29.01.13

Ratgeber

Wann wurde zuletzt der Zahnriemen gewechselt?

Eine der ersten Fragen beim Kauf eines Gebrauchten muss die Frage nach dem Zahnriemen sein. Autofahrer sollten den Riemen rechtzeitig austauschen. Denn reißt er, ist der Motor hin.

Foto: dpa-tmn

Reißt der Zahnriemen, bedeutet das meistens den kapitalen Motorschaden. Deshalb sollten die Wechselintervalle penibel eingehalten werden.
Reißt der Zahnriemen, bedeutet das meistens den kapitalen Motorschaden. Deshalb sollten die Wechselintervalle penibel eingehalten werden.

Der Zahnriemen eines Automotors ist ein Bauteil, das viel aushalten muss: Er soll mehrere zehntausend Kilometer lang ohne Beanstandung Kräfte übertragen, er muss äußerst biegsam sein, darf sich aber trotzdem nicht in die Länge ziehen lassen. Feuchtigkeit, extreme Hitze und Kälte muss er aushalten. Denn reißt der Riemen doch einmal, dann ist der Motor fast immer erledigt.

Deswegen sollte man die von den Herstellern empfohlenen Wechselintervalle einhalten, um Schäden zu vermeiden. Alternative zum Zahnriemen ist die Steuerkette. Diese ist haltbarer, aber auch kein Alleskönner.

Zahnriemen und Steuerketten haben in Automotoren die gleiche Funktion: Sie übertragen die Kraft von der Kurbel- auf die Nockenwelle(n) von Viertaktmotoren. So sorgen sie dafür, dass die Nockenwellen mit ihren Nocken das Öffnen und Schließen der Ein- und Auslassventile steuern können.

Damit die Wellen synchronisiert laufen, dürfen Kette oder Riemen auf keinen Fall ausleiern und schon gar nicht reißen. Denn dann kommen sich in der Regel Kolben und Ventile in die Quere, das Ende für den Motor.

Wechsel kostet zwischen 600 und 1000 Euro

"Der Zahnriemen spart Bauraum gegenüber der Steuerkette", nennt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg einen Grund, warum viele Konstrukteure den Riemen bevorzugen. Vor allem bei kleineren Motoren sind sie das Mittel der Wahl, weil es hier besonders eng zugeht.

Doch im Gegensatz zur Steuerkette müssen Zahnriemen regelmäßig gewechselt werden. "Alle 120.000 bis 180.000 Kilometer ist die Regel – mit Abweichungen nach oben und unten", beschreibt Thiemel. Ein Wechsel kostet rund 600 bis 1000 Euro.

"Der Zahnriemen selbst macht dabei nur 80 bis 100 Euro aus, das Aufwendige ist die Montage." Thiemel empfiehlt, bei dieser Gelegenheit auch gleich die Wasserpumpe zu tauschen – die kostet in der Regel nur 60 bis 80 Euro, beim Zahnriemenwechsel liegt das Bauteil sowieso frei.

Für Steuerketten geben die Hersteller keine Wechselintervalle vor. Aber das heißt nicht, dass sie in jedem Fall so lange halten wie der Wagen, in den sie eingebaut sind. Steuerketten können gelängt sein, wenn der Motor schon viel gelaufen ist, erkennbar oft durch rasselnde Geräusche beim Starten.

Rechnung kann als Beleg dienen

"Das passiert zum Beispiel, wenn der Kettenspanner im Druck nachlässt", sagt Hans-Jürgen Mäurer, Leiter Entwicklung bei der Dekra. Bei alten Motoren sollte man Kette und Spanner deshalb im Blick behalten.

Dagegen reißen Zahnriemen ohne Vorwarnung. Deshalb sollten Gebrauchtwagenkäufer Fragen stellen: "Wann wurde der Zahnriemen gewechselt, und wurde er überhaupt gewechselt?", sagt Hans-Georg Marmit von der Prüforganisation KÜS. Belege dafür finden sich oft im Serviceheft, auch Rechnungen können als Nachweis dienen.

Wer nicht nachfragt, der kann auf Motorschäden oder sehr teuren Reparaturen sitzen bleiben. Denn reißt der Zahnriemen, dann haften selbst gewerbliche Händler nur, dann "wenn sie eine Beschaffenheitsgarantie für den Zustand des Zahnriemens abgegeben oder die Fehlerhaftigkeit arglistig verschwiegen haben", sagt Herbert Engelmohr aus der Rechtsabteilung des Automobilclubs von Deutschland (AvD).

Auch mit einer Gebrauchtwagengarantie sind ein Zahnriemenriss und seine Folgen in der Regel nicht abgedeckt. "Schließlich ist der Schaden auf ausgelassene Wartung zurückzuführen", sagt Engelmohr. Und das sei kein Garantiefall.

Quelle: dpa
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