01.02.13

Gebrauchtwagen-Check

Mercedes GLK mit Premium-Aufschlag, aber solide

Der kleinste SUV der Schwaben sollte dem X3 Paroli bieten und verblüffte mit Kanten statt Rundungen. Gebraucht ist der GLK nicht billig – aber er macht auch noch nach einigen Jahren eine gute Figur

Foto: Mercedes

Mit der kantigen Form leitete Mercedes bei der Präsentation des GLK einen neuen Trend ein. Eigentlich war man von den Stuttgartern im Jahr 2008 Rundlicheres gewöhnt.

8 Bilder

Als er im Jahr 2008 auf den Markt kam, war er eine Art Umkehrung eines Designtrends. Hatten die Mercedes-SUVs dieser Zeit vor allem runde Formen ausgestellt, zeigte der GLK zum ersten Mal seit längerem wieder Kanten.

Nebenbei war er der kleinste, den der Hersteller ins Angebot nahm. Gebaut auf der Basis der C-Klasse, sollte das neue Modell BMW X3 und Co. Kunden abspenstig machen.

Mercedes mühte sich, mit dem Neuen alle Ansprüche zu befriedigen: Er bot eine große Auswahl an Motoren und Ausstattungen, inzwischen spielt der GLK auch auf dem Gebrauchtmarkt eine nennenswerte Rolle. Aber ist Mercedes' kleinster SUV auch für Zweit- oder Drittbesitzer eine gute Wahl?

Ausgesprochen übersichtliche Karosse

Karosserie: Hier präsentiert sich der GLK als klassisches SUV, mit all deren Vor- und Nachteilen. 1,70 Meter ist der in Bremen gebaute Wagen hoch, mithin eine wuchtige Erscheinung. Die Passagiere thronen leicht erhöht über dem Verkehr und finden ausreichend Platz, vor allem die Kopffreiheit ist üppig.

Dazu kommt ein 450 Liter großer Kofferraum, der mit umgeklappter Rückbank sogar bis zu 1.550 Liter schluckt. In der Stadt freut man sich über die für ein SUV kompakten Außenmaße: mit höchstens 4,53 Metern lässt sich der GLK noch gut einparken. Außerdem hat man gute Rundumsicht, die kantige Form sorgt dafür, dass man gut sehen kann, wo der Wagen vorn und hinten aufhört.

Antrieb: Interessenten haben viel Auswahl: Die Benziner sind Sechszylinder zwischen 231 PS bis 306 PS, bei den Dieseln reicht das Spektrum von 140 PS bis 265 PS. Und man sollte es nicht denken, aber schon der 140 PS-Basisdiesel treibt den Mercedes recht flott an.

Als 200 und 220 CDI hat der GLK serienmäßig Hinterradantrieb, bei den übrigen Varianten ist Allrad Serie. Für den 220 CDI kann die Kraftübertragung immerhin gegen Aufpreis bestellt werden. Wer also nicht in schweres Gelände will und sich mit 140 PS begnügen kann, der ist mit dem 200er gut bedient.

Generell passen die Diesel, egal ob Vierzylinder oder Sechszylinder, besser zum Charakter des Autos als die Benziner. Als Getriebe stehen eine manuelle Sechsgangbox oder eine Automatik zur Wahl. Letztere ist zwar die komfortablere Option, bei den kleineren Dieseln streikt sie allerdings gelegentlich.

Viel Ausstattung und viele Extras

Ausstattung und Sicherheit: Der GLK ist ein noch recht frisches Modell, deshalb ist er technisch auf aktuellem Stand. Beim EuroNCAP-Crashtest erzielte er 2010 fünf von fünf Sternen.

Serienmäßig sind Antriebsschlupfregelung, Bremsassistent und ESP mit an Bord. Dazu gibt es aktive Kopfstützen und einen Knie-Airbag. Auch bei der Zusatzausstattung können GLK-Fahrer aus dem Vollen schöpfen: Zusätzlich zu den einzelnen Optionen bot und bietet Mercedes auch Kombinationen wie Offroad-Styling-Paket, Chrom-Paket, Innovationspaket oder Sport-Paket an. Diese unterscheiden sich zum Teil auch durch andere Farben und Materialien im Design.

Die oft im Internet offerierten "Vollausstattungen" existieren dagegen eher nicht, zumindest dann nicht, wenn man spitzfindig ist: Einige Extras schließen sich gegenseitig aus, andere wurden sehr selten bis fast von Kunden bestellt.

Ans Herz legen kann man Interessenten für einen gebrauchten GLK, ein Fahrzeug mit robuster Lederausstattung zu wählen, außerdem mit Sitzheizung vorn, da das Leder im Winter über Nacht auskühlt. Vorsichtig sollte man bei Autos mit Anhängerkupplung sein: Der GLK kann je nach Motor bis zu 2,4 Tonnen ziehen, mit der entsprechenden Belastung für Technik und Karosse.

Ab und zu lässt der GLK Öl unter sich

Qualität: Den Premiumanspruch kann Mercedes im GLK bedienen. Die Verarbeitung ist solide und die eingesetzten Materialien sind gut. Gepflegten Fahrzeugen sieht man auch mehrere Jahre und 100.000 Kilometer kaum an. Auch beim TÜV-Report kann der Mercedes überzeugen. Im Vergleich zu seinen gleichaltrigen Mitbewerbern schneidet das SUV gut ab.

Lediglich die Parkbremse kann nach einigen Jahren einseitig ziehen, vor allem dann, wenn der Fahrer sie selten oder nie benutzt. Wer ein Auto mit frischer Hauptuntersuchung kauft, der kann das auf dem Bremsprotokoll überprüfen. Auch Undichtigkeiten kommen vor, an Motor, Getriebe und Ausgleichsgetriebe.

Fazit: Bei 22.000 Euro beginnen die Angebote für gebrauchte Mercedes GLK. Dafür gibt es Autos aus dem ersten Baujahr 2008. Die aufgeführten Mängel lassen sich schnell kontrollieren und gegebenenfalls abstellen. Empfehlenswert ist der GLK 220 CDI mit 170 PS und Automatik.

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