18.01.13

Gebrauchtwagen-Check

Eitler Alfa Mito legt viel Wert auf sein Äußeres

Mit gefälligem Design, starken Motoren und sportlichen Fahrwerken bietet Alfa Romeo seit 2008 seinen Lifestyle-Mini an. Der Mito kann Spaß machen, wenn man lernt, mit seinen Fehlern umzugehen.

Von Holger Holzer
Foto: Alfa Romeo

Definitiv ein Gesicht in der Menge. Der Alfa Mito fällt auf durch eigenständiges Design.

5 Bilder

Spannendes Design gehört zu den Genen der Marke Alfa Romeo. Und so präsentierte der Hersteller auch bei der Premiere des kleinen Mito ein Gesicht in der Menge, mit markantem Gesicht und rassigen Linien.

Der Wagen sollte unter anderem gegen den BMW Mini konkurrieren. Doch jetzt, wo die ältesten gebrauchten Exemplare vier bis knapp fünf Jahre auf dem Buckel haben, zeigt sich, dass der Mito auch in anderer Hinsicht Alfa-Traditionen fortgeführt hat – und zwar nicht nur positive.

Wohl auch deshalb konnte er hierzulande neben der Konkurrenz nur eine Nebenrolle spielen, trotz seines Aussehens, kräftiger Motoren und agilem Fahrverhalten.

Eigenständiges Design und gute Sitze

Karosserie und Innenraum: Auch wenn Schönheit im Auge des Betrachters liegt – der Mito sticht auf jeden Fall aus der Masse der Kleinwagen heraus. Die sportwagenartige Front schafft Wiedererkennungswert, die ausschließlich dreitürige Karosserie wirkt kräftig, aber trotzdem kompakt. Details wie die rahmenlosen Seitenscheiben lassen Sportwagengefühl aufkommen.

Da stört es auch nicht weiter, dass der Innenraum eng und der Fond düster ist. Auch der Laderaum unterwirft sich in Größe und Beladbarkeit erkennbar den Ideen der Designer.

Die Verarbeitung ist dafür überraschend ordentlich, die Sitze sind sogar richtig gut. Zu den besonders praktischen oder komfortablen Kleinwagen zählt der trotzdem nicht, aber das war wohl auch nicht das Ziel seiner Entwicklung.

Eine Flut von Antriebsvarianten

Motoren: In Sachen Antrieb haben Mito-Käufer viele Wahlmöglichkeiten, von bieder bis ausgesprochen agil. Besonders agil ist der Fronttriebler mit einem der beiden 1,4-Liter-Turbobenzinern unterwegs. Sie liefern 135 und 170 PS, dazu arbeiten sie mit einer neuartigen hydraulischen Ventilsteuerung, die Fiat und Alfa "Multi Air" nennen.

Wer einen der Turbos unter der Haube haben will, muss allerdings auch gehobene Ausstattung wählen, was den Preis in die Höhe treibt. Eine Stufe darunter tut es aber auch der 1,4-Liter-Benziner ohne Turbo, der mit "Multi Air" und vier Ventilen pro Zylinder auf 105 PS kommt.

Konzeptionell älter und vor allem für Sparsame interessant sind zwei weitere 1,4-Liter-Varianten mit nur zwei Ventilen pro Zylinder. Sie liefern 70 und 78 PS, 85 Pferdestärken bietet ein 0,9-Liter Zweizylinder an, dessen Ventile vollvariabel gesteuert werden. Dank des geringen Hubraums ist der Kleine etwas temperamentsarm, dafür aber mit einem Normverbrauch von 4,2 Liter sehr genügsam.

Flotter Diesel mit 120 PS

Auf ähnlichem Niveau liegen die insgesamt drei Dieselmotoren, die in den Mito eingebaut wurden und werden: Zwei 1,3-Liter-Selbstzünder liefern 85 und 95 PS, passen aber nicht recht zum sportlichen Charakter des Wagens. Eine bessere Wahl ist der 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS, auch er ist sparsam, aber außerdem durchzugsstärker.

Neben manuellen Getrieben mit fünf und sechs Gängen gibt es den kleinen Italiener auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe. In jeder Version an Bord ist das DNA-System, mit dem sich Lenkung und Gasannahme besonders sportlich auslegen lassen.

Lenk- und Fahrwerksspiel kommt häufiger vor

Qualität: Was stark beansprucht wird, verschleißt, und der Mito mit seiner sportlichen Auslegung motiviert stark dazu, das Material zu fordern. Ergebnis: Starke Motoren und das recht hohe Fahrzeuggewicht setzen vor allem den Achsen zu.

Vor allem an den vorderen Radaufhängungen hat der TÜV deshalb bereits bei der ersten Prüfung überdurchschnittlich häufig etwas zu bemängeln. Auch ein erhöhtes Lenkungsspiel zählt zu den bekannten Problemen. Zu den Schwachstellen solcher Wagen zählen die Vorbesitzer: Ein Mito aus Heizerhand macht teuren Reparaturbedarf wahrscheinlich.

"Turismo" macht mehr Eindruck

Ausstattung und Sicherheit: Der Mito wurde selten von Menschen gekauft, die das billigste Angebot seiner Klasse suchten. Mito-Modelle in Basisausstattung sind deshalb selten. Auch deshalb, weil es sie nur in Kombination mit wenig attraktiven Motoren gab. Die meisten angebotenen Gebrauchtwagen dürften deshalb mindestens die "Junior"-Ausstattung haben, die die meisten Standard-Extras umfasst.

Wer es etwas eleganter mag, wählt die "Turismo"-Variante, die mit Lederlenkrad und größeren Felgen optisch mehr Eindruck macht. Die Version "Quadrifoglio Verde" hat immer den größten Benziner sowie zusätzliche Sport-Ausstattung an Bord.

Gepflegte Autos suchen

Zu den wichtigsten Optionen zählen die in dieser Klasse seltenen Extras wie Bi-Xenon-Scheinwerfer, aktive Dämpfer und Klimaautomatik. Wer Wert auf Variabilität legt, sollte darauf achten, dass der Gebrauchte über eine geteilt klappbare Rückbank verfügt. Die musste und muss beim Alfa Mito bei Neuwagen immer extra bestellt werden.

In Sachen Sicherheit zeigt der Alfa hingegen keine Lücken. Serien-ESP, sieben Airbags und fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest sind mehr als Klassen-Standard.

Fazit: Wer einen Mito will, der sollte in der Lage sein, das eine oder andere Auge zuzudrücken. Wer das kann, erhält einen schicken Kleinwagen, der eine große Portion Fahrspaß liefert. Die aktuellen Marktpreise beginnen bei rund 7000 Euro, doch wer kann, sollte lieber etwas mehr investieren. Denn je gepflegter der Mito, desto besser.

Quelle: sp-x
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