17.12.12

Gebrauchtwagen-Check

Geräumig ist der Hyundai Tucson, aber auch schwach

Vor dem bemerkenswerten Aufschwung der Marke Hyundai zählte das Kompakt-SUV Tucson zu den attraktivsten Modellen der Koreaner. Ohne Schwächen kam der geräumige Tiguan-Konkurrent aber nicht daher.

Foto: Hyundai

Geländetauglichkeit spielt beim Hyundai Tucson nur eine untergeordnete Rolle.

5 Bilder

Mit dem kompakten SUV Tucson hat Hyundai zwischen 2004 und 2010 einen Achtungserfolg eingefahren. Günstige Preise, viel Raum und ein freundlich-gefälliges Styling zeichneten das Schwestermodell des Kia Sportage aus. Auch heute kann der Koreaner in dieser Hinsicht überzeugen – in Sachen Qualität allerdings nicht immer.

Karosserie und Innenraum: Der Tucson zeigt äußerlich zwar klare Offroader-Anklänge, verzichtet mit seiner rundlichen Karosserie allerdings auf den in dieser Klasse weit verbreiteten Macho-Stil. Das machte ihn vor allem bei Frauen beliebt, die auch das große Raumangebot bei innenstadttauglichen Maßen zu schätzen wussten.

Auch Männer dürften sich über die extrem übersichtliche Karosserie freuen, die das Rangieren zum Kinderspiel macht. Überzeugen können auch die gute Bedienbarkeit und die ordentliche Variabilität – eine getrennt umklappbare Rückbank und eine aufklappbare Heckscheibe waren Serie. Ästheten dürften jedoch den Innenraum zu karg und plastikmäßig finden. Auf langen Strecken stören zudem die kurzen Sitze mit wenig Seitenhalt.

Auch als reiner Frontantrieb empfehlenswert

Motor und Antrieb: Als einer der ersten Kompakt-SUV war der Tucson nicht nur mit Allrad-, sondern alternativ auch mit Frontantrieb bestellbar. Der spart Anschaffungskosten sowie Kraftstoff und fehlt im täglichen Gebrauch kaum. Wer in schneereichen Gegenden wohnt oder gelegentlich auf unbefestigtem Untergrund fährt, kann auf die 4WD-Varianten zugreifen, bei denen sich die Hinterachse bei Bedarf automatisch zuschaltet. Per Knopfdruck kann die gleichmäßige Kraftverteilung auch dauerhaft aktiviert werden, was allerdings nur im Gelände sinnvoll ist.

Unter den drei angebotenen Motoren ist der wahlweise 113 PS, 140 PS oder 150 PS starke 2,0-Liter-Diesel die beste Wahl. Schon die schwächste Variante bietet ausreichend Durchzug und läuft zudem ausgesprochen ruhig. Die Benziner – ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 141 PS und ein 2,7-Liter-Sechszylinder mit 175 PS – sind extrem durstig und eignen sich nur für Wenigfahrer. Attraktiver werden sie in den zahlreichen auf Autogasbetrieb umgerüsteten Versionen.

Sechs Airbags und ESP serienmäßig

Ausstattung und Sicherheit: Schon die Basismodelle mit Frontantrieb waren als Neuwagen ordentlich ausgestattet. So gab es etwa 16-Zoll-Leichtmetallräder, sechs Airbags, ESP und Dachreling ohne Aufpreis. Bei den Allradlern waren zusätzlich ein Bordcomputer und beheizbare Außenspiegel an Bord. Zu den wenigen Optionen zählten neben Metalliclack die Klimaanlage, eine Klimaautomatik und Lederpolster.

Qualität: Größte Schwachstelle des Tucson ist die Vorderachse. Der TÜV bemängelt sie deutlich öfter als beim Klassendurchschnitt. Reparaturen können schnell sehr teuer werden. Bei der Probefahrt ist daher auf ungewöhnliche Geräusche zu achten, nach Möglichkeit sollte auch ein intensiver Blick unter das Fahrzeug geworfen werden.

Günsigter Kauf ohne Fünfjahres-Garantie

Mit den Bremsen steht es ebenfalls nicht zum Besten; bereits bei vier bis fünf Jahre alten Fahrzeugen finden die Prüfer ungewöhnlich viele Mängel. Im gleichen Alter treten zudem häufig Lecks an den Benzinleitungen auf.

Fazit: Der Tucson war schon neu recht günstig und ist es als Gebrauchter auch. Käufer sollten jedoch Vorsicht walten lassen, vor allem die Achsprobleme können ohne Gewährleistung zur Kostenfalle werden. Und die aktuell von Hyundai angebotene Fünfjahres-Garantie gab es für das Kompakt-SUV nicht. Also genau hinschauen und sich eventuelle Reparaturrechnungen vom Vorbesitzer zeigen lassen. Die Preise starten aktuell bei rund 6500 Euro.

Quelle: sp-x
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