28.01.13

Tempolimit 120

Wie die Linke die Autofahrer gängeln will

Die Forderung der Partei Die Linke nach einem Tempolimit auf Autobahnen ist mehr als nur ein Griff in die politische Mottenkiste. Dahinter steht ein zutiefst bürgerfeindliches Weltbild.

Foto: dpa

Tempo 120 ist schon jetzt Alltag auf vielen Abschnitten deutscher Autobahnen. Die Linke fordert nun ein allgemeines 120er-Limit für das gesamte Streckennetz
Tempo 120 ist schon jetzt Alltag auf vielen Abschnitten deutscher Autobahnen. Die Linke fordert nun ein allgemeines 120er-Limit für das gesamte Streckennetz

Irgendwie ist das passsend: Eine Partei, die auf dem absterbenden Ast des Lebensbaumes Politik sitzt, will punkten mit einer Totgeburt – dem Tempolimit.

120 sollen wir noch fahren, wenn wir die Linke an die Regierung lassen, und die Idee klingt fast so, als wollte sich die Partei an die Grünen heranwanzen. Rot-rot-grün, vielleicht, wie wäre es?

Betrachtet von der politischen Linksaußen-Position, mag die Idee plausibel scheinen. Doch ignoriert man in der Linken-Zentrale die Tatsache, dass die Grünen in Deutschland schon mal an der Regierung waren und dabei kein Sterbenswörtchen übers Tempolimit verloren haben.

Die freie Fahrt ist eine nationale Besonderheit

Zum einen, weil der damalige Kanzler Schröder sich als "Automann" sah, zum anderen aber auch aus einer gewissen Einsicht. Die freie Fahrt auf deutschen Autobahnen ist eine nationale Besonderheit, die es zu bewahren gilt. Im übrigen auch gegen Regelungsversuche aus Brüssel.

Nicht weil alle permanent mit 200 Sachen über die linke Spur donnern wollten, das verhindert sowieso der gesunde Menschenverstand, und die vielfach angeprangerte Raserei ist auch selten zu beobachten. Unter anderem wirken schon die hohen Spritpreise als natürliches Regulativ.

Nein, die freie Fahrt hat den unschätzbaren Wert der freien Entscheidung. Ein jeder ist so schnell unterwegs, wie er es verantworten kann; ein jeder ist damit auch verantwortlich für sein Tun, und keiner nimmt ihm die Verantwortung ab. Der freie Bürger fährt frei, das hat der ADAC, vielfach verspottet, vor Jahren schon ganz richtig gesehen.

Man kann auch ohne Limit langsamer fahren

Hinter dem Streit ums Tempolimit steht denn auch etwas Grundsätzliches: Es ist die Frage, wie viel der Staat im Leben seiner Bürger regeln muss. Die Antwort darauf ist einfach, wenn man ein Linker ist: alles. Das Tempolimit ist den Linken nur ein Symbol für ungehemmte Gängelei der Wirtschaft und des Lebens.

Darüber sollte nachdenken, wer Sympathien hegt für die geruhsamere Gangart auf der Autobahn. Denn langsamer fahren kann man auch so, ohne die Linken zu wählen, ohne Limit und – vor allem – in freier Entscheidung.

Berliner Morgenpost-Reporter Stefan Anker twittert regelmäßig spontane Autonews und Beobachtungen aus Auto- und Testalltag. Er freut sich, wenn Sie hier klicken und ihm folgen. Oder Sie schauen auf seiner Facebook-Seite vorbei.

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