22.02.13

Sicherheitstechnik

Der erste Kopf-Airbag für helmlose Zweiradfahrer

Der "Hövding" soll diejenigen schützen, die auf Fahrrad oder Motorrad keinen Helm tragen wollen. Im Fall eines Unfalls bläst er sich blitzschnell auf, allerdings hat die Sicherheit ihren Preis.

Foto: Hövding

Im Fall eines Unfalls bläst sich der „Hövding“ rasendschnell auf
Im Fall eines Unfalls bläst sich der "Hövding" rasendschnell auf

In diesen Tagen kommt der erste Airbag auf den Markt, mit dem sich Rad- und andere helmlose Zweiradfahrer vor den Folgen eines Unfalls schützen können. Der "Hövding" so der schwedische Name des Helfers, wird im nicht aufgeblasenen Zustand dezent als Kragen um den Hals getragen. Registriert er einen Unfall, so entfaltet er sich und umschließt dann den Kopf des Zweiradfahrers.

Erfunden hat den "Hövding" die Schwedin Terese Alstin. Als Zielgruppe sieht sie vor allem Menschen, die auf dem Zweirad keinen Helm tragen möchten, ob aus Eitelkeit oder Gründen der Bequemlichkeit. Gerade auf dem Fahrrad verzichten viele Fahrer aus solchen Motiven auf einen Kopfschutz.

Sensoren steuern den Öffnungsmechanismus des Airbags, sichtbarer Teil ist der Kragen. Seine Außenhülle lässt sich der Kleidung anpassen. Der Airbag selbst besteht aus zwei miteinander verbundenen Schichten. Der für die Außenhaut eingesetzte Nylonstoff soll besonders widerstandsfähig sein, auch das Scheuern auf dem Asphalt nach einem Sturz soll er verkraften können.

Eine Zehntelsekunde reicht zum Öffnen

Der "Hövding" öffnet sich innerhalb einer Zehntelsekunde. Der Druck des einströmenden Gases wird über mehrere Sekunden aufrecht gehalten, sodass der Träger nicht nur beim ersten Aufprall geschützt ist, sondern auch bei eventuell folgenden.

Der Generator für die Druckbefüllung befindet sich in einem Behälter hinter dem Kragen am Rückgrat des Fahrers. Dabei handelt es sich um einen Kaltgas-Generator mit Helium – einer der kleinsten Generatoren, der ähnlich auch in Motorradhelmen mit Airbag eingesetzt wird.

Lieferbar ist der "Hövding" in zwei Größen: "Small" reicht Menschen bis 37 Zentimeter Kragenweite, "Medium" ist für solche mit mehr Umfang gedacht. Der Airbag wiegt rund 750 Gramm und kostet 399 Euro, weitere Varianten sind in Vorbereitung.

Quelle: sp-x
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