17.01.13

Fahrbericht

Knackiger Familien-Mazda zu einem fairen Preis

Anfang Februar bringt die japanische Marke die neue Auflage ihres Familienmodells auf den Markt. Das Ergebnis ist wohlgeraten, sparsam und kann auf der Straße erstaunlich viel Spaß bringen.

Foto: Mazda

Für einen Familienkombi wirkt er fast ein bisschen mondän. Ab Februar steht der neue Mazda 6 bei den Händlern.

7 Bilder

Unter den global agierenden Automobilherstellern zählt Mazda zu den kleineren Anbietern. Zwar hat man sich eine gute Reputation erarbeitet, für zuverlässige, alltagstaugliche und langlebige Fahrzeuge und für ein Design, das zwar nicht spektakulär aber durchaus gefällig ist.

Aber trotzdem: Große Fehlgriffe kann sich Mazda nicht leisten. Erst recht nicht beim Mazda 6, der Familienkutsche der Marke, die eine der Hauptstützen des Angebots ist. Zwar fährt man in Deutschland mit dem Wagen in der Nische und hat nur knapp 11.000 Zulassungen für das laufende Jahr kalkuliert. Aber im Rest von Europa und in den USA muss die neue Generation auf Stückzahlen kommen.

Schräges Dach und kleine Scheiben

Hierzulande wird der Mazda 6 am 2. Februar zu den Händlern kommen, für einen Basispreis von 24.990 Euro. Das Design der der Vorläuferstudie Takeri hat der Hersteller in großen Teilen beibehalten. Die Dachlinie ist coupéhaft, wie heute üblich, bei der Limousine ist das besonders extrem ausgeprägt.

Das hat allerdings den Nachteil, dass die hinteren Seitenfenster dadurch recht schmal werden und nur noch recht wenig Luft in den ansonsten großzügigen Fond lassen.

Die Limousine hat mehr Radstand

Auch der Kombi setzt mehr auf Lifestyle als auf Raummaximierung, trotzdem sind respektable 1660 Liter Kofferraumvolumen drin. Zudem verfügt der Mazda 6 natürlich über das geniale Karakuri-System, bei dem sich per Hebel vom Kofferraum aus die Rücksitze einfach umklappen lassen. Bei beiden Modellen erinnert die Front mit dem aufrecht gesetzten Kühler an aktuelle Mercedes-Modelle.

Sowohl Limousine als auch Kombi stehen auf der gleichen Plattform, trotzdem sind die Radstände unterschiedlich, interessanterweise hat das Stufenheck mit 2,83 Meter den längeren, während sich der Kombi mit 2,75 Meter bescheidet. Der Grund: Bei der Limousine blickt Mazda auch auf die USA und baut deshalb einen Wagen, der mit 4,87 Meter Länge schon zur oberen Mittelklasse zählt. Der Kombi dagegen ist vor allem für Eurpa gedacht.

Ein Diesel, der weniger als vier Liter braucht

Der deutsche Käufer hat die freie Wahl, beide Varianten sind sogar gleich teuer. Vorzeigemotor ist der kleinere der beiden 2,2-Liter-Diesel mit einer Leistung von 150 PS, dessen Normverbrauch Mazda mit 3,9 Liter je 100 Kilometer angibt. Die größere Variante leistet 175, mit 4,5 Litern Verbrauch ist auch sie recht genügsam.

Die beiden Benziner haben ebenfalls den gleichen Hubraum glatte zwei Liter sind es in beiden Fällen. Wem 145 PS reichen, der fährt zumindest nach Norm mit 5,5 Liter 100 Kilometer Strecke, die 165 PS starke Variante ist mit glatt sechs Litern angegeben.

Sechsgang-Automatik gegen Aufpreis

Für einen ersten Test stand der größere der beiden Diesel zur Verfügung, dank 175 PS ist man mit ihm flott unterwegs, allerdings nicht wirklich leise. Die Abstimmung des Fahrwerks passt dazu und ist straff gewählt, für den einen oder anderen Kunden vielleicht ein bisschen zu sehr.

Die neue Sechsgang-Automatik kostet 1800 Euro Aufpreis und passt sehr gut zum großen Diesel, allerdings macht auch das ebenfalls neu entwickelte manuelle Sechsganggetriebe viel Spaß. Es hat kurze Wege und schaltet sich knackig, ein Hauch MX-5 liegt in der Luft.

Der Monitor ist recht klein

Auch das Cockpit macht Freude: Die Instrumente lassen sich gut ablesen, die Schalter sind da, wo man sie sucht und das Lenkrad liegt gut in der Hand. Nur der 5,8-Zoll-Monitor fällt für ein brandneues Fahrzeug deutlich zu klein aus. Hier hätte ein größerer Bildschirm besser zum hohen Anspruch der neuen Mazda-Mittelklasse gepasst.

Das im Testwagen eingebaute TomTom-Navi, das sich Mazda extra bezahlen lässt, gefällt dagegen mit leichter Bedienbarkeit und einem mit 500 Euro sehr fairen Preis.

So viele Assistenzsysteme wie nie

Auch bei den Assistenzsystemen hat Mazda mächtig aufgestockt, noch nie gab es in einem Fahrzeug der Marke so viele davon wie im neuen Modell 6: Spurhalteassistent, Spurverlassenswarner, eine radargestützte Distanzregelung – nur für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe – und ein Pre-Crash-Safety-System mit aktivem Bremseingriff. Aber: Fast alles muss extra bezahlt werden.

Welcher Mazda wäre der beste Kauf? Wir würden den praktischeren Kombi wählen und ihn mit dem kleineren und sehr sparsamen Diesel kombinieren. In der mittleren Center-Line-Ausstattung ist alles Wichtige an Bord. Wer mag, kann Extras bestellen, das Navigationssystem, Metallic-Lack für 550 Euro oder das Technikpaket, das Bi-Xenon-Licht enthält und 1200 Euro kostet. Dann hätte man etwa 32.500 Euro ausgegeben – und ein gut ausgestattetes, fahraktives Auto dafür bekommen.

Quelle: sp-x
Quelle: dapd
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