20.01.13

Aston Martin

Mehr als nur Autolieferant für James Bond

Der britische Action-Held machte die Marke berühmt, an Bonds Seite durchlebte sie eine wechselvolle Geschichte. Erst jetzt ist Aston Martin wieder auf Augenhöhe mit Ferrari und Porsche.

Von Thomas Lang
Foto: AP

Zur Hochzeit von William und Kate in London 2011 nahm das Paar die Jubel-Parade in einem Aston Martin Volante DB6 MKII. Es gehört Prinz Charles, dem das Auto seit 1969 gehört.

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Den prominentesten Fahrer, der den Ruhm der Marke Aston Martin begründete und verdichtete, hat es nie wirklich gegeben. Gleichwohl war der britische Hersteller exquisiter Sportwagen mehr als der Lieferant von Dienstagen des Actionhelden James Bond.

Im dritten Filmabenteuer mit dem Titel Goldfinger erhielt Mr. Bond als Dienstwagen einen "DB5". Damit war der Mythos der Marke unsterblich. Die Edelmarke feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Ein gewisser Lionel Martin hatte mit einem Partner am 13. Januar 1913 im Westen Londons einen Handel mit Fahrzeugen der Marke Singer ins Leben gerufen.

Zehn Weltrekorde

Mit mäßigem Erfolg trat Lionel Martin damit beim Bergrennen von Aston Hill in Aston Clinton, einer kleinen Gemeinde, nördlich von London an. Das Scheitern des Singers inspirierte Mr. Martin, ein eigenes Auto zu bauen, das unter der Bezeichnung "Aston Martin" Gestalt annahm. Bis 1920 schließlich der zweite Prototyp fertig war, hatte Mr. Martin das Interesse an der Autofertigung verloren.

An seine Stelle trat der amerikanische Graf Louis Vorow Zborowski. Der Adelsmann, von Beruf Millionärssohn, hatte sich einen Namen als Renn- und Rekordfahrer gemacht. Zborowski stopfte nicht nur zahlreiche der finanziellen Löcher, die sich bei Aston Martin unentwegt auftaten, er steuerte das erste Auto der Marke auf dem Oval von Brooklands zu zehn Weltrekorden, darunter den für die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 122 km/h.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit endete bereits 1924, als Zborowski im Verlauf des "Großen Preis von Italien" in Monza gegen einen Baum prallte und verstarb. Lord Charnwood, ein weiterer Sponsor, belebte 1926 die Marke. Das Unternehmen baute ausschließlich Fahrzeuge für den Rennsport, die fortan bei allen großen internationalen Rennen von der Mille Miglia in Italien bis zu den "24 Stunden von Le Mans" Siege sammelten.

Spitzenmodell "Vantage" seit 1950

Finanzielle Probleme zogen sich wie ein roter Faden durch die hundertjährige Firmengeschichte. Bis Ende der 40-er Jahre waren kaum 700 Autos der Marke entstanden. 1947 erwarb der erfolgreiche Unternehmer David Brown Aston Martin zum Schnäppchenpreis von 20.000 Pfund das Unternehmen. Das erste Auto kam 1948 unter der Bezeichnung Aston Martin "DB1" auf den Markt. Der Zweiliter-Vierzylinder mit 90 PS war allerdings zu schwach, um den gut 1000 Kilo schweren Wagen angemessen zu motorisieren.

Der DB 2 von 1950 korrigierte den Fehler und setzte einen Reihensechszylinder ein, der 105 PS leistete. 125 PS brachte der "Vantage". Seitdem trägt jede Topversion eines Aston Martin diese Bezeichnung. Obwohl auch der "DB 2" mehr ein Auto für den Wettbewerb als ein Fahrzeug für die große Reise war, entstanden bis 1953 immerhin 410 Autos.

Unsterblich machte sich Aston Martin 1963 mit dem "DB 5". Das Coupé hatte eine Hubraumerweiterung auf vier Liter erfahren. Das reichte für 282 PS. Mit identischer Technik und lediglich leicht überarbeiteter Karosserie baute der Hersteller zwischen 1965 und 1970 den "DB 6". Mit dieser Modellgeneration endete die Periode des von italienischen Einflüssen bestimmten Designs bei Aston Martin.

Ab 1987 Ford am Ruder

Damit brach die 1967 eingeführte zweite Baureihe "DBS" an. William Towns, der hauseigene Designer hatte eine eindrucksvolle Gran-Tourismo-Form entworfen, mit einem fließenden Heckabschluss. Der neue V8-Motor mit 5,3 Liter Hubraum mit vier obenliegenden Nockenwellen stellte 350 PS zur Verfügung. 1972 musste Brown wegen finanzieller Turbulenzen verkaufen. Zwei Jahre später zwang die Wirtschaftskrise in Folge der Ölkrise die Marke endgültig in die Knie.

Ab 1987 übernahm der Ford das Ruder bei Aston Martin. Unter der neuen Leitung entstanden standesgemäße neue Produkte. Der "DB 7" von 1993 übertraf mit 6000 Einheiten die gesamte bisherige Produktion der Marke. 2007 verkaufte Ford seine Anteile an zwei Investorengruppen, die die Geschichte der Marke erfolgreich fortsetzen.

Derzeit bieten die Briten die beiden Sportwagen-Baureihen V8-Vantage und V-12-Vantage an. Dazu gesellt sich seit 2009 die Sportlimousine Rapide mit einem Sechsliter-V12, der 477 PS und der One-77, der in einer Auflage von 77 Exemplaren entsteht. Mit seinen atemberaubend schönen, unverwechselbaren leistungsstarken Autos hat sich Aston Martin zur festen Größe unter den exklusiven Sportwagenproduzenten etabliert - auf Augenhöhe mit Ferrari oder Porsche.

Quelle: mid
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