26.02.13

Straßenkaries

Wer zahlt den Schlagloch-Schaden an Ihrem Auto?

Deutschlands Straßen sind in einem desolaten Zustand, manche Strecken sogar gesperrt. Denn kaputte Straßen stellen eine Gefahr dar. Wir erklären, wer dafür aufkommt, wenn am Auto ein Schaden entsteht.

Foto: picture alliance / dpa

Buckelpiste: Schlaglöcher sind nicht nur lästig, sondern auch sehr gefährlich.
Buckelpiste: Schlaglöcher sind nicht nur lästig, sondern auch sehr gefährlich.

Viele Straßen in Deutschland gleichen derzeit einem Schweizer Käse. Schlaglöcher, wohin das Auge blickt. Da wird die Autofahrt schnell zum gefährlichen Slalom. Viele Autofahrer fragen sich jetzt, wer dafür aufkommt, wenn sie in ein Schlagloch gefahren sind und der Wagen danach beschädigt ist.

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rät Betroffenen, wichtige Beweise zu fotografieren: sowohl den Schaden am Fahrzeug als auch das Schlagloch und die Verkehrsbeschilderung vor Ort.

Städte und Kommunen sind zwar verpflichtet, auf Straßenschäden aufmerksam zu machen, aber oft muss der Autofahrer dennoch beweisen, dass er vor dem Loch nicht gewarnt worden ist. Auch Zeugenaussagen anderer Verkehrsteilnehmer sowie ein Hinzurufen der Polizei können hilfreich sein.

Wer zahlt die Reparatur, wenn ich mit meinem Fahrzeug in ein Schlagloch gefahren bin?

Die Vollkaskoversicherung übernimmt den Schaden, der durch ein Schlagloch am Auto entstehen kann. Allerdings sollten Autobesitzer trotzdem besonders umsichtig fahren. Gemäß der Allgemeinen Straßenverkehrsordnung muss jeder Fahrer sein Fahrverhalten den Witterungsbedingungen und den Straßenverhältnissen anpassen.

Doch nicht jedes Schlagloch muss auch zur Gefahr werden, denn Autos sind recht robuste Vehikel. Der Zusammenstoß mit anderen Autos aufgrund von Glatteis kommt deutlich häufiger vor. Auch hier übernimmt die Vollkaskoversicherung den Schaden am eigenen Auto. Das Verkehrsopfer erhält die Reparaturkosten von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers.

Zahlen Stadt oder Kommune die Schäden am Auto?

Ja und Nein. Zum einen hängt es am konkreten Fall, zum anderen gibt es auch unterschiedliche Gerichtsurteile dazu. So sprach im Jahr 2006 das Landgericht Meiningen einer Autofahrerin einen Schlaglochschaden in Höhe von 403,63 Euro zu. Sie konnte der Stadt Suhl Mängel bei der Absicherung von Fahrbahnschäden nachweisen.

Auch das Landgericht Rostock hat eine Gemeinde zu Schadenersatz wegen Schlaglöchern verurteilt. Die Straße hätte gesperrt oder schnell ausgebessert werden müssen. Das Gericht kam zu der Auffassung, dass eine Gemeinde für Schäden durch Schlaglöcher haftbar gemacht werden kann, wenn ihr bekannt ist, dass auf rund 500 Metern 15 bis 20 Schlaglöcher mit einer teilweisen Tiefe von sieben bis acht Zentimeter vorliegen.

In anderen Urteilen wurde allerdings die Übernahme der Schäden abgelehnt. Tenor hier: Bei allgemein schlechten Straßenzuständen, ausreichender Beschilderung und angemessener Fahrweise können Schäden vermieden werden.

Welche Teile am Auto sind besonders gefährdet?

Vor allem Reifen, Felgen und Stoßdämpfer. Aber auch Querlenker, Federbeine und Spurstangen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Warnsignale sind austretende Luft (Reifen), Poltern an der Vorderachse (beschädigte Koppelstangen oder ausgeschlagene Lager an den Lenkern), ein schief stehendes Lenkrad.

Aufpassen sollten laut ADAC aber nicht nur Auto-, sondern auch Radfahrer, da Fahrbahnschäden zu Stürzen und im schlimmsten Fall zu schweren Verletzungen führen können.

Quelle: dj
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