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22.07.11

GranCabrio Sportversion

In diesem Maserati ist der Fahrer Opern-Dirigent

Das neue GranCabrio Sport verschafft jedem Fahrer einen großen Auftritt, schon weil der Viersitzer unüberhörbar ist. Moderat ist überraschend nur sein Preis.

Maserati

Bei der ersten Testfahrt mit dem Maserati GranCabrio Sport fällt sofort die Geräuschkulisse aus den Endrohren auf.

9 Bilder

Für Leisetreter ist dieses Auto nicht gemacht: Ein Maserati ist kaum für eine unauffällige, dezente Fortbewegung geschaffen. Und so kann sich auch der Fahrer der neuen Sportversion des GranCabrio der Aufmerksamkeit des Publikums am Straßenrand sicher sein.

Das liegt weniger an dem nur dezent nachgeschärften Design des offenen Viersitzers, der jetzt einen schwarzen Grill und ein bisschen aerodynamischen Feinschliff trägt, oder seinem mit sparsamen Karboneinsatz fein veredelten Interieur.

Auch die nur marginal verbesserten Fahrleistungen sind nicht entscheidend, sondern vor allem der unglaubliche Klang des 4,7 Liter großen V8-Motors. Im Sportmodus öffnen sich spezielle Klappen im Auspuff, so dass sich die acht Zylinder zu einem soundgewaltigen Orchester zusammenfinden.

So wird man am Steuer des Sportwagens zum Dirigenten einer großen italienischen Oper. Grummeln oder Grollen, Schlürfen oder Schreien, Brabbeln oder Brüllen, mit einem feinfühligen Gasfuß entlockt man bei diesem Motor beinahe jede Klangfarbe.

Natürlich klingt die Sportversion nicht nur beeindruckend, sie fährt auch so. Allerdings sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass man die Unterschiede zum Basismodell tatsächlich herausfahren kann. Die Italiener haben das Skyhook-Fahrwerk ein wenig strammer abgestimmt und die Straßenlage verbessert. Und selbstverständlich glaubt man dem Ingenieur, dass der Wagen jetzt etwas weniger untersteuert, in engen Kurven mehr Grip auf der Hinterachse aufbaut und sich insgesamt noch fester in der Ideallinie verbeißt.

Die Leistungssteigerung ist nur marginal

Doch so richtig spüren kann man das nicht: Schnell bleibt schnell und scharf bleibt scharf. Da machen auch die um zehn auf 450 PS gesteigerte Leistung und das um 20 auf 510 Newtonmeter angehobene Drehmoment subjektiv keinen Unterschied. Wer es nachmessen will, der braucht schon genaue Stoppuhren, um die von 5,3 auf 5,2 Sekunden verkürzte Sprintzeit oder die um zwei auf 285 km/h angehobene Höchstgeschwindigkeit zu überprüfen.

Was man dagegen deutlich merkt, ist das neu programmierte Automatikgetriebe. Es wechselt die Gänge im Sportmodus im Vergleich zum GranCabrio nicht nur in der Hälfte der Zeit, sondern auch mit der Vehemenz eines Vorschlaghammers und spielt dabei einen wunderschönen Tusch mit dem Zwischengas.

Der Verbrauch geht deutlich zurück

Wer jenseits der 7000 Touren partout bis in den roten Bereich orgeln möchte, dem lässt die Automatik seinen Spaß.

All das ist für eine Performance-Variante wie das GranCabrio Sport keine Überraschung. Doch wer auf die restlichen Daten schaut, der könnte schon ein wenig stutzig werden.

Der getunte Motor ist nicht nur stärker, sondern auch sparsamer als beim Grundmodell. Dank reduzierter Reibung geht der Verbrauch um sechs Prozent zurück.

Das ist zwar ein signifikanter Fortschritt, spielt unter dem Strich aber trotzdem kaum eine Rolle. Erstens verbraucht der V8 auch so noch 14,5 Liter, und zweitens werden all diese Werte ohnehin Makulatur, wenn man sich dem Reiz des Rasens hingibt und bereits auf dem Weg ins Büro an die große Oper denkt.

Zum guten Ende hat Maserati übrigens noch eine Überraschung parat: Den Preis. Der ist zwar mit 139.000 Euro hoch. Doch der Aufschlag für die Sportversion liegt bei 6000 Euro. Dafür gibt es bei manchem Konkurrenten nicht mal einen Satz neuer Felgen.

Maserati Gran Cabrio Sport - Technische Daten:

Zweitüriges, viersitziges Cabriolet

Länge: 4,88 m, Breite 1,92 m, Höhe 1.35 m;

4,7-Liter-V8-Motor, 331 kW/450 PS bei 7000 U/min, 510 Nm bei 4750 U/min;

Höchsttempo: 285 km/h, 0-100 km/h in 5,2 s; Verbrauch: 14,5 l/100 km, 337 g CO2/km;

Preis 139.000 Euro

Quelle: SP-X/mm
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