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05.11.09

Designer-Visionen

So werden wir im Jahr 2030 Auto fahren

Sauber, schnell, individuell und interaktiv: So denken sich die Designer von Audi, Toyota, Nissan & Co das Auto der Zukunft. In ihren Studios im sonnigen Kalifornien entwickeln sie kühne Konzepte. Und dabei haben sie nicht den Autofahrer von heute, sondern seine Kinder und Enkel im Visier.

Hochschule Pforzheim

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Polo, Twingo, Cinquecento, Mini – solche Modelle können die Autohersteller womöglich bald vergessen. Denn um Teenager hinter Laptop und iPhone hervor zu locken, braucht es mehr als knuffige Formen, knackige Fahrwerke und kräftige Motoren. Das zumindest glauben viel Autodesigner, die im Dienst der Fahrzeughersteller an der amerikanischen Westküste den Trends von morgen nachspüren.

Wie jedes Jahr zur Autoshow in Los Angeles haben sie kurz vor der Messe im Dezember auch diesmal wieder ihre Visionen zu Papier gebracht und sich beim L.A. Design Challenge erstmals der Jugend angenommen: Nach Sportwagen und Stadtflitzern stehen deshalb 2009 jene Vehikel im Mittelpunkt, mit denen der Nachwuchs im Jahr 2030 zur Highschool, zur Uni oder an den Strand rollen könnte – und die haben mit unserem gelernten Bild vom Auto nur noch wenig gemein.

Stattdessen entwickelt sich das Massenprodukt in der Vision der Designer wieder zu einem ausgesprochen individuellen Gefährt, das bisweilen sogar Teil der eigenen Persönlichkeit wird und völlig neue Dimensionen von Fahrspaß erschließen soll.

Dabei klingen die Ideen so abgedreht, dass man den Elektroantrieb und Räder, die mit ihrer Reibung Strom erzeugen, schon als selbstverständlich hinnimmt.

Einer der schillerndsten Entwürfe stammt in diesem Jahr von General Motors. Dort haben die Designer das Autofahren zum Computerspiel gemacht und geben den Kids nur dann die Kontrolle über den "Car Hero", wenn sie den Wagen im elektronischen Duell schlagen.

Je besser sie sich dabei anstellen, desto spannender werden die Szenarien, die der kugelrunde Einsitzer auf dem Weg zum Ziel absolviert.

Dem realen Fahrspaß haben sich die Vorausdenker im Audi-Studio verschrieben und deshalb die beiden Studien eOra und eSpira entworfen. Während der eOra ein aufrechter Einsitzer ist, der sich wie ein Skifahrer in die Kurven legen kann und deshalb spürbar mehr Fahrdynamik verspricht, duckt sich der eSpira tief auf die Straße und glänzt mit einer neuen Steuerung: Er erkennt Bewegungen und Gesten des Fahrers und reagiert damit schneller auf dessen Wünsche als jedes andere Auto.

Ebenfalls mehr Dynamik verspricht Honda mit dem Helix, weil der auch in der dritten Dimension agil ist und so über Staus oder Behinderungen einfach hinweg schwebt. Viel spannender allerdings ist bei ihm das Individualisierungskonzept: Über spezielle Schnittstellen lässt sich die futuristische Flunder mit dem Erbgut ihres Besitzers füttern, so dass sich das Innenleben aus speziellen Kunststoffen in Farbe, Form und Design perfekt auf die jeweilige Person zuschneiden lässt.

Die Idee vom automobilen Einzelstück liegt auch dem Mazda Souga zugrunde: Den Sportwagen kann man in der Vision der Designer nicht beim Händler kaufen, sondern muss ihn auf einer Plattform im Netz selbst gestalten. Damit er trotzdem sauber und vor allem bezahlbar bleibt, steht jedem Kunden ein virtueller Design-Mentor zur Seite.

Weil die Verkehrsdichte in Zukunft kaum nachlassen wird und der Stau auf dem Weg zur Uni unvermeidlich scheint, hat Toyota den Link entwickelt. Zwar leben die Designer mit personalisierten Hüllen zum Download auch hier ihre Idee von der Individualisierung aus. Doch lder Clou des Konzepts liegt vor allem im Kontakt mit Gleichgesinnten. Denn wer im sozialen Transportnetz das gleiche Ziel hat, wird kurzerhand miteinander verkuppelt.

Fast schon bodenständig wirkt dagegen der Nissan V2G. Zwar passt der elektrische Einsitzer mit Vorderrädern wie Hummerscheren und Hinterrädern wie ein Motorrad durchaus in die illustere Reihe der realitätsfremden Renner.

Doch wer sich daneben den gerade auf der Motorshow in Tokio präsentierten Land Glider denkt, erkennt schnell, dass die Zukunft vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt ist.

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