ADAC-Test
Viele Autobahn-Rastplätze sind dreckig und düster
Ein blankes Loch im Boden statt einer Toilettenschüssel und obszöne Sprüche an den Wänden – das und noch Übleres hat der ADAC beim Test von 101 Autobahn-Rastplätzen in 16 europäischen Ländern entdeckt. Besonders erschreckend: Deutsche Rastplätze bekamen durchweg schlechte Noten bei der Sicherheit.
Der ADAC hat 101 Rastplätze in 16 europäischen Ländern entlang der Autobahnen untersucht. 31.000 Kilometer hat das Testerteam dabei kreuz und quer durch den Kontinent zurückgelegt. Das Ergebnis: Mehr als 60 der getesteten Rastplätze sollte man besser von vornherein meiden.
17 Mal wurde die Note "ungenügend" verteilt. Jeweils 22 Plätze sind "mangelhaft" oder gerade eben "ausreichend".
29 Mal lautete das Testergebnis "gut" und lediglich elf Mal konnte eine glatte Eins vergeben werden.
Deutschland ist mit 20 Objekten das Land mit den meisten Rastplätzen im Test – und findet sich überraschend nur im hinteren Teil des Mittelfeldes wieder. Die Außenanlagen waren meist gepflegt und es gab genügend Picknicktische.
Probleme der deutschen Rastplätze bestehen vor allem darin, dass sie nicht ausreichend beleuchtet sind.
Richtig hell und somit auch nachts gefahrlos benutzbar ist nur eine Anlage (Dätgen an A7), weitere zwei (Binshof an der A61 und Sperbes an der A9) verfügen wenigstens über eine mittelmäßige Ausleuchtung.
Der Rest liegt teilweise im Dunkeln oder ist nur rund um das Toilettengebäude dürftig beleuchtet. So fand man oft auch die Notrufe im Dunklen nicht. Zudem gibt bei uns nirgendwo eine Videoüberwachung, wie man sie in Österreich häufig antrifft.
Auch bei der Sauberkeit der Toiletten liegt vieles im Argen. Hier bestätigen die deutschen Parkplätze den europäischen Trend.
Nur bei einem Viertel aller Anlagen gab es bei der Hygiene nichts zu beanstanden. Die schmutzigsten Klos fanden die Tester in der tschechischen und slowakischen Republik sowie in Slowenien – wo keine der Anlagen über ein "mangelhaft" hinauskam.
Auch in Deutschland war jede zweite Toilette war schmutzig. Und in ebenso vielen Fällen führte die Behinderten-Toilette ihren Namen zu Unrecht, weil sie nicht behindertengerecht war.
Die elf "sehr guten" Plätze liegen ausschließlich im Ausland: fünf in Österreich, drei in Kroatien und je einer in Schweden, Italien und Ungarn.
Wie nach Ansicht der ADAC-Tester ein optimaler Rastplatz aussehen sollte, zeigt der Testsieger, der Rastplatz Gaishorn an der österreichischen A9 (Pyhrnautobahn) zwischen Treglwang und Trieben. Die Anlage ist nicht nur gepflegt und landschaftlich reizvoll gelegen, mit Picknickplätzen und Klettergarten ausgestattet. Sie verfügt auch über sehr saubere, behindertengerechte Toiletten mit Wickelraum und Dusche. Nachts ist sie gut beleuchtet und verfügt über Videoüberwachung und Notruf.
Der ADAC-Rastplatztest ist Bestandteil von EuroTest, einem Zusammenschluß von 18 Automobilklubs aus 17 europäischen Ländern. Seit dem Jahr 2000 testet die Gemeinschaft nicht nur Rastplätze, sondern auch Passagierfähren, Tunnel oder Bahnhöfe.
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