Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
26.01.12

Sportwagen

Panamera GTS, der Mercedes für Porsche-Fahrer

Der neue Panamera GTS verbindet hohen Komfort mit extremen sportlichen Fähigkeiten. Dabei wiegt das Auto fast so viel wie ein großer Geländewagen.

dapd/DAPD

Die GTS genannte Variante basiert auf dem 400 PS starken Panamera 4S.

4 Bilder

Wer auf eine solche Tradition zurückblicken kann wie Porsche in Zuffenhausen, tut gut daran, sie entsprechend zu pflegen. Dass es nun vom Panamera auch eine weitere Version mit den Buchstaben GTS zum Preis von 116.716 Euro gibt, ist nur die logische Weiterentwicklung einer gefragten Modellreihe. Vor drei Jahren eröffnete sie ein für Porsche völlig neues Marktsegment und wurde – ganz ähnlich wie zuvor der Geländewagen Cayenne – zu einem Verkaufserfolg für ein Unternehmen, das zuvor ausschließlich Sportwagen baute.

Diesmal ist es also ein GTS mit vier Türen. Das Kürzel steht für Gran Turismo Sport und für Begriffe wie leichter, sportlicher, stärker. Wobei in diesem Fall von leichter keine Rede sein kann. Denn der GTS verlangt von seinem Käufer keinen Verzicht, er ist derart mit Sonderausstattungen vollgestopft, dass er über einen Zentner mehr auf die Waage bringt als ein Panamera 4S.

Adaptive Luftfederung, Allradantrieb, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das Sport Chrono-Paket, 19 Zoll-Räder und die großen Bremsen des Panamera Turbo gehören serienmäßig zum GTS-Paket. Den durchschnittlichen Verbrauch gibt Porsche mit 10,9 Litern an.

Wer mit mehr Gewicht noch sportlicher werden will, muss zwangsläufig auch für mehr Leistung sorgen. Der 4,8 Liter große Achtzylinder-Saugmotor erfuhr deshalb eine gründliche Überarbeitung. So erlauben Ventilfedern mit erhöhter Vorspannung die Steigerung der Drehzahl um 200 Umdrehungen auf 6700/min, die erlaubte Höchstdrehzahl stieg sogar um 400 auf 7100/min. Einlass-Nockenwellen mit um einen Millimeter vergrößertem Ventilhub verbessern den Gaswechsel.

Damit der V8 auch bei höchster Drehzahl genügend Luft bekommt, entwickelte Porsche eine modifizierte Ansauganlage. Rechts und links, hinter den Einlassöffnungen unterhalb der Scheinwerfer, befinden sich beim Panamera GTS zwei zusätzliche Luftfiltergehäuse. Sie werden ergänzt durch Klappen, die bei geringer Leistungsanforderung die Ansaugmündung verschließen.

Gibt der Fahrer mehr Gas, öffnen die Klappen oberhalb von 3500/min, wodurch zusätzliche Frischluft in den Saugtrakt des Motors strömen kann.

Bei hohen Geschwindigkeiten entsteht dabei ein Druck, der den Auflade-Effekt verstärkt und damit die Leistung erhöht. Der GTS-Achtzylinder entwickelt maximal 430 PS (Panamera S: 400 PS), das maximale Drehmoment steigt von 500 auf 520 Newtonmeter.

Was bringt das an Fahrleistungen? Den klassischen Sprint von Null auf 100 km/h erledigt der GTS in nur 4,5 Sekunden (Panamera 4S: 5 Sekunden), die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 288 km/h (4S: 282 km/h).

Das wird im alltäglichen Fahrbetrieb keine große Rolle spielen, aber subjektiv vermittelt der veränderte Motor mehr Sportlichkeit. So wird der Panamera mit seiner enormen Leistung eine Alternative für Menschen, die ihren Mercedes gerne von Porsche hätten. Der GTS wird auch Carrera-Kunden ansprechen , die aus familiären Gründen nun zu einem Viertürer greifen müssen.

Dass der GTS auch gekonnt das klassische Porsche-Gefühl vermittelt, liegt am ausgefeilten Sound-Management. Der Sportauspuff liefert nämlich noch ein Akustiksignal, das die Ansaugschwingungen in den Innenraum überträgt. Sound Symposer nennt sich das und ist aktiviert, wenn die Sport-Taste auf der Mittelkonsole gedrückt wird.

Dazu kommen noch ein paar Feinheiten, durch die der Fahrer akkustisch den GTS zu einem Auto verwandeln kann, das sich so anhört, als sei es auf direktem Weg zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Die Motor-Musik, das unerhört spontane Ansprechen des Motors und die nochmals verkürzten Schaltzeiten des Doppelkupplungsgetriebes verbinden sich zu dem Eindruck, in einem echten Sportwagen unterwegs zu sein.

Porsche löst damit das Rätsel, wie aus einem geräumigen Viertürer mit fast zwei Tonnen Gewicht ein sehr sportlicher Wagen werden kann. Verblüffend daran ist auch, dass die Dynamik nicht nur auf der Autobahn spürbar wird, sondern auch auf kurvenreichen Strecken. Oder sogar der Rennstrecke.

Denn die Tieferlegung um zehn Millimeter, die um fünf Millimeter verbreiterte Spur an der Hinterachse und die straffer ausgelegten Stoßdämpfer schärfen die sportlichen Fähigkeiten des Panamera nochmals. Extrem präzises Handling, sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten, ein nahezu neutrales, gut kontrollierbares Eigenlenkverhalten und die starken Bremsen heben den Wagen auf ein hohes sportliches Niveau.

Vergessen haben sie bei Porsche nicht, dass ein Panamera-Kunde nicht auf Komfort verzichten möchte. Darum sitzt der Fahrer nicht auf extremen Sportsitzen, sondern bequemen, mit Leder und Alcantara bezogenen Sesseln. Der Verstellbereich ist groß und die Seitenführung solide.

Das Verblüffendste ist aber, dass der GTS Federungskomfort bietet. Ein etwas härteres Ansprechen auf Querfugen und kurzen Unebenheiten ist zwar spürbar, aber lange Bodenwellen schluckt der Panamera wie eine Luxuslimousine, solange man das adaptive Fahrwerk in der Komfortstellung belässt.

Von allen Panamera-Typen präsentiert der GTS am überzeugendsten die klassischen Porsche-Eigenschaften. Darum ist die Porsche-Prognose von einem 15prozentigen Verkaufsanteil als sehr bescheiden zu bezeichnen. Wenn sie sich bei Porsche da bloß nicht getäuscht haben.

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
EU-Gericht: Lindts Goldhase ist keine Marke
Bitteres Hasen-Urteil

Lindt-Goldhasen bekommen keinen EU-weiten Markenschutz.

Video Nachrichten mehr
Spitzentreffen Immer noch keine Einigung zum Fiskalpakt
Nasa-Satellit SDO Spektakuläre Aufnahmen der Sonne veröffentlicht
Rezession in Europa Deutsche Konjunktur sinkt stärker als erwartet
Eurovision 2012 Die ersten Finalteilnehmer für Baku stehen fest
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote