04.01.2013, 15:24

Irre Ampel-Regelung Wer über Gelb fährt, verliert seinen Führerschein


In der chinesischen Hauptstadt Peking herrscht in der Innenstadt zu fast jeder Tageszeit dichtes Gedrängel, es gibt jedes Jahr eine Reihe von Verkehrstoten. Ob sich das mit dem Gelb-Verstoß ändert, muss sich erst noch zeigen

Foto: epa Adrian Bradshaw / picture-alliance / dpa

In der chinesischen Hauptstadt Peking herrscht in der Innenstadt zu fast jeder Tageszeit dichtes Gedrängel, es gibt jedes Jahr eine Reihe von Verkehrstoten. Ob sich das mit dem Gelb-Verstoß ändert, muss sich erst noch zeigen Foto: epa Adrian Bradshaw / picture-alliance / dpa

In China werden Autofahrer gegängelt. Die Behörden bestrafen seit Jahresbeginn das Überfahren einer Ampel schon bei Gelb. So sollen Raser gestoppt werden, doch jetzt herrscht an Kreuzungen das Chaos.

Eine neue Ampelregelung sorgt bei chinesischen Autofahrern für Unmut. Die Verkehrsbehörden in China bestrafen seit Beginn des Jahres das Überfahren einer Gelb anzeigenden Ampel genau so hart wie bei Rot.

Damit sollen die Verkehrsteilnehmern diszipliniert werden. Der Fahrer riskiert dann sechs Punkte in der Verkehrssünderkartei. Bei zwölf Punkten ist der Führerschein erst einmal weg. Anschließend ist eine einwöchige Nachschulung nötig, um ihn zurück zu bekommen. Das berichtet der WDR.

Die Verschärfung der Verkehrsregeln soll die Zahl der Verkehrstoten reduzieren. Jährlich sterben in China etwa 60.000 Menschen bei Verkehrsunfällen. Die Zahl der Unfälle soll laut Behördenangaben in den ersten drei Tagen nach der Einführung der Regelung um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken sein.

Staus jetzt schon bei Grün

Die Autofahrer dagegen halten die neue Regelung für zu streng und sogar kontraproduktiv. So reichen bereits zwei kleine Unaufmerksamkeiten, um die Fahrerlaubnis zu verlieren. Außerdem verlangsame sich der Verkehr dermaßen, da sich viele Verkehrsteilnehmer einer Kreuzung schon bei Grün nur noch sehr langsam nähern, um ja kein Risiko einzugehen. Auch käme es häufig zu Vollbremsungen vor Ampeln, wodurch sich die Gefahr von Auffahrunfällen erhöht habe.

In weiten Teilen Chinas haben die Behörden die Änderung aber bereits schon am ersten Tag wieder ausgesetzt. Die offizielle Begründung lautet, dass zunächst die Überwachungskameras an den Ampelanlagen umgestellt werden müssten.

(mid/du)
Do, 18.10.2012, 06.23 Uhr

Laut ADAC ist jeder vierte Verkehrstote und jeder fünfte Schwerverletzte zwischen 18 und 24 Jahre alt. Der Automobilclub simuliert im Crashtest einen für junge Fahrer häufigen Baumunfall.

Video: dapd
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