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09.11.09

ADAC-Scheinwerfertest

Xenonlicht macht Fahren bis zu 70 Prozent sicherer

Viele Autofahrer schrecken vor Xenonscheinwerfern zurück. Beim eigenen Auto wegen des hohen Preises, bei anderen wegen ihrer blendenden Helligkeit. Ein Vergleich der Lichtqualität von sechs Automodellen zeigt aber, dass sich die Anschaffung lohnt. Und dass der Blendeffekt ein ganz anderes Problem ist.

Audi

8 Bilder

Xenonscheinwerfer sind teuer. Bei einem Aufpreis gegenüber der Standardausstattung mit Halogenscheinwerfern von mindestens 1000 Euro will die Investition gut überlegt sein.

Deshalb haben ADAC-Tester untersucht, ob sich das Xenonlicht wirklich lohnt.

Testkandidaten waren der Mercedes E-Klasse, der Nissan Qashqai, der Opel Insignia, der Superb von Skoda, der VW Golf sowie als Sonderfall der Audi R8 mit neuartiger LED-Technologie.

Bei allen Autos setzt sich das Xenonlicht deutlich vom Serien-Halogenlicht ab.

Es leuchtet die Straße besser aus. Einzige Ausnahme ist der Nissan Qashqai. Er kann beim Xenonlicht keine Vorteile gegenüber seinem recht guten Halogenlicht ausspielen, weil ihm ein Linsensystem fehlt, welches das Licht in optimale Bahnen lenkt.

Für alle anderen aber gilt: Der Vorteil von Xenonscheinwerfern ist enorm, auch wenn der Aufpreise hoch ist. Gegenbeispiel ist hier der Skoda Superb. Man bekommt bei diesem Auto ein gutes Xenonlicht zum angemessenen Aufpreis. Das Xenonlicht der Mercedes E-Klasse ist insgesamt nur etwas besser als das des Superb, kostet aber fast 700 Euro mehr.

Doch auch die E-Klasse mit Xenonscheinwerfern gewinnt deutlich gegenüber dem gleichen Modell mit Halogenscheinwerfern. Lichthelligkeit, Reichweite und die seitliche Ausleuchtung sind deutlich besser.

Der VW Golf dagegen holt aus dem Xenonlicht nicht das volle Potenzial heraus. Der Aufpreis für Xenon ist beim Golf mit 1.295 Euro außerdem recht hoch. Da aber das Halogenlicht beim Golf mit gerade einmal ausreichender Reichweite aufwartet und das Licht recht fleckig auf die Straße geworfen wird, empfiehlt der ADAC trotzdem und unbedingt die Xenonlösung.

Auch beim Opel Insignia ist das Halogenlicht nur ausreichend. Die Reichweite ist zu kurz, die Lichtverteilung zu unausgeglichen und die Ausleuchtung in Kurven zu schwach. Ganz erheblich besser ist die Xenonvariante, denn sie bietet, stellt der ADAC fest, mehr Sicherheit. Das Geld für das Xenon-Paket sei beim Opel Insignia gut angelegt.

Lohnt sich das Xenon-Paket?

Lohnt sich ein Voll-LED-Scheinwerfer?

0,6 bis 1,5 =sehr gut - 1,6 bis 2,5 =gut - 2,6 bis 3,5 =zufriedenstellend -
3,6 bis 4,5 =ausreichend; Stand: November 2009 - Quelle ADAC

Der Audi R8 nahm im Test eine Sonderstellung ein. Er verfügt als erstes Serienfahrzeug über Voll-LED-Scheinwerfer, die in absehbarer Zukunft die Halogenscheinwerfer ablösen werden. Übertreffen kann dieses Licht den Testsieger Mercedes E-Klasse nicht, bietet aber ein besonders wirkungsvolles Fernlicht und vermittelt ein hohes Sicherheitsgefühl.

Apropos Gefühl: Die weit verbreitete Empfindung, Xenonlicht würde entgegenkommende Fahrer gefährlich blenden, kann der ADAC nicht bestätigen. Im Gegenteil. Xenon sei sogar weniger hell als Halogenlicht, sagte ADAC-Testleiter Martin Ruhdorfer Morgenpost Online. Xenonlampen kämen mit niedrigeren Voltzahlen als Halogenlichter aus. Dabei gelte, sagte Ruhdorfer, dass das Licht pro Volt um 20 Prozent weniger hell leuchte.

Der Effekt sei rein psychologisch. "Viele Fahrer machen den Fehler, direkt in die Lichter des entgegen kommenden Autos zu sehen. Man sollte aber grundsätzlich an den Lichtkegeln vorbei schauen." Der psychologische Effekt werde durch die Trägheit des menschlichen Auges noch verstärkt, sodass die Helligkeit länger und intensiver empfunden werde, als sie tatsächlich ist.

Entscheidend sei aber die Sauberkeit der Scheinwerfer. Je schmutziger die Abdeckung sei, desto mehr Streulicht entstehe. Die verstreuten Lichtstrahlen würden nicht nur die eigentliche Qualität des Lichts verringern, sondern könnten zudem andere Verkehrsteilnehmer blenden. Deshalb ist für jede Xenon-Ausstattung eine Reinigungsanlage vorgeschrieben.

Quelle: mv
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