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04.02.12

Range Extender

Das eigene Kraftwerk an Bord löst viele Probleme

Die Distanz gilt als eines der Hauptprobleme von Elektro-Autos. Darum setzen viele Hersteller auf einen Reichweitenverlängerer. Aber der arbeitet nicht ganz sauber.

Zöllter

Autor Jürgen Zöllter im BYD e6 in Shenzen in China.

5 Bilder

Die größte Angst für den Fahrer eines Elektroautos: Stillstand wegen leerer Batterien. Nicht ganz zu Unrecht, sind die Reichweiten der E-Autos doch (noch) klein, dauert das Aufladen der Akkus meist mehrere Stunden und ist zudem nur an deutschlandweit wenigen hundert Ladesäulen überhaupt möglich.

Umgehen lässt sich dieses Problem mit einem Range Extender, also einem Fahrzeug, das einen Reichweitenverlängerer an Bord hat.

Das Prinzip ist einfach: Das Range-Extender-Fahrzeug hat sein eigenes Stromkraftwerk an Bord - in Form eines kleinen Verbrennungsmotors. Der Diesel oder Benziner hat dabei in der Regel keine Verbindung zu den Rädern, sondern arbeitet lediglich als Generator. Bei niedrigem Akkustand springt er automatisch an, lädt die Batterie und sorgt während der Fahrt für elektrischen Nachschub.

Ampera schafft 500 Kilometer

Modelle wie der Opel Ampera kommen so auf eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern ohne Tankstopp. Zum Vergleich: Reine Elektroautos schaffen kaum 200, im Alltag häufig nur wenig über 100 Kilometer. Allerdings sind davon im Fall des Rüsselsheimers nur die ersten maximal 80 Kilometer wirklich emissionsfrei; sobald der aus dem Corsa entlehnte Benziner anspringt, wird Benzin verbraucht und CO2 ausgestoßen.

Für Langstreckenfahrer ist das Range-Extender-Konzept daher nicht wirklich sinnvoll. Bei der umständlichen Umwandlung von thermischer in mechanische, dann in elektrische und zurück in mechanische Energie kommt es zu Verlusten, die den Verbrauch hochtreiben.

Gelegentliche Wochenendausflüge oder einzelne längere Urlaubsfahrten sind aber trotzdem möglich. Und so sind sie im Gegensatz zu Modellen mit reinem Batterieantrieb auch mehr als nur Zweitwagen für den Stadtverkehr.

Ampera und Volt sind annähernd baugleich

Kein Wunder also, dass der Range Extender hoch im Kurs steht. So weit wie Opel und die Schwestermarke Chevrolet, die den weitgehend baugleichen Volt im Programm hat, ist die Konkurrenz aber noch nicht. Dafür tüftelt sie an weiteren technischen Verbesserungen.

Audi etwa experimentiert mit dem A1 E-Tron, der sich beim Generator nicht einfach aus dem Konzernregal mit den Pkw-Triebwerken bedient, sondern einen speziell für den Range Extender-Einsatz entwickelten Wankelmotor an Bord hat. Das Kreiskolbentriebwerk, das Audi zuletzt im NSU Ro80 eingesetzt hatte, ist deutlich leichter als ein vergleichbarer Hubkolbenmotor.

Dadurch kann eine kleinere und preiswertere Batterie gewählt werden, ohne dass Reichweite verloren geht. Einen noch ungewöhnlicheren Ansatz verfolgt Jaguar.

Jaguar CX-75 mit Jetturbine als Generator

Die Briten haben für ihren Supersportwagen CX-75 eine Jetturbine als Generator entwickelt, die kaum größer ist als ein Schuhkarton, aber mehr als 100 PS entwickelt. Von der Serienreife ist die Technik allerdings noch weit entfernt. Wenn der Sportwagen 2013 auf den Markt kommt, wird der Akku zunächst von einem konventionellen Benziner aufgeladen.

Trotzdem sind sich Experten einig, dass die Bedeutung des Range Extenders in Zukunft wächst. Zumindest bis leistungsfähigere Batterien zur Verfügung stehen, ist er für Elektroautos mit reisetauglicher Reichweite unverzichtbar. Ein anderes Problem der neuen Antriebstechnik kann aber auch der Range Extender nicht lösen: die weiterhin hohen Preise. Der Opel Ampera kostet mindestens 42.900 Euro – und damit mehr als doppelt so viel wie der noch etwas geräumigere Astra.

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