26.01.13

Gebrauchtwagen-Check

Der offene Fiat 500 tarnt seine Fehler mit Charme

Cabrios kauft man am besten im Winter, dann spart man Geld. Der Fiat 500 C ist mit seinem großen Faltdach gebraucht sehr beliebt. Obwohl der TÜV einiges an ihm auszusetzen hat.

Von Holger Holzer
Foto: Fiat

Der Fiat 500 C zählt zu den beliebtesten offenen Autos. Dabei...

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Ein Cabrio? Kaufen? Jetzt? Das scheint eine bizarre Idee zu sein. Bei diesem Wetter denkt doch niemand an offene Autos. Sollte man vielleicht aber doch. Denn wer im Sommer gern offen fahren will, der kann Geld sparen, wenn er jetzt schon kauft – und nicht erst während der ersten warmen Tage, wenn auf einmal jeder so ein Auto haben will.

Zu den beliebtesten offenen Autos gehört der Fiat 500 C, allerdings kann man streiten, ob er überhaupt die Definition "Cabrio" erfüllt. Denn die Dachholme bleiben stehen bei dem Wagen. Das, was sich dazwischen öffnen lässt. könnte man auch als Faltschiebedach im XXL-Format werten.

Aber wir wollen nicht kleinlich sein, denn fest steht, dass Wind, Luft und Sonne ihren Weg ins Auto finden. Uer 500 C besticht durch seinen Charme, allerdings ist er alles andere als fehlerfrei.

Nur scheinbar das perfekte Stadtauto

Karosserie und Innenraum: Der Fiat 500 C wäre mit seinen knackigen Abmessungen eigentlich perfekt für die Stadt – aber da ist dieses Verdeck, das sich im offenen Zustand auf der Hutablage faltet – und den Blick nach hinten so fast unmöglich macht. Außerdem nervt der viel zu große Wendekreis von rund 12 Metern, selbst ausgewachsene Limousinen sind bei so etwas oft besser.

Auch in andere Hinsicht verlangt der Fiat Zugeständnisse: Schon vorne sitzt es sich recht eng, hinten haben höchstens Kinder Platz. Der Kofferraum hat zwar die klassenübliche Größe, aber weil die Öffnung so klein ist, reisen Getränkekisten in der Regel auf der Rückbank mit. Die lässt sich immerhin geteilt umlegen, was den Kofferraum Einkaufstauglich macht.

Trotzdem ist der Fiat vor allem ein Single-Mobil für die Kurzstrecke – auch weil das Stoffdach bei höheren Geschwindigkeiten den Lärm nicht aus dem Innenraum fernhalten kann.

Für die Stadt reicht der Kleinste

Motor und Fahrwerk: Für den Stadtverkehr reicht bereits der kleinste Benziner mit 69 PS und 1,2 Liter Hubraum aus. Außerdem ist der Vierzylinder recht leise, im recht schwach gedämmten offenen Fiat ist das ein Vorteil. Sparsamer und ein wenig flotter ist der Italiener mit dem Ende 2010 eingeführten 0,9-Liter-Zweizylinderbenziner mit 85 PS unterwegs, allerdings sind noch nicht allzu viele Exemplare auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Wer auch mal über Land fährt und dafür ein bisschen mehr Leistung will, der kann zwischen drei 1,4-Liter-Benzinern mit 100, 135 PS und 160 PS wählen, für die allerdings auch merkbar höhere Preise verlangt werden. Den 1,3-Liter-Diesel mit 95 PS findet man im 500 C nur sehr selten, ein Diesel im offenen Wagen erschien wohl vielen Neuwagenkäufern unpassend.

Qualität: Der schicke Look kommt mit Schattenseiten. Denn beim TÜV zählt der 500 C zu den Kandidaten, bei denen man gern genauer hinsieht, aus einer gewissen Erfahrung heraus. Denn häufig finden sich Mängel an Vorderachse und Lenkung – und zwar schon bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren.

Auch Radlager und Lichtmaschine gelten als anfällig, auch die Auspuffanlage ist kein Ausbund an Dauerhaltbarkeit. Bekanntes Problem ist zudem ein Hang zu Kolbenfressern. Beim Gebrauchtwagenkauf sollte man daher darauf achten, dass der Vorbesitzer sich penibel an die Ölwechselintervalle gehalten hat.

Gebraucht gesucht und teuer

Sicherheit und Ausstattung: Bei der Sicherheit hat der Fiat 500 bei seiner Markteinführung neue Maßstäbe in der Kleinwagenklasse gesetzt. Fünf Sterne schaffte er im EuroNCAP-Crashtest, serienmäßig waren sieben Airbags an Bord. Nicht zuletzt das brachte ihm den Titel "Auto des Jahres" ein.

Nicht ganz dazu passen will, dass der Schleuderschutz ESP nur für die 1,4-Liter-Benziner lieferbar ist. Die restliche Ausstattung hingegen geht in Ordnung, schon die Basisversion "Pop" bietet bis auf die Klimaanlage alles Nötige.

Fazit: Wer einen Fiat 500 C kauft, der tut das in der Regel, weil er die Erscheinung des Wagens mag, nicht deshalb, weil er den preiswertesten und mängelfreiesten Wagen seiner Klasse will. Macken sollte man also verzeihen können und genau hinsehen vor dem Kauf. Erst recht deshalb, weil das Modell gesucht ist und die Preise deshalb hoch sind. Unter 10.000 Euro ist ein offener 500 kaum zu haben.

Quelle: sp-x
Foto: Opel

Von 2000 bis 2006 wurde der Opel Corsa der dritten Generation gebaut. Gebraucht ist er heute günstig zu haben.

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