Limitierter C-X75
Jaguar baut Hybrid-Renner mit Allrad-Antrieb
Als Studie geplant, jetzt wird er gebaut. Jaguar bringt einen Supersportwagen mit dem Verbrauch eines Kleinwagens. Bei 800.000 Euro geht es los.
Von Peter Eck
Als Studie geplant, aber nun baut Jaguar wegen des großen Interesses den Hybrid-Sportwagen C-X75.
Auch Jaguar widmet sich nun der Hybridtechnik. Wie es sich eine Marke mit großer Sportwagentradition gehört, wird das Fahrzeug allerdings alles andere als alltäglich sein. Der bereits im vergangenen Jahr auf dem Pariser Autosalon als Studie gezeigte C-X75 soll mit Hilfe von Formel 1-Technologie höchste Leistung mit sehr geringem Verbrauch verbinden. Der auf 250 Exemplare limitierte und je nach Markt ab 800.000 Euro teure Sportwagen wird über 320 km/h schaffen, in unter drei Sekunden auf 60 Meilen (96 km/h) spurten, aber im Durchschnitt unter 99 Gramm CO 2 ausstoßen, was einem Verbrauch von etwa vier Litern Benzin entsprechen würde. Außerdem soll der C-X75 bis zu 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können.
Möglich werden diese Fabelwerte zum einen durch die Kombination eines hochaufgeladenen Vierzylinder-Benzinmotors mit zwei sehr starken Elektromotoren, die an jeweils an einer Achse positioniert sind, so dass alle vier Räder angetrieben werden. Dabei wird das Leistungsverhältnis zwischen Verbrenner und Elektroantrieb ausgeglichen sein. Zum anderen wird das Chassis komplett aus dem leichten Werkstoff Kohlefaser gefertigt, was ebenfalls zum geringen Verbrauch beiträgt. Die Karosserie dürfte als Aluminium-Kohlefaser-Verbund ausgeführt werden. Vor allem in den Bereichen Aerodynamik, Kohlefaser-Herstellung und Hybrid-Technologie greift Jaguar bei der Entwicklung auf die Erfahrungen des Formel 1-Rennstalls Williams F1 zurück.
Produziert werden soll das Fahrzeug ab Ende 2013 über einen Zeitraum von zwei Jahren. Ab 1. September will Jaguar vollständige Daten zum C-X75 veröffentlichen. Kaufinteressenten können sich aber schon ab sofort melden. Bei der Bezeichnung C-X75 wird es übrigens nicht bleiben. "Wir werden dem Fahrzeug zum Serienstart einen neuen Namen geben", sagt Markenchef Adrian Hallmark, "aber zunächst einmal bleibt es bei dem Arbeitstitel."
Nicht zum Einsatz im Hybrid-Supersportler kommt die in der Pariser Konzeptstudie noch gezeigte Mikroturbinen-Technologie. Allerdings will Jaguar weiter an deren Entwicklung arbeiten. Der indische Konzern Tata, das Mutterunternehmen von Jaguar, hat dafür einen Anteil an Bladon Jets gekauft, dem Konstrukteur und Hersteller der als Reichweitenverlängerer vorgesehenen Gasturbinen. Aber auch ohne die Turbine sieht Carl-Peter Forster, CEO bei Tata Motors, das Fahrzeug "technisch so weit vorn, wie es überhaupt möglich ist".
Mit dem C-X75 zielt Jaguar ziemlich exakt auf den kommenden Porsche 918. Die Übereinstimmungen sind frappierend: Auch Porsche setzt zwei starke Elektromotoren (zusammen mindestens 218 PS) ein, auch der 918 soll rund 320 km/h schaffen und in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 kommen. Und nicht zuletzt: Auch der Hybrid-Sportwagen aus Zuffenhausen soll ab Ende 2013 gebaut werden und sein Preis ist mit 768.026 Euro zwar niedriger, aber nicht wirklich weit vom Jaguar entfernt.
Übrigens hat Jaguar mit dem C-X75 wohl noch nicht das ganze Pulver verschossen: Eine Roadster-Variante ab 2015 will Tata-Chef Carl-Peter Forster ebenso wenig ausschließen wie einen Renneinsatz. Entschieden ist jedoch noch nichts.
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