17.02.13

VW Cabrio

Golf R hat kein Dach, aber viel unter der Haube

Die Oben-Ohne-Variante des Sechsers ist das leistungsstärkste Cabrio in der Volkswagen-Geschichte. Doch was Lust und Leidenschaft betrifft, hinkt das Sportmodell der Konkurrenz hinterher.

Von Thomas Geiger
Foto: VW

Golf R Cabrio ist das erste Golf Cabrio in einer „R“-Version und der letzte neue Golf, der noch auf dem Golf VI basiert. Dass er mit seinem Einstiegspreis von 43.325 Euro auch einer der teuersten Seriengolf aller Zeiten und damit so teuer wie zwei neue Beetle Cabrio in der Basisausstattung ist, wird die wahrscheinlich kleine, aber feine Fangemeinde wohl nicht vom Kauf dieses Sportwagens mit Stoffmütze abhalten.

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Das Beste zum Schluss. VW lässt die Muskeln spielen und macht dem alten Golf Cabrio noch einmal Beine: Damit das noch von der Generation sechs abgeleitete Open-Air-Modell gegenüber dem neuen Golf VII nicht ganz so blass aussieht, rüsten es die Niedersachsen jetzt zum R-Golf auf.

Ein 265 PS starker Turbo macht den Wagen deshalb zum stärksten Cabrio in der VW-Geschichte. Allerdings ist das nicht der einzige Superlativ. Sondern auch der Preis für das pünktlich zum Frühjahr lieferbare Sportmodell erreicht mit 43.325 Euro ein rekordverdächtiges Niveau.

Dafür gibt es vor allem eine imposante Organspende aus dem Scirocco R. Denn wo für den Zweiliter-Turbo bislang bei den 210 PS des GTI-Cabrios Schluss war, packen die Ingenieure der R GmbH jetzt noch einmal 20 Prozent drauf.

Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 350 Nm wird das sonst so brave Cabrio damit zum Wolfsburger Wirbelwind und überrascht mit Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau: Von 0 auf 100 sprintet der Kraftmeier jetzt in 6,4 Sekunden und zum ersten Mal ist das Golf Cabrio so schnell, dass die Entwickler bei 250 km/h die Reißleine ziehen müssen.

Überholen wird mit 2500 Touren zum Kinderspiel

Zwar ist das R Cabrio tatsächlich viel giftiger als das Großserienmodell. Der Motor klingt kerniger. Der Ampelspurt wird zum Vergnügen, wenn der Vierzylinder aufbrüllt und es einen tief in die Sitze presst.

Wenn schon 2500 Touren zum Abruf der maximalen Antrittsleistung genügen, wird auch das Überholen auf der Landstraße wird zum Kinderspiel. Und obwohl ihm zum geschlossenen Golf R der Allradantrieb fehlt, fühlt man sich bei einer verschärften Landpartie auch in engen Kurven und langen Kehren immer als Herr der Lage.

Doch so lustvoll und leidenschaftlich wie der Opel Astra OPC oder der letzte Ford Focus RS ist das R-Modell noch lange nicht. Sein Sportfahrwerk ist trotz der Tieferlegung um 2,5 Zentimeter und der nachgeschärften Lenkung noch zu kommod, das Interieur eher schick als sportlich und die Designretuschen mit den neuen Schürzen vorn und hinten viel zu zurückhaltend.

Er wirkt wie ein Streber, der mal eben den Strickpullunder gegen ein Muscle-Shirt getauscht hat und jetzt den Bösen Buben geben will. Aber dafür braucht es nicht nur Leistung, sondern auch Ecken und Kanten. Und die sucht man beim Golf ziemlich vergebens.

Vorfreude auf neuen Golf R in einem Jahr

Dafür können sich die Kunden wenigstens mit einem geringen Verbrauch trösten: Weil der Motor sein maximales Drehmoment so früh erreicht und man den Vierzylinder deshalb selten ausdrehen muss, ist das Golf R Cabrio im Mittel mit 8,2 Litern zufrieden.

Einerseits: Kein schlechter Wert. Aber andererseits braucht zum Beispiel der neue Porsche Cayman keinen Tropfen mehr – und ist dann doch das dynamischere Auto.

Aber die VW-Entwickler können es besser – und das werden sie allen auch schon bald beweisen. Denn spätestens in einem Jahr kommt der neue Golf R auf Basis der Generation Sieben. Der hat dann zwar erst einmal ein geschlossenes Dach.

Doch holen die Ingenieure dafür dann sogar 290 PS aus dem Vierzylinder, spendieren dem Wagen wieder Allradantrieb und versprechen einen Fahrspaß, wie man ihn beim Golf bis dato noch nicht gekannt hat.

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