maps auf dem iPad: Künftig soll der Kartendienst nicht mehr vorinstalliert auf den Apple-Geräten sein

Die Hinweise werden konkreter: Apple dürfte auf seinen iPhones und iPads die Google-Karten durch einen eigenen Dienst ersetzen. Nach einem US-Blog berichtete dies auch das "Wall Street Journal".

Apple könne die eigene Technologie kommende Woche auf der Entwicklerkonferenz WWDC vorstellen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Apple hatte in den vergangenen Jahren mehrere Spezialisten für digitale Karten eingestellt.

Apple greift seit dem iPhone-Start 2007 auf die Google-Karten zurück. Damals sahen sich die Unternehmen noch als Partner, doch mit der Entwicklung des Google-Betriebssystems Android wurde das Verhältnis zunehmend schlechter. Apple-Gründer Steve Jobs sah in dem auf Linux beruhenden Handy-System Android eine Nachahmung der eigenen iPhone-Plattform iOS.

Der damalige Google-Chef Eric Schmidt musste den Apple-Verwaltungsrat verlassen. Die Unternehmen konkurrieren auch bei mobilen Werbediensten, wo Google allerdings deutlich vorn liegt.

Das Blog "9to5Mac" hatte bereits Anfang Mai geschrieben, Apple wolle bei Karten auf eine eigene Technologie umsteigen. Dazu gehörten auch detailreiche 3D-Stadtansichten, die von dem dazugekauften Unternehmen C3 Technologies erstellt würden. Die Firma ist unter anderem auf Raketen-Zieltechnik spezialisiert.

Google drohen Umsatzverluste

Für Google könnte das Ausscheren von Apple auf Dauer einige Umsatzeinbußen bedeuten, schrieb das "Wall Street Journal". Der Internet-Konzern lud für Mittwoch zu einer Präsentation in San Francisco ein, bei der es um "eine neue Dimension" der Google-Karten gehen solle.

Googles lange unangefochtenes Kartenangebot ist zuletzt bereits stärker unter Druck durch Konkurrenten wie das freie Projekt Open Street Map gekommen. So stieg der Dienst Foursquare, bei dem Mitglieder Freunden ihren Standort anzeigen können, von Google Maps auf Open Street Map um. Als Grund wurden die Kosten genannt.

Quelle: dpa/lw
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