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22.02.12

Ford

Eine Erfindung hilft gegen ärgerliche Parkschäden

Schäden an Autos, die beim Parken entstehen, sind ärgerlich. Ein Tüftler von Ford glaubt nun die Lösung gefunden zu haben. Einen ausfahrbaren Türkantenschutz.

Ford

Beim B-Max gibt es aber eine Kombination aus Schiebe- und Klapptüren. Das soll den Einstieg und das Beladen erleichtern.

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Wer kann davon nicht auch ein Lied singen? In einer engen Parklücke und in der Hektik des Alltags wird grobmotorisch die Autotür aufgerissen und die Flanke des Nebenmannes touchiert. Folge: Ärgerliche Kratzer oder sogar Beulen am eigenen und fremden Auto.

Was heute an der Tagesordnung ist, wäre vor wenigen Jahren noch glimpflicher ausgegangen: Waren da doch die meisten Autos dank solider Rammschutzleisten noch gegen solchen Frevel gewappnet. Doch Designern waren die Beplankungen ein Dorn im Auge – und so siegte Optik über Funktionalität.

In einer von Ford in Auftrag gegebenen Studie hatten 76 Prozent der deutschen Haushalte im Laufe der vergangenen Jahre mindestens einmal Deformationen an Fahrzeugtüren zu beklagen. Solche vermeintlichen Bagatellschäden können leicht Kosten von 300 Euro und mehr verursachen.

In Spanien berichten sogar 83 Prozent aller Befragten von einem solchen Malheur. Selbst in Großbritannien, wo offenbar besonders vorsichtig beim hautengen Einparken agiert wird, passiert dies noch 53 Prozent aller Befragten.

Nun hat Matthias Tensing, ein Maschinenbauer aus dem Emsland und seit drei Jahren bei Ford in Köln für Schließsysteme zuständig, das Problem neu angepackt. Sein zum Patent angemeldeter Türkantenschutz soll vor Beulen und Schrammen in engen Parklücken bewahren. Er kostet 75 Euro und ist zunächst für die Focus-Baureihe erhältlich.

Laut Ford hat der neuartige Türkantenschutz das Zeug dazu, künftig 90 Prozent aller Kratzer und Beulen an den Vorder- und 85 Prozent an den hinteren Türen zu verhindern. Da die schützenden Profile im Gegensatz zu nachrüstbaren Scheuerleisten aus dem Baumarkt bei geschlossener Tür unsichtbar bleiben, wird auch die Optik nicht gestört. Was die Designer freuen dürfte.

Das Ganze funktioniert rein mechanisch: Es reicht, eine der Türen einen kleinen Spalt (15 Zentimeter) zu öffnen – und schon fährt die schützende Leiste aus Kunststoff und Gummi aus. Dabei macht sie ein leicht schabendes Geräusch – so als wäre die Tür nicht richtig eingepasst.

Das irritiert zunächst, entsteht aber allein durch die mit Federdruck um die Türkante rotierende Schutzleiste. Das System reagiert laut Ford binnen 60 Millisekunden – also auch bei hastig zugeschlagenen oder hektisch aufgerissenen Türen.

"Der Türkantenschutz ist eines jener Details, von dem Kunden sagen werden: Warum hat es das nicht schon viel früher gegeben?", sagt Tüftler Tensing. Und Matthew Avery von der internationalen Thatcham Versicherungs-Gruppe lobt: ""Kleine Schrammen können von fremden Fahrzeugen stammen, aber auch durch das Öffnen der eigenen Tür entstehen. Das Frustrierende ist, dass solche Schäden oft zu gering für eine Einreichung bei der Versicherung sind – und so ärgerliche Kosten produzieren. Daher ist der neue Türkantenschutz von Ford eine sehr kundenfreundliche Innovation."

Bedenken, dass die schützenden Profile bei Eis und Schnee klemmen oder mit der Zeit schwergängig werden könnten, zerstreut Ford-Sprecher Hartwig Petersen: "Der Türkantenschutz hat die üblichen Wintertests am Polarkreis mitgemacht und ist auf die Lebensdauer des Fahrzeugs ausgelegt. Und selbst wenn er einmal hakeln sollte, ist ein Austausch blitzschnell erledigt."

Vor einigen Jahren hatte Ford schon einmal mit einer Neuheit aufgewartet, die einen echten Kundennutzen bot: Dem deckellosen Tankeinfüllstutzen "Easy Fuel". Bis auf den Kleinwagen Ka ist er heute in allen Ford-Modellen vom Fiesta bis zum Galaxy ab Werk installiert.

Der "Komforttankverschluss mit Fehlbetankungsschutz" – wie Easy Fuel im trockenen Ford-Amtsdeutsch heißt – macht Schluss mit verdreckten Händen beim Aufschrauben des Tankdeckels und verhindert Fehlbetankungen.

Die sind schnell mal passiert, ist die früher übliche Trennung zwischen Diesel und Benzin im Zeitalter der "Multi-Dispenser"-Säulen doch längst aufgehoben. Speziell bei von mehreren Personen genutzten Autos oder bei Leihwagen wird schnell mal zum falschen Zapfhahn gegriffen.

Dann wandert zum Beispiel der schmale Rüssel einer Benzinzapfsäule in den Einlasstrichter eines Dieseltanks – denn dessen breiterer Querschnitt bietet keinerlei Engpass. Die Folgen solcher Irrtümer können – falls unbemerkt – im schlimmsten Fall bis zu einem kapitalen Motorschaden führen.

Easy Fuel schiebt solchem Tun aber ziemlich radikal einen Riegel vor: Nach zirka 1,5 Zentimeter versperrt ein erster Tankverschluss mit drei federbelasteten, fingernagelgroßen Kontaktflächen den Weg zum Tank. Ford spricht vom "Erkennungsverschluss".

Die Zapfpistole muss alle drei Kontaktflächen gleichzeitig und exakt berühren, damit die Barriere mechanisch freigegeben wird. Dies erfolgt nur, wenn die Kontaktflächen und die Zapfpistole zueinander passen. Hinter dieser ersten "Schleuse" folgt dann eine zweite, konventionelle Tankklappe. Diese kann leicht von der Zapfpistole aufgedrückt werden und verhindert, dass nach Ende des Auffüllens Treibstoff ausläuft. Wie es in den Anfangsjahren von Easy Fuel leider noch häufig der Fall war…

Mit dem neuen Schutzsystem gegen Parkrempler und dem vor falscher Betankung bewahrenden Easy Fuel-Einfüllstutzen hat Ford zwei sinnvolle Innovationen eingeführt. Keine Gimmicks, sondern clevere Lösungen mit echtem Kundennutzen. Bleibt nur zu wünschen, dass es den Türkantenschutz bald auch in weiteren Modellreihen und idealerweise dann auch gleich ab Werk geben wird. Und das andere Hersteller dem Ford-Beispiel folgen.

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